Archiv für die Kategorie ‘Sonstiges’.

Was nicht passt, wird passend gemacht.

Sonstiges
Bei uns heißt das immer noch „Sie Arschloch“!

(Vorbemerkung 1: Ich hatte bisher selten das Vergnügen, beruflich mit Sies zu arbeiten, ich bin meist von Dus umgeben.
Vorbemerkung 2: Folgende Hinweise gelten nur für Sie, nicht jedoch für euch.)

Apropos Stil. In der „Süddeutschen Zeitung“ vom 13. August d.J. berichtete Angelika Slavik von der „neuen Coolness“, die in deutschen Unternehmen Einzug gehalten habe:

Deutschlands Unternehmen liefern sich gerade einen Wettbewerb in demonstrativer Coolness. Elmar Degenhart etwa, der Chef des Autozulieferers Continental, erschien im März erstmals ohne Krawatte zur Bilanzpräsentation seines Unternehmens und ließ dazu wissen, man passe sich nun „den Gegebenheiten der Industrie“ an. Siemens-Chef Joe Kaeser zeigt sich ebenfalls gern leger, seit er dem Unternehmen „Start-up-Spirit“ verordnet hat, den gleichen Esprit verspricht auch der VW-Chef Matthias Müller künftig in Wolfsburg. Der Allianz-Chef Oliver Bäte präsentierte sich den Aktionären jüngst in knallroten Turnschuhen. Und bei Otto, da wird nun eben geduzt.

Diese crazy Kids mit ihren hippen Klamotten! Keine Krawatte, rote Turnschuhe, jetzt auch noch die Abkehr von sprachlichen Respektsbekundungen, ergo coolness statt Manieren, denn wenn es eins gibt, was in mir sofort eine Vision von geradezu blendender Lockerheit hervorruft, dann sind es duzende Endfünfziger in roten Turnschuhen.

Nun ist es ja weder bei IKEA noch im Beruf so, dass das olle Geduze irgendwie aufgeweichte Hierarchien signalisiert, denn bei Gehalts- und sonstigen Vertragsverhandlungen ist man schnell mit dem kumpelhaft agierenden Vorgesetzten per Sie und bei der Rollenverteilung gibt es hier auch nicht unbedingt einen nennenswerten Gestaltungsspielraum. Anweisungen vom Scheff bleiben Anweisungen vom Scheff, und niemand, der nicht gerade ein Diplom in sozialer Arbeit oder sonstigem Kram als höchsten Abschluss vorzuweisen hat, der nur für diejenigen Memmen eine gute Wahl sein kann, die gegen harte Arbeit nichts einzuwenden haben, so lange man ihnen dabei dreimal täglich Kekse und ein Plüschkaninchen aushändigt, sollte es für eine gute Idee halten, wenn diese Anweisungen als allzu jovial anbiederndes „könnteste mal…?“ statt „erledigen Sie…“ übermittelt werden, weil dieses oft kalkuliert einseitige Gefühl der Vertrautheit keineswegs ein besseres Miteinander schafft, weil der Riss zwischen vermeintlicher Kumpanei und tatsächlicher Hierarchie eben im Zweifel nur um so tiefer wieder aufreißt. So lange man mit dem Vorgesetzten, ja, auch mit dem Arbeitskollegen weder Bett noch Betäubungsmittel geteilt hat, ist es in der Regel unangebracht, sich über den gegenseitigen Distanzverlust zu freuen. Jemandem das Du anzubieten ist zweifellos eine Möglichkeit der stilvollen Klärung des zumindest sprachlichen gegenseitigen Vertrautheitsgrades, allerdings gerät die Angebotskomponente offensichtlich zusehends in Vergessenheit. Wir duzen uns jetzt, ob es dir passt oder nicht; beinahe hätte ich angefügt: so befehlen Wir es.

