Ich neige ja (auch, wenn es mich angesichts der momentan zahlreichen Linuxreklameartikel sehr, aber bisher immerhin zufriedenstellend unterdrückbar in den Fingern juckt, mal wieder ein paar Silben zu vernünftigen Alternativen zu verlieren) nicht dazu, anderen Leuten ungefragt Programme, die ich nutze, als Empfehlung in den Posteingang zu spülen, daher halte ich meinen momentanen Frühjahrsputz auf dem Desktop bewusst vage: Mir ist aufgefallen, dass mein seit bald dreißig Jahren mit großer Freude ausgeübtes Hobby „Dateimanager ausprobieren“ inzwischen an einem Punkt angelangt ist, an dem ich mit der absoluten Grundmenge an Funktionen eigentlich völlig zufrieden bin. (Das, was Apple und Microsoft einem als „Grundmenge an Funktionen“ verkaufen wollen und eigentlich „Grundmenge an grafischem Schnickschnack“ heißen sollte, ist allerdings eine Frechheit.) Wenn sich jetzt noch herausstellt, dass ich eigentlich gar keinen komplizierten Texteditor bräuchte, gerate ich in eine ernstzunehmende Lebenskrise, fürchte ich.
Messerverbotszonen laufen gut so weit. (via)
Was passiert eigentlich, wenn in den Vereinigten Staaten von Amerika jemand einen Menschen in der Bahn umbringt? Richtig: Es gibt mehr Fahrkartenkontrollen.
Die sonderbar scheinende Regelmäßigkeit, mit der Parteien nach einer Wahl genau das Gegenteil von dem machen, was ihre Wähler von ihnen infolge launiger Wahlkampfsprüche erwartet haben und es spätestens übernächstes Mal dann doch wieder versuchen, lässt sich offenbar, mit Blick in die sozialen Medien während der entsprechenden Vorkommnisse in Nordrhein-Westfalen, mittlerweile wohl nur noch mit einer geradezu pawlowschen Konditionierung dieser Wähler erklären: Zwar ist das parlamentarische System als solches eine dornige Chance, soweit es die Mitbestimmung des Bürgers betrifft, aber das auch nur vorsichtig anklingen zu lassen katapultiert den solches Sprechenden stante pede aus dem Diskurs, der insofern keiner ist. Das notwendige Übel ist nun mal noch immer ein Übel und das geringste ist es nicht minder.
Über den sozialen Stand entscheidet in Gesprächskreisen im Digitalen nicht Herkunft und auch nicht Rückgrat, sondern die persönliche Vereinsmeierei. Wer seinen Teller nicht aufisst, der wird am Folgetag beregnet, und wer falsch wählt, der bekommt die Schuld. Wer jedoch nicht falsch gewählt hat, der erhält seinen Ablass der Schuld an dem, was die da oben treiben, bis zur nächsten Wahl. Die Frage, warum man selbst unbedingt unten sein möchte und überhaupt an der behaupteten demokratischen Notwendigkeit der Existenz von oben und unten festhält, verbietet sich natürlich. Deutschland ist ein Land der Innovationen, und Innovativeres als staatstragende vermeintlich Linke, weil grundsätzliche (nicht zwingend parteipolitische) Opposition nur der Opposition hülfe, sah ich selten.
Wenn schon Partei, dann wenigstens eine mit Charme. So hielt ich es stets und so empfehle ich es weiter. Das aber wäre erst der zweite Schritt, der erste ist das Weshalb.
Eine Firma mit dem im vorliegenden Kontext ausgesprochen unterhaltsamen Namen Anthropic habe wie einst Google, berichtet „Ars Technica“, einige Millionen gedruckte Bücher zwecks „Trainings“ irgendwelcher neuronaler Netzwerke eingescannt und dann vernichtet. Ich kommentiere das nicht, ich gebe die Information nur weiter. (via)
Annette Walter, „Jahrgang 1978, (…) interessiert sich besonders für britische Popkultur“, denn denke ich an Feminismus, dann denke ich an britische Popkultur, finde Craftbier nicht gut, trinke aber „natürlich“ Bier, teilt sie dem wehrlosen „Deutschlandfunk“ mit (Archivversion), und zwar aus emanzipatorischen Gründen, weil das Patriarchat das nicht so wolle. Als Teil des Patriarchats qua Geburt möchte ich an dieser Stelle verkünden, dass ich Frauen, die gar kein Bier trinken, wesentlich einfacher zu respektieren imstande bin als Frauen, die sich einen anlöten, um es den Männern mal so richtig zu zeigen. Ich hoffe, mit dieser Bekanntgabe ernstliche gesundheitliche Schäden von mancher Frau fernhalten zu können. Da nicht für. (via)
(Unter „Mehr zum Thema“ ist das Bild eines Induktionskochfeldes beziehungsweise dessen Bedienelements zu sehen. Das ist witzig.)





