Seit langer Zeit führen die Bestenlisten der meistverkauften apps in Apples gleichnamigem store nicht etwa Messenger oder Spiele an, sondern Blitzer.de PRO, das für nur zehn Euro Trotteln, die zu dämlich sind, um einen mentalen Zusammenhang zwischen den lustigen Zahlen am Fahrbahnrand und der lustigen Zahl hinter ihrem Lenkrad herzustellen, die Ausgestaltung ihrer Vertrottelung etwas im Preis senken soll.
Der Namensbestandteil „PRO“ ist allerdings grob irreführend, liest man die Bewertungen:

Böse App!


Zum Beispiel für den Führerschein, scheint mir.


In den Vereinigten Staaten hätte „alssota“ wahrscheinlich mit Erfolg Blitzer.de verklagen können. Die sind ja zweifelsfrei schuld.


Einzig „LoftBed“ scheint einer ganz heißen Sache auf der Spur zu sein:

Weiß da schon jemand Näheres?

https://www.bussgeldkatalog.org/blitzer/radarwarner/
“Gemäß Bußgeldkatalog drohen für die Nutzung eines Radarwarners oder einer Blitzer-App ein Bußgeld in Höhe von 75 Euro sowie ein Punkt in Flensburg.”
Die Strafen sind noch viel zu niedrig.
Der inzwischen bald 20 Jahre alte Spruch vom Sieber: “App, App, App und fertig ist der Depp!” scheint immer noch Gültigkeit zu besitzen.
Aber gutes Geschäftsmodell der Firma. Zur Not könnte man die Daten inkl. Bewegungsprofil ja verkaufen. Ob der Wissing da einen Schwarzschilling pullen würde?
Die “lustigen Zahlen am Fahrbahnrand” sind meist genau das — lustig, aber machen keinen Sinn.
Früher hat man verstanden das es Stellen gibt, wo die angegebene Geschwindigkeit in einem Zusammenhang mit der Bebauung, der Strassensituation oder einfach der Übersichtlichkeit steht. Heute wird erwartet das der Autofahrer (und ich bin auch gerne Radfahrender, Fussgehender oder auch Busfahrender) mit seinem sicheren Gefährt wirtschaftlich, ökologisch und verkehrstechnisch völlig unnatürlich verhält. Es ist ja nicht so das trotz massiv mehr Verkehr die Unfälle seit Anfang der 90er auf ähnlichem Niveau stagnieren.
Grundsätzlich denke ich ist eher diese Zunahme das Problem und ich war schon damals (Anfang der 90er) ein Feund von einem langsamen Anstieg auf 5DM pro Liter — wie die Grünen — was wir aber auch heute, nach über 30 Jahren, nicht mal annähernd ereicht haben (aktuell ca. 3,30DM).
Das es Deppen gibt, die das Auto anders nutzen und denen Geschwindigkeitbegrenzung auch egal wäre wenn sie Sinn macht, bleibt davon unberührt. Die müssten sich bei 5€/L auch mehr Gedanken machen, ob ihre Karren finanzierbar sind.
Ich bin grundsätzlich auch ein Gegner von zu vielen Verkehrsschildern, die selten was zur Verkehrssicherheit beitragen. Trotzdem ergäbe es meines Erachtens schon Sinn, wenn Menschen, die dreimal an derselben Stelle (!) aus demselben Grund (!) „geblitzt“ werden, mal ergebnisoffen darüber nachdenken, ob das Problem wirklich nicht sie selbst sind.
Das Problem ist wohl, dass solche Menschen nicht über eine hinreichende Zahl funktionierender synaptischer Verknüpfungen verfügen, welche das Nachdenken überhaupt erst ermöglichen. Wir sind eben nicht nur Affen mit Atombomben, sondern leider auch Affen mit Autos. Ich meine sogar, dass bis dato sehr viel mehr Menschen von Autos zu Tode gebracht wurden als von Atombomben.
Neuester Hit sind die flächeneckenden, innerstädtischen Tempo-30-Zonen aus Gründen des Lärmschutzes für die Anlieger. Da schleichen dann Pkw wie eine Perlenkette im niedrigen Gang bei relativ hoher Drehzahl auf die grüne Ampel zu um dann garantiert bei rot anzukommen.
Und ja, es gibt Studien, die besagen, dass der CO2-Ausstoß in diesen Gebieten niedriger sei. Ich hab da so meine Zweifel, wenn ich mein anschwellendes Motorgeräusch höre. Ob derartige Studien auch einen Vergleich mit einem im 4. Gang bei 50 kmh und niedriger Drehzahl dahinrollenden Pkws gemacht haben, weiss ich nicht.
Das Problem mit der Drehzahl gibts bei Elektroautos nicht.
Das ist schlicht Nonsens oder bewusstes Provozieren. Ob ich bei 30 im 3.Gang irgendwas um 1500 Umdrehungen habe oder bei 50 im 5.Gang nimmt sich beim Geräusch des Motors wenig. Dagegen ist seit längerem bei üblichen Fahrzeugen — also nicht den übermotorisierten Krachbuden der Tuning-Szene — das Abrollgeräusch der Reifen lauter als der Motor. Und genau das wird durch 30km/h signifikant leiser. Weiterhin bedeutet schnelleres Fahren immer auch einen höheren Verbrauch. Das ist einfache Physik, weil höheres Tempo=höherer Energiebedarf=mehr Verbrauch bedeutet.
Das Argument des Wartens bei niedrigerer Geschwindigkeit kann ich so auch nicht bestätigen. In der Regel ist bei langsamerer Fahrt die Verkehrsdichte und damit auch die Durchlassfähigkeit höher. Aus eigenem Erleben habe ich eher den Eindruck, dass eher bei 50km/h das Stop-und-Go zunimmt und der vermeintlich schnellere Verkehrsteilnehmer dann häufiger wartet. Wenn die Ampelphasen bislang auf 50km/h ausgelegt sind, dann wartet man bei 30km/h freilich häufiger, aber das ließe sich durch Anpassen der Schaltphasen lösen?
Fakten 1
Fakten 2
Fakten 3
Was das eigentliche Thema betrifft, so hält sich mein Mitleid bei den trotz App Geblitzten in Grenzen. Die meisten kaufen sich das Zeug und bilden sich vermutlich noch ein, dass sie damit irgendjemand eins auswischen. Dafür fahren sie dann auf vermeintlich blitzerfreien Stücken um so übler. Schön finde ich es auch, wenn sie statt mit dem Erlaubten gleichmäßig durchzufahren, erst wie Hulle draufsappen, nur um dann vor jedem Blitzer die vordere Stoßstange in den Asphalt rammen und damit mehr Unruhe im Verkehrsfluß verursachen und am Ende auch nicht “schneller” vorwärtskommen. Es ist sowieso ein Irrglaube, dass speziell auf kurzen Abschnitten wie dem täglichen Arbeitsweg schnelleres Fahren signifikant weniger Zeit braucht. Das liegt je nach Zeit und Ort maximal im einstelligen Minutenbereich.