In den NachrichtenPiratenpartei
Ase­xu­el­le Schlüpf­rig­kei­ten

Heu­te früh berich­te­te SPIEGEL Online erneut über irgend­was mit Olym­pia, und dies­mal hat­te es nicht ein­mal all­zu viel mit Sport als sol­chem zu tun:

Sport­lich, blond und halb­nackt zeigt sich die erfolg­rei­che US-Snow­boar­de­rin Han­nah Teter der­zeit in einem Sport­ma­ga­zin. Weil das nicht jedem gefällt, muss sie sich mit har­scher Kri­tik aus­ein­an­der­set­zen. Und wehrt sich.

„Har­sche Kri­tik“ kann ich ja ver­ste­hen, son­der­lich hübsch ist die Frau, wie ich mei­ne, nicht mal nicht­nackt. Die „Sit­ten­wäch­ter“ des Staa­ten­bun­des, in dem stän­dig irgend­wel­che Leu­te, die irgend­wer, der gera­de eine Waf­fe griff­be­reit hat­te, nicht beson­ders lei­den kann, über den Hau­fen geschos­sen wer­den, haben viel­mehr ein Pro­blem damit, dass Frau Teter oben­rum auch mal unbe­klei­det da sitzt, völ­lig unab­hän­gig davon, ob man die frag­li­chen Kör­per­tei­le über­haupt zu Gesicht bekommt oder eben nicht. Kein Wun­der, dass katho­li­sche Geist­li­che bei all der Hyper­se­xua­li­sie­rung durch Frau­en in Bade­klei­dung Lust auf Kna­ben­sex ver­spü­ren!

Unge­ach­tet der Tat­sa­che, dass Frau Teter mei­nes Erach­tens Recht hat, wenn sie die lächer­li­che Prü­de­rie in den USA beklagt, gehe ich doch zumin­dest nicht mit einer ihrer Reak­tio­nen kon­form:

„Die Bil­der sind ein biss­chen schlüpf­rig, aber abso­lut nicht sexu­ell“, sag­te die Ath­le­tin und beton­te: „Man soll­te dar­aus kein Dra­ma machen. Die Natur­völ­ker lau­fen in eini­gen Län­dern stän­dig nackt her­um, und kei­ner denkt an Sexua­li­tät. (…)“

Nun, auf kei­nem der Bil­der ist tat­säch­lich Nackt­heit zu sehen, es wird viel­mehr damit koket­tiert. „Wür­de ich mich auch nur um weni­ge Zen­ti­me­ter bewe­gen, könn­tet ihr unge­hin­dert auf mei­ne Brü­ste star­ren“, scheint ihr Mie­nen­spiel aus­drücken zu wol­len, und so weiß sie sehr wohl um die Sexua­li­tät, die in der­lei Auf­nah­men mit­schwingt. War­um sonst nahm sie nicht ein­fach die Hän­de bei­sei­te? – Den letz­ten Satz bit­te ich nach dem Lesen aus dem Gedächt­nis zu strei­chen.

Gestri­chen wird end­lich auch bei der Bahn, und der Pin­sel wird an den über­flüs­si­gen Angli­zis­men ange­setzt:

So wür­den Hand­zet­tel oder Bro­schü­ren nicht mehr als „Fly­er“ bezeich­net, Schal­ter nicht mehr als „Coun­ter“ und her­aus­ra­gen­de Lei­stungs­aspek­te nicht mehr als „High­lights“. Aus „Hot­lines“ sei­en „Ser­vice-Num­mern“ gewor­den.

Wegen „Ser­vice“ möch­te ich da jetzt auch kei­nen Auf­stand mehr anzet­teln, aber, ganz ehr­lich, aus­ru­fen:

Dan­ke, Bahn! :)

(Apro­pos Pira­ten­fo­rum noch mal: Der umstrit­te­ne Admi­ni­stra­tor „arvid“ ist vor­erst von sei­nem Amt zurück­ge­tre­ten, eine Stel­lung­nah­me der AG Forum wie der Bun­des-IT ist ab heu­te Abend zu erwar­ten; auch, wenn ich es als eher unwahr­schein­lich auf­neh­me, dass sel­bi­ge auch von denen gele­sen wer­den wird, die min­de­stens den Unter­gang der Pira­ten­par­tei anhand der Que­re­len bezüg­lich des Forums pro­phe­zei­ten, da doch selbst die Fest­stel­lung, dass da was nicht ganz sau­ber abge­lau­fen ist, für Spott taug­te.)

Nach­trag: Herr Sei­pen­busch höchst­per­sön­lich hat sich zu Wort gemel­det.
Nach­trag II: Auch die AG Forum gab nun die Stel­lung­nah­me ab.