Monika Scheddin, „Coach für Führungskräfte“, offensichtlich also mitschuld an dieser unfeinen Situation, und laut ihrer Website „Speaker, Coach und Autorin“, also vermutlich beruflich nicht in irgendein ernstzunehmendes Vertragsverhältnis eingebunden und somit wie so viele andere Frauen, die Wohlfühlkäse auf Totholz stempeln lassen, höchstens indirekt mit dem Objekt ihrer phrasenhaften Betrachtungen vertraut, wird im gleichen Artikel mit Unverständnis zitiert:

Dennoch gebe es auch heute noch, trotz des allgemeinen Trends zu Coolness und Freundlichkeit, Führungskräfte mit harschem Tonfall und einer Begeisterung für streng hierarchische Strukturen. „Den klassischen General, der Angst und Furcht als Führungsinstrumente versteht, wird es immer geben“, sagt Scheddin. „Kein Wunder, es funktioniert ja auch.“

Für Frau Scheddin ist die auch sprachliche Einhaltung der tatsächlich existenten und sonst allenfalls verschwiegenen beruflichen Distanz, mithin die Einhaltung der vertraglich geregelten Hierarchien, folglich ein Vehikel zur „Verbreitung von Angst und Furcht“ – als hätte Angst oder Furcht nicht schon gereicht – und der Fahrer dieses Vehikels ein „klassischer General“ und damit, das steht da allerdings nicht, fast wie Hitler, nur ohne den albernen Schnurrbart.

Kein Wunder.

In den NachrichtenSonstiges
Urheberrecht des Tages

Eure Rundfunkgebühren, mittlerweile wohl „Haushaltsabgaben“ genannt, deren Bezahlung uns allen einen Zugang zu den grandiosen Erzeugnissen deutscher Film- und Fernsehkunst, zum Beispiel, äh, Fußball im Fernsehen, gewährt, die in der so genannten „Mediathek“ für eine begrenzte Zeit abrufbar sind, weil so ein Server ja auch mal schlafen muss, bezahlen offensichtlich keine Kunst:

Prödel hat in dem zwölf Sekunden langem Video alle Elfmeter-Schüsse des deutschen Teams beim Viertelfinale gegen Italien übereinandergelegt. Bei Twitter und Facebook hat es inzwischen die Runde gemacht[.] (…) Auf Youtube, wohin Prödel sein Elfer-Video ebenfalls hochgeladen hat, ist statt des Filmchens mit den Schüssen der siegreichen deutschen Mannschaft nur noch der Text „Dieses Video enthält Inhalte von UEFA. Dieser Partner hat das Video aus urheberrechtlichen Gründen gesperrt“ zu lesen. Wo kämen wir auch dahin, wenn die kostbaren Medienrechte an der Euro 2016 von jedermann umgangen werden? (…) Am Nachmittag dann war Prödels komplette Twitter-Seite verschwunden.

Wäre ich Fußballer, würde ich jetzt, da ich sozusagen zum Urheber ernannt wurde, folgerichtig die UEFA nach meinem Anteil an den Einnahmen fragen, wie das eben so üblich ist.

In den NachrichtenMir wird geschlechtSonstiges
Liegengebliebenes vom 2. Juli 2016

Im aktuellen „SPIEGEL“ treffen Feminismus, Antideutschtum und Veganismus vortrefflich aufeinander:

Die Sprecherin der Linksjugend wurde von Migranten vergewaltigt. Der Polizei sagte sie zunächst nur, sie sei bestohlen worden, von Männern, die deutsch sprachen. (…) Gören mit ihrer weißen Bluse, dem streng zur Seite geflochtenen Zopf und dem glitzernden Herzanhänger würden viele für eine angehende Betriebswirtin halten, hätte sie nicht eine Freundin mit lila gefärbten Haaren als Verstärkung mitgebracht. Woher sie sich kennen? “Unter veganen Antifaschisten kennt man sich eben”, antwortet Gören.

Fazialpalmierend weiterlesen auf Blendle (Bezahllink, pardon).


Beim „Mitteldeutschen Rundfunk“ wurde vorgestern getwittert:

ICE aus Angst vor Terroranschlag in Niedersachsen evakuiert. Ein Reisender hatte laut Koranverse zitiert. Kein Sprengstoff gefunden.

Nicht mal auf die Terroristen ist noch Verlass. :twisted:


Wo muss denn unbedingt noch mehr Internet rein? Richtig:

Windel meldet dem Smartphone, wenn sie voll ist

Ich finde ja, das ist eine Scheißidee.


Habt ihr schon „Kartoffelsalat“, den großartigen Film mit diversen deutschen YouTube-„Stars“, gesehen? Nein? Gut so!

Sonstiges
Medienkritik C: Erschreckende Schockfotos: Beziehung ohne Kinder? Lass stecken.

