Archiv für die Kategorie ‘Netzfundstücke’.

Das, was andere als eigenes Blog betreiben, ist bei mir nur eine Kategorie wert. :)

In den NachrichtenNetzfundstückePiratenpartei
Kurz verlinkt: Hannelore Kraft / Monetarisierung des Webs

Hihi:

Weil es keine Mittagspause gegeben habe, sollen die Abgeordneten von SPD, CDU und Grüne (sic!) die Redezeit des Piraten-Abgeordneten Joachim Paul für einen Gang in die Kantine genutzt haben.

Aber weil der sich bewusst sehr kurz gefasst habe, sei das Rednerpult nach wenigen Minuten frei für die nächste Rednerin gewesen – für Ministerpräsidentin Kraft. (…) Und so habe Kraft ihren Vortrag – völlig ungewohnt – halten müssen, obwohl fast niemand zugehört habe. „Etwas übertölpelt“ soll sie deswegen gewesen sein, berichten die Piraten.

Andererseits: Gewählt wird meist nicht derjenige, der die packendsten Reden hält. Insofern ist’s wohl auch egal.


Letzte Woche verlinkte ich wieder einmal netzwertig.com, diese Woche ertönt der Schwanengesang:

Trotzdem haben wir uns nach langem Überlegen und schweren Herzens dazu entschlossen, das Kapitel netzwertig.com in der bisherigen Form zu beenden. (…) Verlockende neue Herausforderungen; die Schwierigkeiten, ein Angebot wie netzwertig.com nachhaltig zu monetarisieren sowie die auf Dauer begrenzte Reichweite der Fachberichterstattung über Technologie-Themen in deutscher Sprache erleichterten uns den Entschluss etwas.

Ich schreibe nun übrigens seit über neun Jahren, davon überwiegend unter dieser Domain, ohne wirkliche Unterbrechung längere Texte unter eigener Ägide ins Internet hinein und habe weder eine nennenswerte Reichweite noch eine Monetarisierung umzusetzen geplant, trotzdem stelle ich nicht den Betrieb ein. – Vergeldlichung von Blogs ist allerdings auch eine hervorragende Geschäftsidee. Warum ist darauf noch niemand gekommen?

Netzfundstücke
Alles, nichts, oder?

Man sollte ja annehmen, dass Anatol Stefanowitsch (der war hier schon mal Thema) – seine Unbedarftheit in Fragen gesellschaftlichen Zusammenhalts sei ihm verziehen – als „Sprachwissenschaftler“ (Wikipedia) zumindest über die deutsche Sprache abseits irgendwelcher Gendertheorien keinen allzu großen Unfug redet. Immerhin erwartet er das ja auch von seinen Mitmenschen:

Das Problem ist, dass es ganz offensichtlich bei der Gesellschaft für deutsche Sprache niemanden gibt, der sich mit der deutschen Sprache auskennt, oder sich wenigstens ein bisschen für sie interessiert.

Da muss erst ein Anatol Stefanowitsch kommen, damit diese Neandertaler endlich mal was über die deutsche Sprache lernen. Die kennen ja nicht mal die einfachsten Regeln, zum Beispiel Regel 111:

Das Problem ist, dass es ganz offensichtlich bei der Gesellschaft für deutsche Sprache niemanden gibt, der sich mit der deutschen Sprache auskennt, oder sich wenigstens ein bisschen für sie interessiert.

Oder Regel 31:

Hastig setzt man sich zusammen und überlegt sehr lieb und leidenschaftslos, (…).

Oder den Unterschied zwischen „das“ und „dass“:

Wenn es ganz schlecht läuft, kommt dann schon mal ein Wort heraus, dass eine Verwendungshäufigkeit von Eins hat (…).

Neandertaler, sag‘ ich. Alles Neandertaler.

(Herr Stefanowitsch hat meinen zunächst als Kommentar hinterlassenen Hinweis auf fehlendes Lektorat gelöscht, jedoch keinerlei Korrektur vorgenommen.)

