Archiv für die Kategorie ‘Netzfundstücke’.

Das, was andere als eigenes Blog betreiben, ist bei mir nur eine Kategorie wert. :)

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Kurz verlinkt XI: Es ist ein Kreuz!

Dieser Tage, in denen sich Kirchenvertreter durch eher unchristliche Werte hervortun, sind Scherze über das Christentum fast omnipräsent. Dabei ist gerade in dieser Gesellschaft ein wenig christliche Lehre dringend nötig!

Diese Firefox-Erweiterung zum Beispiel hilft redlichen Christen, wieder auf den rechten Weg zurückzufinden, indem sie darauf hinweist, dass das Betrachten von Pornografie gemäß 1 Kor 6,18 einer erneuten Kreuzigung von Jesus gleichkommt:

Hütet euch vor der Unzucht! Jede andere Sünde, die der Mensch tut, bleibt außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib.

Amen.


In, mehr oder weniger, eigener Sache: eMule 0.50a, das einige prima Verbesserungen mit sich bringt, ist in der Betaphase, was bedeutet, dass sich die nächste Version von eMule beba sich noch ein bisschen hinauszögern wird. Wer mir beim Testen helfen möchte, ist herzlich eingeladen.


Apropos Sünde noch mal: Sind euch auch schon die Plakate aufgefallen, die in Städten die Jugend dazu auffordern, ihr Limit zu kennen (heißt: sich zu besaufen und es so herauszufinden)?

Ist natürlich auch nicht schlecht.

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Kurz verlinkt X: Geolokäischen ist voll so Web 3.0, mindestens.

Da stellen die Webzweinull-Fachidioten richtig fest, dass sich aus Gratisdiensten nur selten Kapital schlagen lässt, und statt sich mal mit sinnvollen Themen zu beschäftigen, suchen sie nach der nächsten Verbesserung für unser aller Leben, und sie suchen, wie üblich, an der falschen Stelle:

Über Twitter und Facebook sollen künftig Leute mit entsprechenden Mobilgeräten sehen, dass sie gleich mit einem anderen Nutzer kollidieren, dann können sie gegenseitig via flink ausgetauschter message ihre gesunde Lebenseinstellung gut finden und sich freuen, dass sie zu den in people und nicht zu den Langweilern gehören, die sich noch umständlich mittels mündlicher Kommunikation verständigen.

Don Alphonso fasst in einem angemessenen Tonfall zusammen:

Sie werden ihre Mobilgeräte zücken und checken, ob ein anderer Depp in der Nähe ist, der das bestätigt und sie dafür nicht auslacht. Sie werden uns vom Vergnügen der von der Virtualität überbrückten Realität erzählen, und in Rom auf ihr Display starren, wenn andere den Vatikan betrachten, und linsen, ob sie jemand beobachtet, dem man dann erzählen kann, wie verdammt cool das ist – und dabei leider auch noch den LKW entdecken, der sie beinahe kohlenstofflich platt gemacht hätte. Wenn jemand ihrer Bekannten twittert, dass er gerade über die Device gemerkt hat, dass er in der Nähe ist, bekommen sie einen Orgasmus und werden noch ein wenig schmutziger.

Was wohl danach kommen mag?
(Und ob ich das wirklich wissen will?)

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Die Wirbelsäule fegen – warum?

Eins dieser Sprachwirrnisse, die mich immer wieder zu amüsieren vermögen, ist die konsequente Gleichsetzung von jmdm. etw. zukehren, -wenden mit jmdm. etw. kehren. Wenn ich, zum Beispiel, den Nachbarn den Gehweg kehre, dann meist, weil es geschneit hat. Manchmal kehre ich auch Dinge unter den Teppich oder schlicht um. Wonach mir allerdings auch noch nicht der Sinn stand, ist es, mit einem Kehrgerät anderen natürlichen oder juristischen Personen den Körper reinigend zu traktieren; um so erstaunlicher erscheint dies angesichts des Umstandes, dass es zu den normalen Tätigkeit mancher Menschen zu gehören scheint, anderen Menschen den Rücken zu kehren.