Wenn die Jessica-Alba-Dichte auf dem Titelbild von Frauenmagazinen abnimmt, bedeutet das nicht automatisch mehr Vielfalt: Unisono berichten die aktuellen Ausgaben von „Cosmopolitan“ und „myself“, beides merkwürdige Heftchen für die Frau über Normalirre, über ein schier unglaubliches Phänomen, das die „Cosmopolitan“ nur halbherzig hinter Schlüpfrigkeiten versteckt:

Cosmopolitan - Lass stecken!

Des Rätsels Lösung ist übrigens: Cunnilingus. Man solle als Frau doch den Vibrator oder eine Hand bevorzugen, denn so ein Mann habe es, statistisch gesehen, nicht drauf. Moritz Pontani (!) fragt in derselben Ausgabe der „Cosmopolitan“:

Alle reden darüber, dass wir es bald mit Robotern, Avataren und Bluetooth-gesteuerten Dildos treiben. Was ist da dran?

Womit Moritz Pontani (!) es so treibt und inwiefern ein Dildo da involviert ist, habe ich mich lieber nicht getraut nachzulesen. Ich wollte auch eigentlich auf etwas ganz anderes hinaus, nämlich auf eine Frage, die das Titelblatt der „myself“ („Wir machen Frauen stark“), in der die Kolumnistin Constanze Kleis (57) bezeichnender fragt, ob man „den Mann“ nach zwanzig Jahren Ehe „immer noch“ lieben „müsse“, gleichermaßen thematisiert wie die schlimme „Cosmopolitan“:

„Wie wir ein Paar blieben, obwohl wir kein Kind bekamen“

Beziehungsweise („Cosmopolitan“) eben:

Eine erfüllte Beziehung führen, auch ohne Kinder – das würden diese beiden Paare sofort unterschreiben.

Ich bin mir nicht ganz sicher, wann das klassische Bild von einer Beziehung ihren Sinn verloren hat, aber es mag manches erklären.

Abschließend wagen wir noch einen kurzen Blick in die gleichfalls aktuelle „OK!“ (Titelthema: „Schlimmer Unfall!“, Titelbild: Sarah Lombardi; sagen wir es mal so: ja, das trifft es), die großspurig warnt:

Schock-Fotos

Pah, uns gestählte Mannsbilder weiß so leicht nichts zu erschrec-

Kreisch

Wah! 8O

Sonstiges
Liegengebliebenes vom 1. Juni 2016

Das, „ZEIT ONLINE“, versteh‘ ich übrigens nicht:

Während eines Dorffestes im sächsischen Colmnitz sind einige Teilnehmer eines Festumzugs am Sonntag als Wehrmachtssoldaten verkleidet gewesen. Sie präsentierten an ihren Kostümen Hakenkreuze und andere nationalsozialistische Abzeichen. (…) Offiziell gefeiert wurden laut Veranstaltungshinweis des Vereins indes (…) 110 Jahre Rassegeflügelzuchtverein Colmnitz, 110 Jahre Rassekaninchenzüchterverein.

Rassegeflügel und Rassekaninchen – das kann kein Zufall sein!


„SPIEGEL ONLINE“ und die Nach-Schröder-SPD freuten sich jüngst über die vermeintlich gesunkenen Arbeitslosenzahlen. flatter resümiert

Wir haben also fast viereinhalb Millionen Hartzer im Arbeitsmarkt bei 2,66 Millionen „Arbeitslosen“. Wachstum! Wohlstand! Vollbeschäftigung!

Die maßgeblich für Armut und soziale Kälte verantwortliche SPD, deren krude Vorstellung von einer fairen Arbeitswelt sie selbst niemals treffen wird, denn kein SPD-Großkopferter wird nach der Abwahl aus dem Bundestag 2017 ernsthafte finanzielle Sorgen haben (Pension und Beraterverträgen sei’s zynisch gedankt), rechnet wie gewohnt als Folge ihrer widerlichen „Sozialpolitik“ Verarmte (Zwangsverrentete, Hartz-IV-Abhängige u.dgl.) aus ihrer eigenen Statistik heraus. Zum Glück haben wir den Qualitätsjournalismus, der nüchtern und unaufgeregt darüber berichtet.


Worüber sich die SPD sonst so freut: „Wenn schon 20 Prozent, dann stolze 20 Prozent“, sagte der Bundeswirtschaftsminister. Vielleicht gibt es hinterher eine Teilnahmeurkunde und einen Trostpreis.