Linux befindet sich im Moment in einer Umbruchphase. Ich würde da nicht jedem ein aktuelles Linux ans Herz legen. Gerade die Kommentare unterm TAZ-Artikel finde ich daher haarsträubend. Oma Erna hat meist einen Laptop mit Intel / Nvidia Komponenten. Das macht sich „hervorragend“ bei KDE / Plasma, dass fast alle aktuellen Distris per Default installieren. Oma Erna hat meist auch kein Lust sich mit dem Betriebssystem zu befassen. Opa Paul schon. Der möchte aber auf sein Video deluxe 2014 für den Videoschnitt nicht verzichten. Das sind schon mittelgroße Supportfälle die da auflaufen. Ich möchte dann gerne sehen, wie Opa Paul mittels Proton, Lutris und Wine seine Schnittsoftware inkl. den angestrebten Videoformaten (iO) und additiv gewünschtem 3D zum Laufen bringt. Ich wünsche viel Erfolg!
Ich habe jetzt gut 9 Monate mit unterschiedlichen Linuxdistros verbracht, die beim Thema Sound, trotz Class Compliant Hardware alle abgeraucht sind. Meist aufgrund von Nvidia- und Intel-Unverträglichkeiten. Die meisten Probleme davon verursachte Plasma/KDE.
Darauf muss man aber auch erstmal kommen. Ich möchte auch gar nicht wissen, was Oma Ernas HP ‑Netzwerkdrucker da sagt oder die gerade von Temu bestellten BT-Kopfhörer. Ich wünsch den End-10-Workaholix jedenfalls viel Geduld und Spucke. Die werden sie brauchen, denn die Kunden haben sie noch ein paar Jahre an der Backe.
Und dann sollte man auch noch über versteckte Kosten reden. Die meisten DE schicken gerade ihre Bettelagenten über den Schirm. Nix dagegen, dass man auch spendet, wen man etwas langfristig nutzt. Die Auswahl zwischen 50 oder 100 € pro Monat als schwer kündbares, inkassofähiges Abomodell ist aber nicht nur eine Frechheit, sondern eine Gemeinheit. Gerade auch, weil das eingesetze Betriebssystem davon nichts sieht. Du zahlst das nur für das Framework. Macht bei 24 Monaten 2400 Tacken nur dafür, dass Du es „hübsch“ gemacht bekommst. Jetzt schauen wir noch mal, was ein ein Billig-PC mit MS Foxslizenz so kostet. Hm.
Und ob Opa Paul damit glücklich wird, für jede Aktion seine Passwörter einhämmern zu müssen, nachdem er seine Kladde mit den PW-Einträgen endlich wieder herausgekramt hat, wage ich auch zu bezweifeln.
Da gibt es offenbar noch viel zu tun.
Vielleicht wäre es ja doch mal wieder Zeit für ein ganz neues OS. Was das nur wieder kostet.
NRW ist Stammwählerland. War so, ist so und wird es bis zum endgültigen Krieg auch bleiben.
„In den kreisangehörigen Großstädten erreichte die CDU 48,3 Prozent, die SPD 37,0 Prozent, die Grünen 8,2 Prozent und die FDP 6,5 Prozent.
In den Kreisen lag die CDU mit 43,7 Prozent knapp vor der SPD mit 41,5 Prozent, die Grünen erhielten 7,7 Prozent und die FDP 5,8 Prozent.
In Düsseldorf erreichte die CDU 40,0 Prozent, die SPD 42,6 Prozent, die Grünen 8,4 Prozent und die FDP 4,2 Prozent.
Die Wahlbeteiligung lag bei 65,6 Prozent, was das bisher schwächste Ergebnis war.
In mehreren Städten stimmten Freidemokraten nach der Wahl gemeinsam mit SPD und Grünen bei Bürgermeisterwahlen ab, was gegen die Anweisung des FDP-Vorsitzenden Jürgen Möllemann verstieß.“
Das war 1989. Die Kommunalwahl in NRW. Kurz vor dem Mauerfall.
Plan 9 wollten die Leute ja damals nicht. Das war ihnen zu neu. Selber schuld.
Ich höre dummer Weise das erste Mal davon. Schade, dass offenbar gute Neuentwicklungen immer noch abgebügelt werden.
Bei Interesse mal 9front googeln, ist besser als es aussieht. So hätte Unix damals aussehen können, aber nein, die Leute wollen ja bis heute lieber Zeilendrucker emulieren und nennen das dann „effizienter“.
Zu den Wahlkampfsprüchen hab ich gerade was passendes / gedankenanregendes auf Xitter gelesen, geschrieben von einem Franzosen, der in Malaysia lebt (vorher u.a. lange in China). Sein eigentliches Thema ist Narrativ vs Realität, für mich ist es die Methode, wie man „die da oben“ aussucht:
(…) Chinese people find the US-style selection of president so foreign. „You mean you select someone based on what they SAY? But they’ll say anything to get elected“ is basically the view. To the Chinese, a meritocratic system whereby those who have demonstrated an ability to get things done during years get progressively promoted makes way more sense.
Auf Nitter ohne X‑Account lesbar: https://nitter.net/RnaudBertrand/status/1971824173686378626#m