(Unlängst ließ ich mich über die Einfallslosigkeit gegenwärtiger Musikkopisten aus. Es folgt ein weiterer Aspekt, den ich, wie üblich, total übertreibe.)
Im Übrigen meine ich, dass Künstler, die die Silbe “yeah” ein einem Lied mehrfach zur bloßen Überbrückung von Vokalpausen und nicht etwa als gestalterisches Mittel (Die Ärzte: “Himmelblau”; Van der Graaf Generator: “Killer”; J.B.O.: “Ka Alda, ka G’schrei”) einsetzen, aus den Titellisten zeitgenössischer Radiosender verbannt und dazu angehalten werden sollten, die Erlöse aus dem Verkauf der mit diesen Liedern bespielten Tonträger wohltätigen Zwecken zuzuführen, damit diese Marotte ein Ende findet.
“Sagt ‘yeah yeah yeah’ ” intonieren die Fantastischen Vier auf dem Album “Viel” und konterkarieren damit eine Kultur, deren Teil sie sind, womöglich nur zufällig. Seit die völlig überbewerteten Beatles ihrerzeit, frei nach Dieter Bohlen, sich mit dreimal yeah in den Hitparaden platzierten, hat sich diese per se inhaltsleere Silbe — man übersetze bei Unglauben einmal spaßeshalber jedes “Yeah!” durch ein “Ja!”, um festzustellen, dass von seiner bejahenden Bedeutung nur mehr wenig übrig geblieben ist — auch im deutschsprachigen Raum breit gemacht, vorläufig gipfelnd in dem Mem “… und alle so: Yeeaah!” (wir erinnern uns).
(Offensichtliche Persiflagen seien einmal außen vor gelassen; etwa “Tanzt das Brot”: “Hey, yeah — hey, hey, hey, yeah! Alle zusammen: Tanzt das Brot!”)
Ein Beispiel: Wie ich mehrfach erwähnte, habe ich unter anderem eine jüngere Schwester. Zu den Fernsehserien, die ich somit mitunter zu konsumieren nicht umhin komme, zählt “Hannah Montana”. Hierbei handelt es sich um eine Pseudodokumentation über das Leben von Miley Cyrus, deren Szenen von “Hör mal, wer da hämmert”-Gedächtnis-Lachern vom Band untermalt werden, damit der Zuschauer weiß: Ah, gerade war wohl etwas amüsant. Der Übergang zwischen den Szenen nun gestaltet sich insofern, als er von verschiedenen Klangeinspielungen seitens Miley Cyrus untermalt wird, oft etwa nur “yeahyeah”, die so auch ihre Lieder bestimmen.
Wir erinnern uns mit Grausen an Basis (“ich liebe mich, yeah, uh”) und vor allem auch Scooter (“yeah yeah yeah yeah yeah yeah yeah”). Ich würde jetzt nicht so weit gehen, von Kulturverfall zu sprechen, denn mit Kultur hat dieses anspruchslose Wortgezappel nicht viel zu tun; aber schade ist es doch schon.
(Schon gewusst? Wer Flattr benutzt, solidarisiere sich mit Faschisten, “schreibt” der olle Linksfascho Christian Sickendieck in seiner jüngsten “Satire”, verbittet sich wie üblich jeden kritischen Kommentar und “belegt”, dass unter anderem Spreeblick, Netzpolitik.org und die linke “taz” übelste Nazimedien sind. Gut zu wissen.)


Hör mal wer da hämmert in Zusammenhang bringen mit Hannah Montana?
Das glaube ich nicht, Tux!
Vergleich doch mal die Sitcom-Elemente!
Wer hätte gedacht, dass sich Walter Ulbricht schon zu seiner Zeit mit diesem Thema beschäftigt hat.
http://www.youtube.com/watch?v=tberaaHLTPE
..ob der auch Nazi war?