Der Mai war mal wieder ein Monat der tödlichen Terroranschläge. Ihr habt nichts davon mitbekommen? Das war ja auch nicht hier, das war im Irak – das ist da, wo der Westen vor ein paar Jahren schwer bewaffnet „den Frieden“ installiert hat.


Das Landgericht Köln hat herausgefunden, dass man SMS-Nachrichten nachträglich löschen kann. Wenn sie in dem Tempo weitermachen, sollten wir in spätestens elf Jahren allmählich Vorsicht im Umgang mit diesem „Internet“ walten lassen. Vielleicht aber auch noch etwas später:

Die Fragen, die das BMWi im Rahmen des Grünbuch-Prozesses beantworten will, lauten zum Beispiel „Was bedeutet es überhaupt, wenn nicht mehr nur physische Produkte, sondern auch Daten zum zentralen Wirtschaftsfaktor werden?“ und ironischerweise sogar „Wie stellen wir eine schnellere regulatorische Reaktionszeit her, die mit der Schnelligkeit digitaler Entwicklungen Schritt hält?“.

Das Fax mit einem ersten Entwurf ist sicherlich bereits unterwegs.


Positive Nachrichten aus der EU: Unsere Flaggen sind sicher.

ComputerIn den NachrichtenSonstiges
Qualitätsjournalismus (Digitaledition)

„SPIEGEL ONLINE“ stellte gestern vorübergehend einen Teil der Verteilung von Schadsoftware ein, rät aber nach wie vor davon ab, mittels einer Softwarelösung den Rest der verteilten Schadsoftware vom eigenen Rechner fernzuhalten.


In weiteren Nachrichten: Das Vergasen und/oder „Schreddern“ (sic!) von männlichen Küken, weil sie blöderweise keine Eier legen, ist kein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Unklar bleibt, ob das Vergasen und/oder „Schreddern“ (sic!) bestimmter Politiker, weil sie blöderweise weder Eier legen noch Milch geben und noch nicht mal besonders gut schmecken, auch weiterhin als Verstoß gegen Menschenrechte gilt.

Sonstiges
Kenne dein Publikum!

Wer bisher noch keinen Anreiz hatte, die „Braunschweiger Zeitung“ zu abonnieren: Neuabonnenten erhalten als Willkommensgeschenk nun das wichtigste Utensil für jeden typischen Zeitungsleser.

Fatboy

Man beachte insbesondere auch die geradezu wie die Faust auf’s Auge passende Bezeichnung des Utensils. Ein Chapeau dem Werbetexter!

:irre:

Sonstiges
Medienkritik XCVIII: Schöner ficken

Entgegen landläufiger Meinung ist es beim Bumsen – sagt man das noch, „bumsen“? – übrigens gar nicht das wichtigste Kriterium, dass es allen Beteiligten ausreichend viel Freude bereitet; offensichtlich viel bedeutsamer ist es, dabei sexy, nicht etwa wie ein schwitzender Ochse, auszusehen. Wer fernab von Spiegel und Schminktäschchen miteinander vögelt, dem entgeht Entscheidendes.

Dies suggerieren jedenfalls die verblüffend gut miteinander harmonierenden Titelbilder der noch aktuellen Ausgaben von „JOY“ und „Cosmopolitan“ (letztere zur Abwechslung mal mit Jessica Alba auf dem Titelbild; „warum Hollywood mehr Frauen wie sie braucht“ fragt so schelmisch wie rhetorisch das Inhaltsverzeichnis, und ich ergänze: damit es nicht mehr nur zwei Motive für das Titelbild von Frauenzeitschriften gibt):

Cosmopolitan Mai 2016 JOY Mai 2016

Nackt gut auszusehen ist also nur die halbe Miete, man muss sich auch gut bewegen können. Wie, ihr konzentriert euch beim Sex nicht auf euer Aussehen? Das ist aber ungewöhnlich. Warum? Das lassen wir uns heute mal von zwei klugen und weltmännischen Frauenzeitschriften erklären.

Film ab!

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Sonstiges
Medienkritik in Kürze: Alte Männer treffen junge Frauen aus Vermont

Achtung – es folgt ein kleines Quiz. Macht mal kurz die Bildersuche zu, ihr Ferkel, und schickt eure Eltern mal einkaufen. Geschummelt wird jetzt nicht.