Das kann unmöglich auf Dauer gut für den Rücken sein; aber es schafft zusätzliche Arbeitsplätze im Bereich des Kehrwesens und andererseits, gleichsam als Ausgleich, des Kraftsports:

Der Bundesgerichtshof stärkt Anlegern den Rücken: (…).

Ha ha. Na ja.


„Ha ha“ mit einem „uff“ ist zudem dies:
Da bringt also ein Vater seine Tochter um, weil sie es wagt, mit einem Jugendlichen anzubandeln, was, versteht sich, eine furchtbare Tragödie ist; so weit, so wunderlich. Das Schlusswort des Vaters während der Gerichtsverhandlung hat mich allerdings noch mehr überrascht:

In seinem Schlusswort sagte der Angeklagte: „Ich habe sie getötet, um sie zu schützen.“ Er habe Angst gehabt, dass Büsra entführt werden oder ihr sonst etwas zustoßen könne.

Klar, der Bengel hat vermutlich weniger Interesse an ihr, wenn sie tot ist. Sie sollte froh sein, dass man sich so um sie sorgt!


Sonderlich intelligent wirken auch die Versuche von Drehbuchschreibern, aus nichtigem Anlass moderne Technik in ihre Handlung einzuweben, nicht immer; so wurde bspw. gestern auf RTL eine Folge der Serie Law & Order ausgestrahlt, in der unter anderem ein Blogger gespielt wurde, der eine Liste aller Kommentatoren mit ihrer jeweiligen, aufgemerkt, Loginadresse führt.

Nicht online: Mit einem Stift. In einem Buch.
So richtig analog.

Nur so als klischeehafte Frage: Wie hoch wären meine Chancen, wenn ich vermutete, der Drehbuchschreiber ist ein Konservativer über 40 Jahren, richtig zu liegen?

(Heute in’ner Uni übrigens per Zufall bemerkt: Wer wegen der Entwicklung künstlicher Intelligenz bereits jetzt Angst um seine Zukunft hat, möge sich einmal mit Cpt. Kirk unterhalten. Tipp für Gourmets: Mit Ton ist es noch eindrucksvoller.)

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Auch Ihnen einen puten Tag.

Ach, in diesem Jahr ist ja schon wieder so eine komische Fußballweltmeisterschaft geplant, diesmal erfreulicherweise auf einem anderen Kontinent. Die Chance, hierzulande weitgehend von grölenden Idioten mit gestreiften und unsicht-, dafür aber riechbaren Fahnen verschont zu werden, bevor die deutsche Nationalmannschaft* verdient aus dem Spiel fliegt bzw. dann doch eher stolpert, ist dennoch leider einigermaßen gering, und so sollte der zynismusbegeisterte Mensch schon jetzt mögliche Bewältigungsarten in Erwägung ziehen.

Eine künstlerisch wertvolle solche, die obendrein auch unalkoholisiert einen positiven Unterhaltungswert zu bieten vermag, ist diese hier:

Hihi.

(* – Memo an mich selbst: Beizeiten herausfinden, wie eigentlich die weibliche Fußballstaatself von den Sexistinnen bezeichnet wird.)


Die Hölle verliert ihren Sinn,
denn wir kommen alle hin,
und jeder Krieg ist Mord;
„Liebe“ ist nur ein Wort.

Dies interpretierte die Rockgruppe Drosselbart 1970 auf ihrem ansonsten eigentlich viel zu sakral betexteten un- bzw. selbstbetitelten Album.

Ich sach’s mal so: Jo, passt.


Hübsch auch: „Puten Tag!“ wünscht die Aufschrift eines Geflügelverkäuferstandes auf dem Wochenmarkt.
Danke, lieber Geflügelverkäuferstand!

NetzfundstückePersönliches
Zurück in der Stadt

Den Semesterbeginn erkannte ich daran, dass ich pünktlich nach etwa drei Stunden Ruhe erwachte und partout keinen Schlaf mehr fand. Nach mehreren Monaten zurück in der Stadt nahm ich dann wahr, dass sich fast alles verändert hatte.