MusikNetzfundstückeWirtschaft
Sprecht mehr Wirtschaft!

Martin Weigert, regelmäßigen Lesern meiner Texte als Google-Anhänger bekannt, findet den Vorschlag der CSU, man solle Migranten dazu anleiten, auch privat mehr Deutsch (haha, CSU! Bayern! Deutsch! Hihihi! – wissenschon) zu sprechen, nicht gut. So weit die Mär vom blinden Huhn und dem Doppelkorn.

Er hätte das damit begründen können, dass das privat gesprochene Idiom eines Bürgers Privatsache zu bleiben habe, dass obendrein oder wenigstens stattdessen kulturelle Vielfalt in Deutschland keine Frage der Sprache sei und dass, haha, man in Bayern, hihi, selbst erst mal Deutsch lernen sollte.

Stattdessen postulierte er:

Die CSU sollte “Englisch-Pflicht” statt “Deutsch-Pflicht” fordern

Denn:

Aber wo bleibt der Aufruf an die Bundesbürger, ihr Englisch aufzupolieren? In der vernetzten, globalisierten Welt ist das ein weitaus wichtigerer Erfolgsfaktor als ausgezeichnetes Deutsch.

Die Wirtschaft, die Wirtschaft! Migranten, die vor einem Bürgerkrieg nach Deutschland fliehen, ohne dazu bereit zu sein, schlechtes Englisch zu lernen, um sich an der globalisierten Wirtschaft dieses armen Merkelstaates zu beteiligen, können gleich wieder gehen. Deutsch ist Amtssprache mindestens sieben europäischer Länder, Englisch spricht man europaweit allenfalls im „Vereinigten Königreich“ und Irland sowie den diversen britischen Inselprotektoraten, aber das ist vielleicht nicht global genug gedacht. Kein Wunder geht’s mit Deutschland bergab, wenn wir immer nur an Europa („Wir in Europa“, A. Merkel) denken. Die Belange der Wirtschaft haben den Bürger zu interessieren, und die Wirtschaft ist nicht gern Prophet im eigenen Land.

So wird das nix mit dem Aufschwung.


Das war mir völlig entgangen: Steve Albini von der großartigen Band Shellac hat was zum aktuellen Stand der Musikindustrie gesagt.

Music has entered the environment as an atmospheric element, like the wind, and in that capacity should not be subject to control and compensation. Well, not unless the rights holders are willing to let me turn the tables on it. If you think my listening is worth something, OK then, so do I. Play a Phil Collins song while I’m grocery shopping? Pay me $20. Def Leppard? Make it $100. Miley Cyrus? They don’t print money big enough.

Könnte funktionieren. :mrgreen:


Habt ihr eigentlich dieses Jahr schon für Kakapos gespendet?

MontagsmusikNetzfundstücke
Electric Orange (live)

Guten MorgenNicht nur Ralph Baer, sondern auch Nick Talbot ist tot. 37 Jahre, schlimm, das. Man guckt auf seine eigene Geburtsurkunde und ist ein bisschen verunsichert. Andererseits: Es könnte schlimmer sein. In den Vereinigten Staaten gibt es 328 Menschen namens Abcde. Wie man das wohl ausspricht?

Und dann das Gequatsche, das ewige Gequatsche. Auch das Nato-Infoblatt ZEIT ONLINE findet: Politischer Bullshit ist gefährlich. Lest also lieber keine Tageszeitungen mehr. Und es hört einfach nicht auf. Hört auf euch mit Großmäulern zu identifizieren!

Es ist Advent. Feierliches Geschubse gibt’s nur gegen Würstchenaufpreis. Musik, zwo, drei, vier.

(09) Electric Orange @ DBE5 [LIVE]

Guten Morgen.

In den NachrichtenMir wird geschlechtNerdkramsNetzfundstücke
Kurz verlinkt: Gender, Bloatware, Nobelpreis

Volker Beck von den schrecklichen „Grünen“ hat erkannt: Gender geht nur ganzheitlich. Wenn schon Beidnennung, dann wenigstens konsequent. Burkas auch für Männer!


