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Fehl­far­ben – Herbstwind

Wäh­rend die deut­sche Medi­en­land­schaft ein wei­te­res Mal unter Beweis stellt, dass sie zu blö­de ist, das sub­stanz­lo­se Gebrüll einer femi­ni­sti­schen Min­der­heit in der Pira­ten­par­tei von der an sich lobens­wer­ten Poli­tik zu unter­schei­den, für die die­se Par­tei steht, dreht die Welt sich wei­ter – schwupps! ist schon wie­der Montag.

Für die dies­wö­chi­ge Mon­tags­mu­sik muss ich ver­mut­lich erst ein­mal etwas erklä­ren, näm­lich, war­um ich, anders als sonst, kei­nen You­Tube-Link set­ze. Die Ant­wort ist banal: Das heu­te anzu­prei­sen­de Stück Musik ist dort zur­zeit nicht ver­füg­bar (oder ich suche nur falsch). Ich habe tat­säch­lich lan­ge mit mir gerun­gen, ob ich statt­des­sen musicmp3, ein offi­zi­ell rus­si­sches Strea­ming­por­tal (hier auf­grund unkla­rer recht­li­cher Situa­ti­on nicht ver­linkt), als Quel­le ange­ben soll­te, wo das dies­wö­chi­ge Mon­tags­stück natür­lich zu fin­den ist, aber in die­sen Tagen weiß man ja nie so genau, wel­che Bran­chen die flo­rie­ren­de Abmahn­wirt­schaft gera­de beackert.

Statt­des­sen: Spo­ti­fy oder Groo­veshark. Eines die­ser Ent­eig­nungs­por­ta­le. Bei­de haben das gesuch­te Stück. War­um es gera­de die­ses sein muss? Muss es wahr­schein­lich nicht – aber, und da bin ich als jemand, dem Tex­te bekannt­lich nicht ganz unwich­tig sind, ich hal­te die­ses Stück für eines der text­lich groß­ar­tig­sten, die eine deutsch­spra­chig musi­zie­ren­de Musik­grup­pe in die­sem Jahr­tau­send bis­lang zustan­de gebracht hat. Peter Hein sei zu prei­sen für die­se Zeilen.

Die Fehl­far­ben, vor über drei­ßig Jah­ren mit „Mon­ar­chie und All­tag” und ins­be­son­de­re Lie­dern wie „Ein Jahr (es geht vor­an)” („Kei­ne Atem­pau­se / Geschich­te wird gemacht / es geht vor­an”, kenn­ta) Vor­rei­ter des deutsch­spra­chi­gen Post­punk, der Neu­en Deut­schen Wel­le und sicher noch so aller­lei Musik, waren trotz gele­gent­li­chen Tief­gangs nur sel­ten so bril­lant wie auf „Xeno­pho­nie”. Noch so ein Album, das ich 2012 recht­zei­tig zu hören ver­ges­sen habe. „Herbst­wind”, ein schwer­mü­ti­ger und syn­the­sizer­la­sti­ger Fast­zehn­mi­nü­ter, ist der krö­nen­de Abschluss und ein, min­de­stens, ver­damm­tes Meisterwerk.

Labt euch dar­an. Auf Spo­ti­fy oder auf Groo­veshark oder auf einem die­ser Por­ta­le, die man in eurer Lieb­lings­such­ma­schi­ne halt so fin­det. Ver­gesst das gest­ri­ge unsäg­li­che TV-„Duell”. Gera­tet trotz­dem in Schwer­mut. Hört den Text. Ver­steht den Text. Macht das Beste daraus.

Guten Mor­gen.