Die Straßenlaternen am Omnibussammelplatz tauchten das Gebiet in ein dunkles Orange. Wenige Straßen weiter hatte die Bahn AG elektronische Hinweistafeln anbringen lassen, die bereits auf einen ausfallenden Zug hinwiesen; wohl nicht zufällig stauten sich noch zur Mittagsstunde die Automobile auf den engen Straßen der Kleinstadt.

Während die Lampen abends glommen und als eins der wenigen Relikte des Vorjahrs die Jugendlichen mit- wie auch gegeneinander rebellierten, warf ich, angeregt von einem, einen Blick auf den klaren Sternenhimmel. Erinnerungen an schöne Zeiten durchströmten mein Innerstes. Hätte eine Gruppe von Geigern gespielt, ich hätte es vermutlich genossen.

Ab morgen nehme ich wieder eine Kamera mit. Versprochen.
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KaufbefehleMusikNerdkramsNetzfundstücke
Gleich klatscht et, Junge.

Aus der beliebten, unregelmäßig erweiterten Reihe „sehr seltsame Softwareprodukte“:

Der ClapCommander ermöglicht die Steuerung des Betriebssystems (Windows und ein funktionierend angeschlossenes Mikrofon vorausgesetzt) mittels Klatschens, vergleichbar etwa mit der in der Popkultur, unter anderem in South Park (Staffel 2, Episode 10, bei etwa 5:00 Minuten), zitierten Klatschsteuerung für Beleuchtungseinheiten. (Der genaue Fachterminus ist mir gerade nicht bekannt, inhaltliche Ergänzungen diesbezüglich werden gern gesehen.) Ein nettes Spielzeug ist dies allemal, mit 19,95 US-Dollar auch nicht allzu teuer.


Apropos „nicht allzu teuer“; bei’en Schallgrenzen gibt’s recht prima klingende Alternative-Progressive-Rock-Metal-Musik auf die Ohren:

Lupenreiner Alternative mit reichlicher Dreingabe von Progressive und Metal. Melancholisch, stilsicher und mit ausgefeilter Rhythmik. Hier ist die Intelligenzia am rocken, hat ihren Spass und nickt anerkennend . Sauber gezupfte Gitarren, fettes Schlagzeug und die aussergewöhnliche Stimme von Sänger / Gitarristen Oliver Reinecke, die den Songs die gewisse Klasse geben. Respekt nach Karlsruhe. Zwar erinnert der Mann tatsächlich ein wenig im Stil und Phrasierung an Maynard James Keenan, aber das macht nichts. Er lebt die Songs, lässt sie wachsen und klingt außergewöhnlich.

Die Band Futile verscherbelt ihr Album 7 Nightmares im MP3-Format für lau und für zehn Euro als Gesamtkunstwerk. eMule-Freunde werden hier fündig.

Durchaus empfehlenswert.

Netzfundstücke
Warum die Spieleindustrie untergeht

Fefe hat vor zwei Wochen schon angemerkt, dass der Erfolg der „Piraterie“ wohl auch darauf begründet ist, dass man sich als Käufer legaler Inhalte mit Einschränkungen, minutenlangen Trailern, DRM und sonstigem Unfug herumschlagen muss. Im Internet macht gerade eine Visualisierung dieser Umstände die Runde:

Und da wundert sich noch jemand?

Netzfundstücke
Kurz verlinkt VIII: Weggetreten!

Weggetreten wird so mancher Unbescholtene bisweilen von Jugendlichen, und Wolfgang Röhl hat Verständnis dafür, dass Jens Jessen, Feuilleton-Verantwortlicher der Hamburger „Zeit“, laut Röhl der bekannt sensible Versteher ausgegrenzter junger Menschen, die manchmal gezwungen sind, ältere, mit ausgeprägter Rentnermentalität behaftete Personen ins Koma zu befördern, mit der Situation auch nicht ganz einverstanden sein dürfte:

Zwei Jugendliche trampelten [in einem Metrobus] den 19jährigen Marcel F. um ein Haar tot. Schnell kam heraus, dass die angeblichen „Täter“ vom „Opfer“ dreist provoziert worden waren. Hatte doch der 19jährige – innerlich wohl schon ein faschistoider Rentnertyp im Jessen´schen Sinn – die beiden aufgefordert, ihre nervenden Handyklingeltöne leiser zu stellen!