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In den NachrichtenNerdkramsSonstiges
Recht und Gesetz gegen Canonical und VG Wort

Die vermutlich Kriminellen des Tages sind die Herrschaften hinter Canonical, deren heute veröffentlichtes Ubuntu 16.04 (Symbolbild) mal eben absichtlich die GPL verletzt und somit qua Gesetz illegale Software ist. Welche Worte Linuxer dafür fänden, würde zum Beispiel Microsoft beim Lizenzbruch erwischt, möge sich der geneigte Leser an dieser Stelle selbst ausmalen.

Dicht gefolgt wird Canonical in der Rangliste von den in der VG Wort organisierten Verlegern, die offensichtlich jahrelang unrechtmäßig Geld, das Autoren zustand, in die eigene Tasche gesteckt haben. Schon liest man erste Kommentare, dass die nun zu erwartenden Rückforderungen das Ende des Verlagswesens besiegelten; und noch einige Jahre nach dem Beschluss des Leistungsschutzrechts wird mein Bedauern darüber überschattet von einer unbändigen Freude. Ich stelle schon mal den Whisky warm.


Nur im übertragenen Sinne kriminell ist bekanntlich die Doofheit gerade jugendlicher Smartphonenutzer; selbst mir passiert es immer häufiger, dass ich öde blondierten Mädchen begegne, die vor lauter Freude am Herumwischen auf ihrer Wanze für unterwegs ganze Grünphasen von Fußgängerampeln verpassen. Ich lache dann immer ein bisschen. Die Stadt Augsburg möchte mir den Spaß jetzt aber nehmen:

Die Stadtwerke Augsburg testen derzeit in Augsburg an zwei Straßenbahn-Haltestellen LED-Boden-Ampeln, die Handy-Nutzer vor Unfällen schützen sollen.

Gemeinheit.

Sonstiges
Medienkritik XCVII: Knackpo, aber schnell!

Von den „effektivsten Tricks der Stars“ zum Erreichen eines „Knackpos“ – aber schnell! – berichtet die noch aktuelle „JOY“ (Ausgabe „April 2016“), wo’s für effiziente Tricks schon nicht reicht, ebenso wie von „50 Beauty-Blitztricks für unterwegs“. Die wissen eben, wie sie mich zum Kauf verführen, wenn schon des Magazins ungefähr siebenunddreißigstes Jessica-Alba-Coverbild nicht reicht.

JOY April 2016

Gucken wir doch mal rein.

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In den NachrichtenSonstiges
Darwin ruft an

„Komm, wir spielen Telefon!

„Klingeling!“

„Hallo?“

Peng.

„MAMAAAAAAAA!“

In den NachrichtenSonstiges
Medienkritik XCVI: Sensationsterrorismus

Gefällt mirDie Kompagnons des gerissenen Burschen, der sich monatelang zu Hause versteckt hatte, was eine mit der neuesten Überwachungstechnologie ausgestattete überstaatliche Polizei nur mit Mühe herausfinden konnte, haben heute effektreich mitgeteilt, dass sie es nicht gut finden, wenn die Welt nicht mehr von ihnen spricht. Prima, endlich wieder was los in Europa!

Was? Nein, nicht prima für den Frieden und die Rationalität, um Himmels Willen! Für den Journalismus natürlich, den Google und Facebook fast an den Bettelstab gebracht hätten; denn zwar wusste man auch nach Stunden eigentlich nichts, außer dass das routinemäßige Befummeln von Flugpassagieren einen Flughafen nicht schützt und dass irgendwas explodiert ist, nachdem irgendwer Arabisch gesprochen hat, was in einer Stadt wie Brüssel ja schon mal passieren kann, aber für „Wir wissen nichts“ kriegt man – ich deutete es an – auch keine Werbefläche voll. Die Anschläge „dürften“, so spekulierte man zeitnah und lange vor der Offenbarung seitens der vermeintlichen Drahtzieher auf „ZEIT ONLINE“, „das Werk dschihadistischer Terroristen sein“, und wenn nicht, dann eben nicht.

Schon nach wenigen Minuten hatte jede halbwegs große Nachrichtenwebsite mindestens einen Liveticker und mehrere Artikel mit den immer gleichen Aufnahmen: Die immer gleichen Menschen, die bluten, rennen, weinen. Mit irgendwas muss man seine notdürftig getarnten Werbeflächen ja bebildern, und Menschen gucken gern dahin, wo es Leid gibt. Guckense mal traurig, Frollein. Dürfen wir Ihre Schmerzen zeigen, um Klicks zu generieren? Nicht? Machen wir trotzdem, natürlich unverpixelt, denn das ist exklusiv, das bringt Leser. Das ätzende „SPIEGEL ONLINE“, das ein trauriger Zeuge des viel zu langsamen Sterbens von sog. „Onlinejournalismus“ ist, empfiehlt: „Lesen Sie dazu auch: Amateurvideo: Flucht und Panik nach der Explosion am Flughafen“. Das ist authentisch, das wollen die Leute sehen. Daumen hoch! – Dass die Gesten „Daumen hoch“ und „Daumen runter“, vom jeweiligen Feldherrn ausgeführt, in der Antike, so sagt man, über Leben und Tod eines Gladiators entschieden, ist auch insofern eine bemerkenswerte Parallele.

Aber was macht der Westen nun mit all den Anschlägen? Ändert euer Twitteravatar, betet für Brüssel, denn Religion hilft bekanntlich immer. Je suis le Manneken-Pis. BND und NSA hatten Belgien bekanntlich bereits überwacht, was offensichtlich super funktioniert hat. Da helfen nur noch mehr Kameras und, natürlich, die Vorratsdatenspeicherung; damit man hinterher sagen kann, man habe ja so einen Verdacht gehabt. „Recht“ wie in „Richten“, nicht wie in „Freiheitsrechte“. Hörnsema, hier ist gerade der Terrorismus!!11 vor Ihrer Haustür und Sie wollen Freiheit für sich in Anspruch nehmen? Ganz schön verdächtig, kommense mal mit.

Machen Sie Schluss

Bildstrecke! Klickst du an, siehst du Qual!

Keiner soll sagen, er habe von nichts gewusst.


Vielleicht noch dies als Schlussakkord: Frauenquoten waren, sind und bleiben verfassungswidrig. Empört euch!

In den NachrichtenNetzfundstückePolitikSonstiges
Liegengebliebenes vom 4. März 2016

Das Recht auf Waffenbesitz sei ein essenzieller Bestandteil der Freiheit jedes US-Amerikaners, heißt es aus einschlägigen Kreisen. Ich vertrete ja schon seit längerer Zeit die Meinung, dass Waffenbesitz Doofheit gleichzeitig voraussetzt und fördert. Beweisstück G:

Ein Mann aus dem US-Bundesstaat Washington wollte ein paar Fotos mit Waffe von sich machen. Beim letzten Selfie schoss er sich versehentlich in den Kopf.

Mit etwas mehr Bildung wäre das vielleicht nicht passiert; oder mit mehr Schlaf:

Ein 16-Jähriger hat im US-Bundesstaat Tennessee mehrfach auf seine Familie geschossen, als er von seiner Mutter geweckt wurde. Der Grund: Er war sauer, weil er nicht aufstehen und in die Schule gehen wollte.

:irre:

(unter anderem via Schwerdtfegr)


Ihr habt eine Vollmeise und wollt sie euch versilbern lassen, aber die Gender-Studies-Studiengänge sind leider schon voll? Keine Panik – es gibt nun auch einen Bachelorstudiengang für vegane Ernährung mitsamt dazu passender Stiftungsprofessur, damit aus euch doch noch was werden kann.


Zur Causa Volker Beck – nachdem selbst Hanfpflanzenbesitzer Cem Özdemir dessen Drogenkonsum als eines Grünen unwürdig beschrieb, was nach der Pädophiliegeschichte zumindest eine ziemlich niedrige Messlatte ist – sei allenfalls noch die „taz“ in falschem Kontext zitiert: Wo die Grünen regieren, ist es mit ihrer Moral nicht weit her.


Wenn es doch nur eine Schale für das Innere von Orangen gäbe! (Allergikerwarnung: Verweis geht zu Google+.)

Sonstiges
Medienkritik in Kürze: Huiiiiiii!

Kühe machen „muuuuuuuuh“, Enten machen „naaaaaaak“, Pinguine machen „quäääääk“.

Und Sterne?

Richtig, „SPIEGEL“ (7/2016):

SPIEGEL 7-2016

Brummmm!

(Abt.: „Was kennt ihr für Sternbilder?“ – „Großer Bär!“ – „Perfekt!“)