Sehenswerter Comic fast zum Thema: Diese öffentliche Zurschaustellung von Homosexualität stört hupende Heterohochzeitsgäste beim dezenten Feiern.


Andere bekommen einen Nobelpreis in Chemie oder Physik, Snowden bekommt einen Nobelpreis in Abwesenheit. Hätte ich gewusst, dass das so einfach ist, wäre ich vielleicht auch mal auf einen Flughafen gezogen.


Erinnert ihr euch noch daran, dass ich vor Kurzem schrieb, Firefox sei gar nicht allzu unnötig aufgebläht? Ich erwäge leise Revision: Firefox 34 kann nun offiziell auch Videochat. Das sei nicht so schlimm, befindet ein Mozilla-Repräsentant, Millionen Menschen könnten diese Funktion möglicherweise mal brauchen. Das sind vielleicht die gleichen Millionen Menschen, denen Mozilla vor einer Weile den RSS-Link aus der Adressleiste geklaut hat, aber den brauchen vielleicht andere Millionen Menschen auch nicht. Ich finde es übrigens auch schade, dass mein Smartphone keinen Kühlschrank hat. Millionen Menschen haben unterwegs vielleicht Lust auf ein kühles Getränk. Klarer Fall von Marktlücke.


Sarkastisch? Ich? Dann guckt euch mal Ernie und Bert an.

ComputerIn den NachrichtenNetzfundstückePiratenpartei
Weltknall, 20. November 2014

Das macht Spaß.Katja Kipping von der „Linken“ bedauert, dass ihr gelegentlicher Bündnispartner Piratenpartei von den Medien seit ungefähr 2006 für tot erklärt wird oder tot ist oder beides:

Als ich (…) zur Vorsitzenden der Linken gewählt wurde, war eines meiner Ziele, [Austritte] in Richtung Piraten zu beenden. (…) In das leise Ahoi voller Bedauern mischt sich eine fast trotzige Hoffnung. Die Hoffnung, dass all jene, die mit den Piraten aufbrachen, die Politik aufzumischen, und nun ein Scheitern erleben, doch noch eine Alternative zum Rückzug ins Private finden.

In anderen Worten: Leute, die sich bis jetzt lieber für die „Piraten“ als die „Linke“ entschieden haben, sollten das nun ändern, weil Katja Kipping gehört hat, dass die Piratenpartei ja eigentlich tot ist. Zerstrittenheit und Pöstchenwahn immerhin hat die „Linke“ schon seit Langem perfektioniert, von ihnen könnt‘ man als Pirat wohl noch was lernen. Quatsch mit Soße.


Der NSA-Skandal, der zu vielerlei spontanen Wünschen nach weniger Datenkrakentum führte, ist wohl schon zu lange her: Mozilla ändert in den USA die Standardsuchmaschine von Google auf Yahoo (und damit Bing), in Blogs laufen die Kommentatoren heiß, ein neuer Benutzer solle gefälligst auch künftig automatisch Google nutzen müssen und Mozilla habe das nicht zu entscheiden. Vermutlich – ’s ist halt Amerika – wird Mozilla demnächst vor ein Gericht gezerrt, das das Unternehmen wie einst Microsoft dazu verdonnert, mit neuen Firefoxversionen künftig ein Programm zu verteilen, das die Einrichtung der Standardsuchmaschine (also den dazu notwendigen Klick) ausführlich erläutert.


Apropos Überwachung: Wovor sich viele Menschen offensichtlich wirklich fürchten, ist, dass jemand sehen könnte, was sie selbst öffentlich von sich preisgeben. Die häufigste Reaktion im Netz auf Twitters Ankündigung, die eigene Suchfunktion endlich auch ältere Tweets finden zu lassen, ist daher keine Lobpreisung betreffs der besseren usability, sondern Entsetzen nebst Anleitung zum panischen Massenlöschen von Tweets.

Menschen. Sie werden so schnell dumm.

In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
Diese Nordkoreaner!