Er laberte sie einfach so an! Frühmorgens im Bus!

Die folgende Tracht Prügel mit anschließendem Schädel-Hirn-Trauma sowie Gelegenheit, die Intensivstation der Asklepios-Klinik in Altona kennen zu lernen, hatte sich der Jungspießer natürlich selbst zuzuschreiben.

Nicht allzu ironieresistente Zeitgenossen dürfen sich bei der Achse des Guten über den Rest der Analyse amüsieren. Wie wahr!

Apropos „wahr“, Abteilung „is‘ doch nich'“: Wer noch nicht völlig weggetreten ist, der könnte angesichts der ständigen Datenschutzprobleme mit dem Gedanken spielen, ebenfalls zu treten, und zwar aus den diversen sozialen Netzwerken. Unterstützung hierbei bietet, hihi, ausgerechnet eine Webseite, die unter anderem Anleitungen bietet, wie man sich einfach aus den Fängen des „Mitmachnetzes“ befreien kann; natürlich mit einem auffäligen Verweis oben rechts, der es erlaubt, den Link zu dieser Webseite mittels diverser sozialer Netzwerke zu verteilen.

Aber manche Ausstiegsbegründungen, die ebenfalls auf dieser Seite aufgelistet werden, sind wahrlich lesenswert:

Ferdi ist von Facebook am 17.02.2010 ausgestiegen, weil „weil mich meine ex freundin aus ihrer freundesliste gelöscht hat die dumme kuh!!! voll gemein :-(„

Wie gesagt: Hihi.

FotografieNetzfundstücke
geliebt

Schneewetter lädt zu Romantik ein, und die Frage, wieso eigentlich überall eine Kamera hängt, verliert an Bedeutung:

(via [via])

NerdkramsNetzfundstückePiratenpartei
Keine Identicons für Andrease!

Gerade schaute ich wieder einmal in den Ordner für abgelehnte Kommentare und Verweise von anderen Webseiten und fand so heraus, dass ich unter anderem mehrfach von Ulf Hundeiker erwähnt wurde, der in seinem Beitrag ein wenig über das Muttersöhnchentum von Bushido referiert. Dabei verweist er unter anderem auch auf das Pepilog, genauer: auf einen Artikel dort, der Sidos tatsächlichen Namen zum Thema hat. (Ein Sido ist, so weit ich das mitbekommen habe, so was wie Bushido, nur anders.)

In dessen Kommentarbereich (also dem Pepilog-Kommentarbereich, nicht dem von Sido), in dem sich die Freunde seltsamer Klänge battleten gegenseitig mit nicht unbedingt allzu freundlichen Namen bedachten, wird zur leichteren Unterscheidung der Nutzer die Technik der Identicons verwendet.

Ein Identicon ist, kurz gesagt, eine computergenerierte Grafik, die aus dem Hashwert (einer Art Quersumme) der eigenen IP-Adresse berechnet wird und somit jede IP-Adresse weltweit eindeutig darstellen kann. Eine ähnliche Technik verwendet auch die Netzpräsenz, in deren Rahmen dieser Text hier erscheint; die so genannten „Gravatare“, die im Kommentarbereich neben dem eigenen Namen erscheinen, sofern man die verwendete Mailadresse kostenfrei angemeldet hat, werden allerdings nicht dynamisch erzeugt, sondern können selbst eingestellt werden. (Dies auch, weil ich die möglichen Alternativen, unter anderem eben solche Identicons, nicht sonderlich hübscher als die weiße Silhouette vor grauem Hintergrund, die als Standard-Gravatar dient, finde.)

