Und weil ich gerade so schön in Fahrt bin und die Schreiberlinge auf SPIEGEL Online offensichtlich auch gerade wieder ihren Thesaurus verlegt haben:
Schreckliche Tragödie im Saarland: Ein 16 Jahre altes Mädchen soll sein Baby nach der Geburt im Schnee ausgesetzt und dessen Tod in Kauf genommen haben.
Merke: Wenn ein Kind (oder eine Frau) eines nicht natürlichen Todes stirbt, ist das immer eine Tragödie — also, man beachte die Definition, ein unausweichliches Schicksal -; eine schreckliche zumal, sofern das Kind ausreichend jung ist, und sonst eben nur eine ganz normale. All diese Adjektivisierung, weil Totschlag eben noch nicht genügt, um die durch Kriminalfilme, “Psychothriller”, KriegsFriedenseinsatzberichterstattungen et al. längst emotional abgeflachten Leser zu Gemütsregungen zu bewegen. Man will ja auch noch was verdienen als Journalist.
Widerlich ist das.
(Schönes Zitat von Roger Willemsen zur politischen Berichterstattung ohnehin: Die Berichterstattung simuliert, es sei wichtig zu wissen, wie die Wahl eines stellvertretenden DGB-Vorsitzenden ausfällt oder wie sich bestimmte Koalitionäre untereinander verstehen. Das ist Soap-Opera mit veränderten Mitteln. Wie wahr.)

Schreib’ doch bitte mal wieder was Witziges. Du bist in letzter Zeit so negativ. Was ist los? Fährst Du nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln?
Nee … habe noch Semesterferien.
Das ist lediglich vorlesungsfreie Zeit und heißt gar nichts
Doch, dass ich nicht mehr täglich aus dem Haus gehe.
Genieße das Leben…ich haue mich hin. Bis bald!
Ich geb mir Mühe.
Bis bald.