Achjeh, was sind die Medien wieder voll mit Politik heute.

Michael Hanfeld von der Föjetong-Abteilung der „FAZ“ (wegen LSR-Drohung nicht verlinkt) findet die einseitige Berichterstattung von „Russia Today“ verwerflich:

Fakten werden aus dem Zusammenhang gerissen und mit einem ganz bestimmten Spin versehen (…), so dass am Ende (…) immer ein und dieselbe Botschaft: Amerika ist an allem schuld, Russland wird von allen Seiten eingekesselt, die öffentliche Meinung im Westen ist von A bis Z ferngesteuert. So werde der „Krieg herbeimanipuliert“ – der Krieg, den „der“ Westen gegen „die“ Russen führt. „Politik und Medien“, so die Feststellung, seien in „Vorkriegslaune“.

Ein willkommenes Gegenbeispiel, wie ausgewogene Berichterstattung funktionieren kann, lieferte gestern die Bundeskanzlerin, als sie die Verfehlungen der USA aufzählte:

Dennoch müssen wir erleben, dass es auch in Europa immer noch Kräfte gibt, die sich dem gegenseitigen Respekt und einer Konfliktlösung mit demokratischen und rechtsstaatlichen Mitteln verweigern, die auf das angebliche Recht des Stärkeren setzen und die Stärke des Rechts missachten.

Entschuldigung, „in Europa“ hatte ich überlesen – es ging wohl doch um Russland.

Hagen Rether: Alles Nordkorea…!? Oder was..? #nordkorea #usa #krieg #kriegsverbrechen

Aber Krieg – nein, Krieg möchte niemand. „Aufgewacht, Europa!“ titelte man bei der „FAZ“ noch im Oktober; mit „Deutschland erwache!“ mag man sich in globalisierten Zeiten nicht mehr begnügen. Putin, dieser Aggressor mit seiner Vorkriegslaune, gehört „gestoppt“ („DER SPIEGEL“), vielleicht reicht’s ja schon, einfach mehr Panzer hinzustellen: „Die Nato fordert (…) mehr Truppen für Osteuropa“ (FAZ.net, 4. November 2014).

Das hat er dann davon, dass er Politik und Medien in Vorkriegslaune versetzt.

Netzfundstücke
Metamedienkritik extern: „Krasse Zeitschrift entdeckt, willste mal haben?“

Diese Jugend heutzutage – rettungslos verdorben:

Selbstversuch eines Teenagers: Moritz, 16, kauft eine Zeitschrift

Man möchte ihm „Nein!“ zurufen und „Tu‘ das nicht, du bist zu jung, um dein Leben wegzuwerfen!“, dann erst liest man, dass sich Moritz gar keinen SPIEGEL gekauft hat, sondern was Anständiges:

Mir fiel sofort ein Heft auf. Nicht, weil es besonders gut aussah, sondern weil es 10 Euro kosten sollte. Das machte mich neugierig. „GEO Epoche“, Schwerpunkt: „Der Kapitalismus“.

Eine Zeitschrift über den Kapitalismus, die zehn Euro (die Älteren unter euch rechnen das in D-Mark um) kostet. Gut gespielt, „GEO“. Aber euren neuen Leser könnt ihr trotzdem nicht halten:

Jetzt kann ich nicht weiter klicken, sondern muss mich mit dem zufriedengeben, wofür ich bezahlt habe. Ich habe mehr erwartet, vielleicht zu viel. Ich bin enttäuscht. (…) Ein großer Zeitschriftenleser werde ich wohl nie mehr.

Marktlücke Klickbuch. Denkt doch mal an den Nachwuchs!

Netzfundstücke
Medienkritik extern: Hätten sie halt seine Exfrau gefragt!

Man hätte den Bahnstreik natürlich auch voraussehen können, indem man nicht erst nach der Veröffentlichung von Claus Weselskys Heim durch den unsäglichen „Focus“ mal in seinem privaten Umfeld nachgefragt hätte:

Wir haben heute die Gelegenheit, mit seiner Ex-Frau zu sprechen. Sie sagt, was Millionen Pendler denken: Ihr Ex ist ungeeignet für diesen Posten.