Genug des Exkurses. Ich besuchte also das Pepilog und schaute gedankenverloren in die Grafikspalte, weil die Kommentare nun wirklich nicht sonderlich erwähnenswert schienen, bewegte mich durch die Seite, bis mein Blick an etwas haften blieb, und stutzte ein wenig, schaute noch mal hin und musste grinsen:

Gern auch noch mal in groß:

Damit mich niemand falsch versteht: Ich kenne die Swastika durchaus auch ohne knallroten, diagonal durch sie gezogenen Strich, und ich bin wahrlich weit davon entfernt, jegliche Symbolik, die man revisionistisch verstehen könnte, auch so zu verstehen, aber ein wenig wunderlich mutet mir das schon an, dass mir da noch keine empörten Aufschreie irgendwelcher Zentralräte zu Ohren gekommen sind; zumal doch diese Identicons aufgrund des verwendeten Algorithmus‘, also tatsächlich zufällig und unbeabsichtigt, alle recht ähnlich aussehen:

Sollte jetzt irgendein Leser dieses Textes und Betrachter der eingebundenen Grafiken in Personalunion ernsthaft und ohne wie auch immer geartete Ironie entsprechende Maßnahmen gegen jegliche Internetpräsenzen erwägen, die Gebrauch von dieser Technik machen, so bitte ich um eine kurze Mitteilung. Eine solche Gelegenheit zu einer Gesichtspalme kann ich nicht ungenutzt verstreichen lassen.


(Im Piratenforum rollen übrigens sozusagen Köpfe, nachdem es kürzlich zu einigen unschönen Machtspielchen gekommen war. Die Parteiführung hat die Verantwortlichen, die noch nicht freiwillig zurückgetreten waren, ihres Sonderstatus‘ enthoben und somit erste Sanktionen verhängt. Es ist, fürchte ich, aber nur noch eine Frage der Zeit, bis auch diese durchaus begrüßenswerte Entwicklung jemandem begegnet, der ihretwegen Zeter und Mordio schreit. Dabei wäre die Energie, die in solchem Kinderkram steckt, anderswo wahrlich besser aufgehoben; andererseits: Wer sich mit solchen Kleinigkeiten aufhält, stört wenigstens nicht bei der Parteiarbeit.)

MusikNerdkramsNetzfundstücke
Google Buzz: Entschuldigung, kann ja mal passieren.

Aus aktuellem Anlass folgt noch einmal ein Beitrag zum Thema Google, ich bitte um Nachsicht. :-)

Google hat wieder einmal eine neue Nicht-Innovation zu bieten: Das soziale Netzwerk „Buzz“, das als Facebook-Alternative angepriesen wird und den ebenfalls umstrittenen E-Mail-Dienst GMail um „soziale“ Funktionen erweitert, ist das derzeitige „kommende Ding“ für mancherlei Personen, ungeachtet der Tatsache, dass Google selbst inzwischen öffentlich „schwere Patzer“ eingestand:

Googles direkt nach dem Start heftig kritisierter Social-Networking-Dienst Buzz wird umgebaut, zum dritten Mal innerhalb von vier Tagen. Vor allem die eingebauten Datenschutz-Lecks sollen offenbar gestopft werden – allerdings nicht alle. Der Buzz-Start ist ein Desaster.

Es ist wahrlich nicht so, dass diese Meldung sonderlich überraschend käme, es ist nur erschreckend, dass aus den wiederholten Datenschutzproblemen der Google-Dienste kein Google-Nutzer (erst mal anmelden, ist von Google, ob wir’s brauchen, sehen wir dann) seine Konsequenzen zieht, obgleich es wahrlich genug Alternativen zu jedem von Googles Diensten gibt, von denen keiner für auch nur annähernd schwer wiegende Bedenken bekannt ist.

Und wer ein wahrer Googlefreund ist, der verzeiht seinem Lieblingskonzern auch Aussagen wie diese:

Man habe „schnell erkannt, dass man nicht alles ganz richtig gemacht habe“, so Jackson, „das tut uns sehr leid“.

