Es ist Montag. Da guckt ihr, ne? Man reiche mir ein Frühstück und einen Pandabären, ich möchte die Woche beginnen!
Die vergangene Woche verlief eher mäßig gut, sowohl beruflich als auch privat (man ist ja doch öfter einem normalen Menschen nicht ganz unähnlich als man’s erhofft); aber genug von mir, gucken wir in die Nachrichten rein: In Hamburg kann man neuerdings beim Biertrinken aus der Kneipe heraus zugucken, wie draußen trinkende Jugendliche weggeräumt werden. Hätte Hamburg eine Protestkultur, wäre das jetzt interessant, aber es ist ja Pandemie, da passiert nicht viel. Hamburg ist in sehr vieler Hinsicht das Antiberlin, auch ästhetisch, versteht sich. — Nicht weit von Hamburg, an der Nordsee, nehmen Windräder jetzt einander den Wind weg. Ich möchte ja wirklich nicht ständig wieder mit dem leidigen Thema Kernenergie anfangen, aber Kernenergie macht so was nicht.
Gute Frage vom “Postillon”: Ist der Staatstrojaner eigentlich DSGVO-konform? Die cloud ist es jedenfalls meist nicht, allerdings hat sich auch völlig überraschend herausgestellt, dass man, verzichtet man völlig auf Lastverteilungsesoterik, mitunter deutlich zuverlässigere Internetdienste erhält. Was war noch mal die Aufgabe von CDNs — die Nichtverfügbarkeit sicherzustellen? — Apropos technische Lösungen für nicht aufgetretene Probleme: Eine Komponente von systemd, die unter “modernen” (lies: unbrauchbaren) Linuxdistributionen dafür sorgen soll, dass nicht jeder einfach alles mit dem System anstellen kann, hatte sieben Jahre lang einen Fehler, der zur Folge hatte, dass jeder einfach alles mit dem System anstellen konnte. Als Vorteil von open source wird mir gelegentlich genannt, dass Sicherheitslücken schnell gefunden und behoben werden können. Ich hege leise Zweifel.
Wir bleiben beim Thema Religion: Ein früherer Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (der Zentralrat der Fliesentischbesitzer ist empört!) hat festgestellt, dass für Kinder schändende Amtsträger in der katholischen Kirche zweifellos alle Mitglieder der Kirche verantwortlich seien. Ich begrüße diesen Vorstoß, er eröffnet ganz neue Möglichkeiten für die taktische Kritik an Menschen, die auch 2021 immer noch freiwillig Kirchensteuern zahlen. 2021 zahlen Bundesbürger — Mitglied oder nicht — übrigens im Schnitt als Strafe dafür, Bundesbürger zu sein, 6,99 Euro pro Kopf an die “christlichen” Kirchen, weil § 140 GG von keiner hinreichend starken Partei für umsetzungswert befunden wird. (Falls hier eine hinreichend starke Partei mitlesen sollte, bitte ich um Befassung mit diesem Problem, verstehe aber nicht, warum hier überhaupt noch jemand mitliest. So unterhaltsam ist das Thema doch nun wirklich nicht.) — Andere Religionen, andere Sitten: Am kommenden Wochenende ist Sommersonnenwende, und während religiöses Schächten in Deutschland toleriert wird, so lange man das Tier hinterher aufisst, sind Tier- und Menschenopfer ohne anschließendes Verspeisen derzeit nicht gern gesehen. Das Verständnis von Religionsfreiheit seitens des Gesetzgebers findet in erschreckend engem Rahmen statt. Ich prangere das an.
Erfreulich: Laut dem “Ruhr-Nachrichten”-Verleger ist Gedrucktes im Zeitungswesen bald Geschichte. Erst noch in der Zukunft hingegen ist das Album “Odyssées” von Lotus Titan (Franzosen, natürlich) zu finden, das zwar auf Bandcamp.com bereits herumliegt, in physikalischer Form aber erst im Dezember 2021 erscheinen soll.
Ich freue mich schon darauf.
Guten Morgen.



Senfecke:
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