:wallbash:

Netzfundstücke
Kuschelvirus

„Ohne seine Plüschkrankheit kann mein Kind nicht einschlafen.“

Ebola

Auf einmal bekommt die Plage, mit der man sich gerade herumschlägt, ein Gesicht – was diese kleinen Wesen natürlich zu grandiosen Geschenken für „befallene“ Freunde macht.

:irre:

NerdkramsNetzfundstücke
OnePlusMinusEins

Wer bisher dachte, als Androidnutzer sei man vor einem schrecklichen Gewese um die Veröffentlichung neuer Geräte gefeit und man würde niemals eine Horde von Androidnutzern vor dem nächsten Saturn campieren sehen, wenn zum Beispiel das nächste Samsung Galaxy S erscheint, der sollte sich nicht zu früh freuen, lange dürfte es nämlich nicht mehr dauern.

Das mir bis heute unbekannte Unternehmen OnePlus hat im April 2014 sein Smartphone „One“ vorgestellt, im Wesentlichen ein Oberklassesmartphone mit vorinstallierter CyanogenMod-Distribution und allerlei nützlichen Extras sowie einem leider eingelöteten Akku, was jedenfalls mich davon abhält, das Ding irgendwie interessant zu finden.

Offensichtlich kann man es mittlerweile auch kaufen, denn in den sozialen Netzen, in denen ich mich so herumtreibe, werden derzeit rege Einladungen verteilt.

Einladungen? Ja, denn bestellen darf das OnePlus „One“ nur, wer Zugang zum elitären Zirkel hat:

To buy the OnePlus One, you will need to get an invite[.]

Da es schon jetzt deutlich mehr freie Einladungen als Interessenten gibt, ist dieses System der künstlichen Verknappung als die Blenderei enttarnt, die sie von Anfang an war. Wenn’s wenigstens eine Einladung für ein Gratis-Smartphone wäre! Aber wenn jeder einfach so ein „One“ kaufen könnte, wäre es ja nichts Besonderes mehr, eines zu besitzen. Dann müssten die Macher womöglich noch durch Innovationen auffallen und sich nicht mit der Rolle als zweites „Oppo“ zufriedengeben. Von Apple zu lernen heißt Vermarktung zu lernen; Vermarktung und Selbstüberschätzung.

Das alles scheint so eine Art Intelligenztest zu sein. Ich würde wirklich gern die Auswertung sehen.

In den NachrichtenNetzfundstücke
Medienkritik in Kürze: Geld oder Geschrei!

Das Leistungsschmutzrecht ist offenbar ein voller Erfolg.

Wir erinnern uns: Am 1. August 2013 trat dieses Gesetz in Kraft. Allerlei Verlage in Deutschland haben mal mehr, mal weniger hart mit der Legislative gerungen, um ein Gesetz maßgeschneidert zu bekommen, das im Wesentlichen Bloggern und Suchmaschinen das unbezahlte Zitieren aus den eigenen Onlineauftritten – und damit kostenlose Werbung – verbieten soll.

Mehrere kleinere Suchanbieter haben die entsprechenden Verlagsangebote ersatzlos gestrichen, aber das hat nur wenige Menschen interessiert. Der Fokus liegt natürlich auf Google. Google ist ein großer Konzern, Google hat Geld, Google soll zahlen.

Zunächst hat Google das Gesetz weitgehend ignoriert und in seinem Nachrichtenaggregator „Google News“ trotzdem weiterhin auf die Nachrichtenangebote verschiedener Verlage verlinkt. Dafür ist ein Nachrichtenaggregator da. Rennen also die Schmalhänse von VG Media zum Deutschen Patent- und Markenamt und klagen.