Google verstößt mit jedem neuen Dienst gegen fast jede mir bekannte Vorstellung von Datenschutz und Privatsphäre (hat eigentlich mal einer von euch die AGB von Google Wave gelesen, in denen sinngemäß steht, Google nehme sich das Recht heraus, jedes bei Google Wave erstellte Dokument beliebig zu modifizieren und zu veröffentlichen?), und statt mal etwas daran zu ändern, versichern sie lieber, wie Leid es ihnen tue. Unglaublich.

Man stelle sich vor, wie groß der Aufschrei wäre, würde Microsoft ähnlich verfahren; die Rufe nach Zerschlagung des Konzerns trieben unüberhörbar durch die Netze. Warum Google von einigen Journalisten und den meisten Nutzern einen Freischein für gänzlich unpiratige und somit benutzerunfreundliche Unternehmensprinzipien („Don’t be evil!“ ist natürlich auch eine Frage der Perspektive) bekommt, ist für mich unverständlich. Kann einer meiner geschätzten Leser mir da weiterhelfen?


Nachtrag von 22:22 Uhr: Mir ist gerade wieder eingefallen, woran mich „Buzz“ erinnert.

„The toys are us, and we don’t even know.“

NerdkramsNetzfundstücke
Knuddelt euren Entwickler!

Weil ich über den heutigen Aufmarsch links- und rechtsradikaler Staatsfeinde schon ausreichend geschrieben hatte und ich mich über das Thema Schweiz, das noch viel Zündstoff zu bieten scheint, auch schon genug echauffierte, bleibt auch der heutige Tag hier politikfrei.

Stattdessen eine prima Aktion, die ich als Valentinstagverächter durchaus gutheißen kann:

Die FSF Europa lädt dazu ein, den morgigen Valentinstag statt für Herzchen und Blumen dafür zu verwenden, dem Entwickler bevorzugter Gratisanwendungen ein Dankeschön und/oder eine Spende zukommen zu lassen oder ihn einfach mal zu umarmen.

Natürlich nicht, ohne vorher zu fragen:

  • Send them a message thanking them for their work
  • Buy your favourite project some chocolates
  • Hug a developer (ask permission first!)
  • Buy your favourite developer a drink
  • Send a book to your favourite contributor

Ich habe mein Soll in diesem Jahr schon erfüllt. Für alle, die es mir gleich tun möchten:
Ich nehme auch Umarmungen entgegen.

Ausnahmsweise.

In den NachrichtenNetzfundstücke
Medienkritik XXII: Anachronistische Klickstrecken

Und schon haben die Olympischen Spiele wieder ihre übliche Tragödie:

Die Spiele von Vancouver beginnen mit einer Tragödie. Kurz vor der Eröffnungsfeier ist der georgische Rodler Nodar Kumaritaschwili beim Training aus der Bahn geflogen – und an seinen Verletzungen gestorben.

All dies, versteht sich, garniert mit einer einträglichen Klickstrecke mit Fotoaufnahmen vom Unfallhergang; für die umfassende Berichterstattung natürlich dringend notwendig und nicht etwa bloßer Sensationsjournalismus, doch nicht beim SPIEGEL, nein!

Wo doch sonst schon alles so schön recherchiert wurde, so dass nicht einmal die diesen Text in seiner Gesamtheit noch eben kurz hingeschludert habenden Journalismuslehrlinge eine Diskrepanz bemerken konnten, zum Beispiel in den ersten Sätzen inkl. Überschrift; ich zitiere nochmals:

Unfall bei Olympischen Spielen

Die Spiele von Vancouver beginnen mit einer Tragödie. (Achtung, jetzt kommt’s:) Kurz vor der Eröffnungsfeier ist der georgische Rodler (…) an seinen Verletzungen gestorben.

Das dürfte ein neuer Rekord sein: Der erste „Olympia-Tote“, der schon tot war, bevor die Olympischen Spiele überhaupt begonnen haben! Na, wenn das mal keine Medaille gibt. Klar – „Im Vorfeld der olympischen Spiele schließlich tödlich Verletzter“ ist keine so schön kurze Überschrift. Korrektheit wird korrekt hintan gestellt, die wesentlichen Inhalte (Sportler, Olympia, tot) stehen ja drin.

