Kurze Durchsage für Musikfreunde (außerhalb Ägyptens, versteht sich):
Unter Freunden erwähne ich mitunter, dass ich an ein gutes Musikalbum in der Regel positivere Erinnerungen hege als an körperliche Freuden. Meine oft folgende Erklärung, warum ich Musikfaschist bin, brachte mir vielfach fragende Blicke ein.
Bevor ich mir nun also eine weitere Erklärung abringe, um meine Erklärung zu erklären, überlasse ich das Feld lieber den Profis:
Scientists have found that the pleasurable experience of listening to music releases dopamine, a neurotransmitter in the brain important for more tangible pleasures associated with rewards such as food, drugs and sex.
Auf gut Deutsch in Kürze zusammengefasst bedeutet das, dass der Genuss eines guten Musikalbums — die Betonung ist hier auf “gut” zu setzen, denn ein schlechtes Musikalbum verursacht schlimmstenfalls Würgereize — nicht nur ähnliche (aber in der Regel länger anhaltende) Glücksgefühle auslöst wie Geschlechtsverkehr und/oder Ecstasy, sondern die gleichen. Die Konsequenz ist klar: Statt sich Chemikalien aus dubiosen Quellen reinzupfeifen und anschließend mit einem Partner intim zu werden, der nach dem Aufwachen irgendwie ganz anders aussieht, als man ihn in Erinnerung hatte, kann man seine Nerven auch schonen, indem man sich stattdessen daran erinnert, dass auch der Geist sich nach stetiger Befriedigung sehnt. Man muss ja nicht gleich zu einem Album greifen, das “Dopamin” oder “Ecstasy” heißt. Einige Anregungen finden treue Leser hin und wieder auch hier.
(Hierzu ein Aufruf in eigener Sache: Um zu verhindern, dass mir wieder essenziell grandiose Musikalben entgehen, nehme ich via Kommentarfunktion schon jetzt Vorschläge für die Jahresrückschauen 06/2011 und 12/2011 entgegen. Irgendwas, was dringend mal rezensiert gehört? Immer heran mit den Ideen!)
Apropos Ägypten: Das Volk will nicht spuren? Drehen wir ihm doch mal das Internet ab, das wird die Revolution verhindern!!1!! Da hilft auch kein Notfallknopf mehr.



