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Die Wirbelsäule fegen – warum?

Eins dieser Sprachwirrnisse, die mich immer wieder zu amüsieren vermögen, ist die konsequente Gleichsetzung von jmdm. etw. zukehren, -wenden mit jmdm. etw. kehren. Wenn ich, zum Beispiel, den Nachbarn den Gehweg kehre, dann meist, weil es geschneit hat. Manchmal kehre ich auch Dinge unter den Teppich oder schlicht um. Wonach mir allerdings auch noch nicht der Sinn stand, ist es, mit einem Kehrgerät anderen natürlichen oder juristischen Personen den Körper reinigend zu traktieren; um so erstaunlicher erscheint dies angesichts des Umstandes, dass es zu den normalen Tätigkeit mancher Menschen zu gehören scheint, anderen Menschen den Rücken zu kehren.

Das kann unmöglich auf Dauer gut für den Rücken sein; aber es schafft zusätzliche Arbeitsplätze im Bereich des Kehrwesens und andererseits, gleichsam als Ausgleich, des Kraftsports:

Der Bundesgerichtshof stärkt Anlegern den Rücken: (…).

Ha ha. Na ja.


„Ha ha“ mit einem „uff“ ist zudem dies:
Da bringt also ein Vater seine Tochter um, weil sie es wagt, mit einem Jugendlichen anzubandeln, was, versteht sich, eine furchtbare Tragödie ist; so weit, so wunderlich. Das Schlusswort des Vaters während der Gerichtsverhandlung hat mich allerdings noch mehr überrascht:

In seinem Schlusswort sagte der Angeklagte: „Ich habe sie getötet, um sie zu schützen.“ Er habe Angst gehabt, dass Büsra entführt werden oder ihr sonst etwas zustoßen könne.

Klar, der Bengel hat vermutlich weniger Interesse an ihr, wenn sie tot ist. Sie sollte froh sein, dass man sich so um sie sorgt!


Sonderlich intelligent wirken auch die Versuche von Drehbuchschreibern, aus nichtigem Anlass moderne Technik in ihre Handlung einzuweben, nicht immer; so wurde bspw. gestern auf RTL eine Folge der Serie Law & Order ausgestrahlt, in der unter anderem ein Blogger gespielt wurde, der eine Liste aller Kommentatoren mit ihrer jeweiligen, aufgemerkt, Loginadresse führt.

Nicht online: Mit einem Stift. In einem Buch.
So richtig analog.

Nur so als klischeehafte Frage: Wie hoch wären meine Chancen, wenn ich vermutete, der Drehbuchschreiber ist ein Konservativer über 40 Jahren, richtig zu liegen?

(Heute in’ner Uni übrigens per Zufall bemerkt: Wer wegen der Entwicklung künstlicher Intelligenz bereits jetzt Angst um seine Zukunft hat, möge sich einmal mit Cpt. Kirk unterhalten. Tipp für Gourmets: Mit Ton ist es noch eindrucksvoller.)

Senfecke:

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