Wohl wissend, dass er für Splatter- und Unfallbilder seinen Investigativjournalismus, wie üblich, ungeachtet dieses Textes mit zahlreichen neuen Besuchern rechnen dürfte, bleibt mir nur noch übrig, dem SPIEGEL ein nachhaltiges „Buuuuh!“ zuzurufen, wie es sich für schlechte Leistung gehört. Bitte nächstes Mal besser machen!


Ein wenig fröhlicher stimmt dieser auf Spreeblick.com entdeckte und für gut befundene Verweis:
David Sanchez erklärt das mit den Bienen und den Blumen ohne Bienen und Blumen, dafür mit Kugelschreibern. Zum Kugeln, sozusagen.

Mir wird geschlechtNetzfundstücke
Bushido und der Feminismus

Ich befürchte, mit meinem vorigen Text eine Grenze überschritten zu haben, die nun unabänderlich diese Internetpräsenz mit einem weithin sichtbaren Zeichen belegt hat. Unter anderem vermutlich geschuldet dem Umstand, dass ich mit dem verlinkten Weibe einen gehobenen Diskurs über Eiskauf führte, in dessen Verlauf ich tatsächlich das Wort „süüüüüüß“ (ich fasse es nicht!) zu lesen bekam, wurden auch umstrittene Feministinnen („Männerquoten sind sexistisch, keine Frauenquoten ebenfalls“) aufmerksam und beehrten mich mit ihrem Besuch. Natürlich macht es mir nichts aus, Interessenten zu gewinnen; ich habe nur ein bisschen Angst davor, wo und in welchem Kontext ich zukünftig zitiert werde. Au Backe.

Während ich also furchterfüllt den Ansturm zur Kenntnis nahm, verfolgte ich im IRC-Kanal der Piratenpartei eine Diskussion über A-cappella-Musik, die nebenbei die Kommerzialisierung etablierter Gruppen wie der Wise Guys zum Thema hatte, und entdeckte dort dieses Video dieser Combo, das ich insbesondere nach Genuss der Betrachterkommentare als ein durchaus amüsantes empfehlen möchte, wenngleich dieser Eindruck keinesfalls allgemein geteilt werden muss. Wer jedenfalls Nightwish und das Genre, dem sie angehören, – wie ich – nicht ausstehen kann, der möge sein besonderes Augenmerk auf die Instrumente und die Diskussionen zum Video legen. Herrlich!

Derart unterhalten pfiff ich mir abschließend Alice Schwarzers Abrechnung mit Bushido rein, der, so ist aus unerfindlichen Gründen auf musikerpedia.de zu lesen, zu sehen und zu hören, eine Einladung zu einem öffentlichen Gespräch mit ihr deshalb ausschlug, weil er befürchtete, sie würde niveaulose Fragen über seine Mutter stellen, was, so Bushido, den ich vor einer Weile noch für menschlich gar nicht mal allzu verkehrt hielt, völlig inakzeptabel sei. So was könne er keinesfalls gutheißen, und auf solcherlei plumpe Provokationen würde er schlicht und sinngemäß mit „f*ck dich, du Fotze“ reagieren. (Wortzensur erneut aus Gründen der Suchmaschinenidiotie, nicht aus vermeintlicher Pietät; wir sind ja hier zum Glück noch nicht in den moralisch verkorksten USA.)

Weil er es, so Bushido, schon immer so gemacht habe. Erklärt natürlich einiges.

NetzfundstückeSonstiges
Leser (innen und außen)

Da fiel mir doch beim gedankenlosen Herumklicken gerade mal wieder ein Weblog eines Mitglieds der Piratenpartei auf, das die Satzung der Partei, die sich unter anderem die längst fällige Abschaffung der Sonderstellung von Frauen auf die Segel geschrieben hat, offenbar noch nicht vollständig gelesen hat:

Die in der Piratenpartei Deutschland organisierten Mitglieder werden geschlechtsneutral als Piraten bezeichnet.