Google blieben nun also nur zwei Möglichkeiten, um sich ans Gesetz zu halten: Entweder für jeden kostenlosen Link auf ein VG-Media-Angebot Geld zu zahlen oder die strittigen Angebote gemäß den Vorgaben des Leistungsschmutzrechts zu beschneiden. Google hat nun Letzteres getan (Hinweis: Link auf ein Google-Blog!):

Vor dem Hintergrund dieser Klage werden wir Snippets und Thumbnails einiger bekannter Webseiten wie bild.de, bunte.de oder hoerzu.de nicht mehr anzeigen, also jener Verlage, die in der VG Media organisiert sind. Für diese Seiten werden wir nur noch den Link zum Artikel sowie dessen Überschrift anzeigen.

Rennen also die Schmalhänse von VG Media zum Kartellamt und klagen.

Die Verlage haben sich zuerst darüber beklagt, dass Google ihre Inhalte (angeblich) rechtswidrig nutzt. Nun beklagen sie sich darüber, dass Google ihre Inhalte nicht mehr rechtswidrig nutzt.
Stefan Niggemeier

Ist mir auch ein Rätsel, wieso Verlage sinkende Einnahmen haben. :irre:


Nützliches Handwerkszeug für’s nächste Bullshit-Bingo übrigens: Die Floskelwolke.


Nachtrag vom 23. Oktober 2014: Das Leistungsschmutzrecht hat die Verlage dazu gezwungen, es nicht anzuwenden. :lachtot: Euch, Verlage, hat niemand gerufen, also beschwert euch nicht, wenn ihr wie die Eindringlinge behandelt werdet, die ihr seid.

NerdkramsNetzfundstücke
Zwei schöne Projekte: Octobox und percol

Seit der Sache mit der NSA beginnt das Konzept des Selbsthostens der jeweils verwendeten Clouddienste wieder an Fahrt aufzunehmen. So mancher, der bis dahin blind den Heilsversprechen großer US-amerikanischer Konzerne vertraute, wollte plötzlich weg von Google Mail, Dropbox und Evernote.

Während das bei Google Mail und Dropbox aber zumindest theoretisch ziemlich einfach ist, ist ein tauglicher Ersatz für Evernote schwer zu finden. Microsoft bietet OneNote, Google bietet Google Drive, aber beide haben hinsichtlich ihres Funktionsumfangs Evernote nur wenig entgegenzusetzen; und selbst hosten kann man sie auch nicht. Bei den freien Alternativen sieht es noch weit schlimmer aus – es mangelt bereits an einem synchronisierten guten virtuellen Notizbuch mit Android- und Desktopanbindung.

Möglicherweise schließt Octobox – wahlweise gehostet oder zum Selbstinstallieren – diese Lücke. Octobox, wenngleich noch in einer frühen Testphase, bietet bereits jetzt ein Evernote-ähnliches Aussehen und Markdown-Unterstützung, am „Clipper“ und einer Browsererweiterung wird noch gearbeitet. Möglicherweise wird es irgendwann auch mobile Anwendungen geben.

Octobox

Die Besonderheit von Octobox ist, dass es sämtliche Notizen in der Dropbox speichert, ein Konto hierfür ist also momentan noch vonnöten. Diese Funktionsweise aber hat Vorteile: Anders als in Evernote liegt alles im Klartext vor, lässt sich also mit jedem Texteditor bearbeiten und bei Bedarf manuell sichern; um die Sicherung selbst kümmert sich aber ebenfalls bereits Dropbox, das auf Wunsch auch gelöschte Dateien bis auf Weiteres aufbewahrt.

Ich empfehle das Projekt im Auge zu behalten.

(via reddit)


Für uns nerds auch nicht uninteressant ist übrigens percol. percol ist sozusagen ein Filter für Pipe-Befehle, der eine dem Emacs-helm-Plugin ähnliche Schnellsuche für Befehle, Dateien und Zeilen anbietet. Auf der GitHub-Seite gibt es eine (etwas hektische) Demonstration in GIF-Form.

percol ergänzt also Shellbefehle um type to find. Ein Beispiel:

Dieser Befehl zeigt zum Beispiel die Ausgabe von ls mit dem percol-Filter an:

Percol ls

Der Text „QUERY>“ kann beinahe nach Belieben angepasst werden.