Und dann schauen wir mal in die Suchfunktion des Piratenweibes Weblogs (was schon ärgerlich genug klingt) und finden erst mal mehrere Seiten „Piratin“ und, au contraire, immerhin ein Ergebnis für „unpiratig“, und das hat es in sich, betont die Verfasserin doch dort, dass es wichtig sei, auf die „Außenwirkung“ seiner Wortwahl zu achten, wenn man Pirat ist.

Ich möchte der Piratendame hier keine bösen Absichten unterstellen, ich nehme auch an, dass sie diesen Text nicht zur Kenntnis nehmen wird, aber es ist doch schon erstaunlich, mit welchem Selbstverständnis manche Menschen einerseits (zu Recht) gegen die Grundprinzipien der Piratenpartei verstoßende Äußerungen kritisieren und dann aber andererseits aktiv gegen die Ziele der Partei handeln. Warum sollte man auch die eigene Sonderstellung aufheben wollen?

Aber diese für Frauen leider keinesfalls ungewöhnliche Haltung ist nicht der Grund für diesen Beitrag; vielmehr kam ich ursprünglich auf diesem Beitrag an, der das Vorhaben der CDU, die deutsche Sprache endlich im Grundgesetz zu verankern (was ich, anders als so manch andere Idee der CDU, ausdrücklich für gut befinde), ordentlich durch den Kakao zieht und dabei leider auf dem Niveau „Microsoft heißt, haha, Kleinweich“ bleibt.

Und dort verlinkt die überzeugte Frau auf die Seite, die eigentlich im Zentrum meiner Kritik stehen sollte. Diese Seite nennt sich „CeiberWeiber“, was auch immer ein Ceib sein mag, bietet eben diesem Artikel Speicherplatz und schmeißt auch sonst fröhlich mit Binnenmajuskeln um sich.

Dass es sich um ein „Frauen Onlinemagazin“ (nur echt mit Deppen Leerzeichen) handelt, mag anhand des URL schon erraten worden sein, und konsequent wäre es somit ohnehin, von ausschließlich Leserinnen auszugehen; aber was findet man, klickt man auf den Verweis zu dem Artikel, vor? LeserInnen! Und, als wäre das noch nicht wunderlich genug, wird es wiederholt; gleich dreimal ist von LeserInnen und immerhin einmal von TürkInnen die Rede.

Über die inhaltliche Bedeutung eines Binnen-Is (hat diejenigen, die solcherlei verwenden, eigentlich schon mal jemand gefragt, ob es ihre Intention war, den Frauen nur die Endung, den Männern aber die Bedeutung eines Wortes zu überlassen?) wurde anderswo schon ausreichend geschrieben, das möchte ich – ich bin ja nicht ALF! – nicht immer wieder nur wiederkäuen, aber mir kam beim Lesen plötzlich die Frage in den Sinn, wie man es eigentlich „korrekt“ verwendet.

Ein einfaches Beispiel: Zwei Männer und eine Frau betreten in beliebiger Reihenfolge eine Eisdiele. Handelt es sich nun im Falle eines gemeinschaftlichen Eiserwerbs um Eiskäufer, um Eiskäuferinnen oder um EiskäuferInnen? Gemäß der allgemeinen Verwendung wäre letzterer Fall zutreffend, es handelt sich also um eine Gruppe von Eiskäufern, in denen mindestens ein Mitglied männlichen Geschlechts ist. Die Endung „-innen“ ist aber ein Indikator für die Pluralform, zwei Exemplare eines Eiskäufers sind und bleiben Eiskäufer ohne Suffix, es muss also mehr als nur einen weiblichen Eiskäufer in der Gruppe geben. Wäre also „EiskäuferIn“ korrekt – zwei Eiskäufer und eine Eiskäuferin?

Hilfe!

Nachtrag: Lieben Dank an das Weib, allein aus dem Betreten folgt noch kein Kauf. Logikfehler hiermit beseitigt.