(via One Thing Well)


In weiteren Nachrichten: Die BPjM ist doch nicht so nutzlos wie gedacht, sie ist zum Beispiel ein hervorragender Versandhandel für alte Pornos.

Netzfundstücke
Menschenkritik extern: Arschkontakt!

Einige meiner Montagsmusiken sind ja jedenfalls optisch von eher mauer Qualität. Dabei habe ich oft nur die Wahl zwischen grauenvoller Optik und nicht zu verstehenden Klängen, und was bei Musik wichtiger ist, solltet ihr eigentlich ahnen. Aber warum gibt es so viele schlimme Konzertmitschnitte auf YouTube?

Das liegt an solchen Knallköpfen:

Theoretisch könnte man dank Projektion sehen, was in der Flora passiert, würden nicht sämtliche Hipster, Vorstadtkinder und weiteres Volk dieser Stadt ihre Smartphones in die Höhe recken, um zu filmen, was in fünfzig Metern Entfernung an der Wand abgeht. (…) Die Videos können unmöglich auch nur ansatzweise gut sein. Das ist ein dank der ganzen Rempeleien gut durchgeschüttelter Pixelsalat, auf dem wahrscheinlich maximal die Tonspur was taugt, auf der dann aber die johlenden Umstehenden und vielleicht ein paar Bässe und Beats zu hören sind, garantiert aber kein Text. Vermutlich gibt es bessere Aufnahmen vom Yeti als vom freitäglichen Beginner-Konzert von meinem Standort aus.

Nun ist Jan Delays „Gesang“ ohnehin meist eine Herausforderung für die Konzentration, aber leichter wird’s dadurch nicht.

Was sind das für Leute, die auf gleichwie schlimmen Konzerten nur ihr display im Auge haben? Na, Hipster halt. Bewaffnet mit Schal, Jutebeutel, hässlicher Brille und Arschkontakt? Arschkontakt?

„Arschkontakt“, alter Schwede, darüber hab ich mich mit vierzehn im übervollen Schulbus gefreut und das ist mir heute extrem peinlich, die Gestalten neben mir tragen Vollbart (natürlich), Muskelshirt à la Cro (natürlich) und die Caps rückwärts. Natürlich.

Manchmal ist es schön, nicht in Hamburg zu wohnen.


Ich bin der Firma Google übrigens sehr dankbar dafür, dass ihr „Play Store“ automatisch zuerst die nützlichsten Kommentare zu einer app anzeigt.

Nützlichste zuerst

Wer weiß, was für wenig hilfreichen Schrott Interessenten sonst zu lesen bekämen?

In den NachrichtenNetzfundstücke
Gewaltvolles Abarbeiten

Über den aktuellen Fall von Nacktbildern von C- und D-Prominenz, die nur für sich nackt und/oder fickend posierten und das Ergebnis in die iCloud übertrugen, wo sie jemand fand und im Internet verteilte, möchte ich allenfalls mein Unverständnis äußern. Wenn ich nicht möchte, dass Unbefugte mich nackt sehen, mache ich davon keine Fotos und stelle sie dann erst recht nicht einem mir persönlich fremden Serveranbieter zur Verfügung. Aber ich bin natürlich auch nicht so prominent, dass das überhaupt jemand sehen wollen würde. (Offenlegung: Ich möchte auch die allzu blonde Jennifer Lawrence nicht nackt sehen müssen.)

Das aber ist eine zumindest fantasievolle Übersetzung:

Das Angriffs-Skript namens iBrute gibt sich als die Find-My-iPhone-App aus und arbeitet mit Gewalt mögliche Passwörter aus einer Liste ab, die der Angreifer zur Verfügung stellt.

(Hervorhebung von mir.)

Andererseits: Beschränkte sich meine Arbeit darauf, Listen abzuarbeiten, wäre es wohl ebenfalls nur noch eine Frage der Zeit. :aufsmaul: