Es ist Montag, ein guter Tag für so genannte Berichterstattung. Es war eine blöde Idee, diese Leute ins Internet einzuladen. Sie verstehen nicht, was hier geschieht, aber sie schreiben sicherheitshalber schon mal was auf. Do you, Mr. Jones?
Ich habe vorgestern, beim Schlendern zwischen zwei Angeboten auf der Open Whisky in ausgerechnet Hannover, fassungslos festgestellt, dass ich dieses Jahr noch auf mindestens drei Whiskymessen sein zu wollen angekündigt habe. Ich meine, es gibt ja wirklich sehr leckere Sachen dort („lecker“ ist eines dieser Adjektive, die man wieder sagen darf, nachdem das Jahrzehnt des Überangebots an „leckeren“ Dingen in der Werbung nun eine Weile zurückliegt), aber es ist demotivierend, jedes Mal eine Auswahl treffen zu müssen, weil Zeit und Geld eben auch nie für alles reichen, was den eigenen Geschmack vielleicht treffen könnte oder wenigstens den Horizont erweitert. Manchmal beneide ich Menschen, die sich um Aromenvielfalt nicht scheren und nur die Druckbetankung anstreben. Sie haben es so leicht.
Krieg ist Feminismus! (Abonnementgedöns, auch mit Schrankenumgeher, aber der Einleitungstext reicht völlig.) Irgendwelche Männerrechtsblogger verschwinden folgerichtig in den Schützengräben und bleiben lieber anonym im Internet, so lange das noch legal ist. (Mario Voigt von der CDU fordert schon wieder den Rauswurf von Leuten aus sozialen Medien. Ich fordere ja seit Jahren den Rauswurf von überregional agierenden Politikern aus dem Internet. Das wäre langfristig die entspannendere Lösung für alle Seiten.) Immerhin: Mir haben sie bisher keine merkwürdigen Zettel ans Haus getackert, nur mal ein unkommentiertes und weitgehend uninteressantes Foto in den Briefkasten geschmissen. Zum Glück halte ich mich hier mit kontroversen Themen weitgehend zurück. Außer beim Thema Musik, denn man kann die zeitgenössische Popmusik gar nicht genug kritisieren. – DHL? Nicht zu sprechen. Studio-Braun-Fans gefällt das.
MS-DOS 4.0 ist mittlerweile freie Software. Damit steht Open Source in deutschen Stadtverwaltungen endlich nichts mehr entgegen. PostgreSQL, die einzige wirklich gute freie relationale Datenbank, lernt unterdessen MySQL zu simulieren. Damit gibt es keine Ausrede mehr, immer noch MySQL und/oder MariaDB einzusetzen. Ist auch besser für die Zukunftssicherheit. Andererseits bin ich ja schon froh, wenn eine Software es mir mal nicht zu schwer macht, sie intuitiv bedienen zu können.
In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ wird die öffentliche Debatte über die Wehrpflicht im Wirtschaftsteil behandelt, nahm ich gestern zur Kenntnis. Passt. Ich finde es übrigens nur konsequent, dass die SPD will, dass die Deutschen, abgewickelt oder nicht, alljährlich endlich wieder diejenigen Wehrmachtsnazis ehren, die auch nach dem Krieg noch Bock auf Militär hatten („Angehörige der Wehrmacht (…) sind allerdings nur inbegriffen, wenn sie ihre militärische Karriere anschließend in der Bundeswehr fortgesetzt haben“), und die anderen ausdrücklich nicht. „Vaterlandslose Gesellen“ (Wilhelm II.) waren in der SPD ja spätestens im August 1914 unten durch. Noi vogliamo glorificare la guerra – sola igiene del mondo. Marinetti wäre heute wahrscheinlich Sozialdemokrat. Kein Futurismus für niemanden.
Im Internet bedankt sich Sarah Bosetti mancherorts dafür, den „Grimme Preis“ gewonnen zu haben. Das lasse ich so stehen. – Apropos Sprache: Am Wochenende schönes, weil vielsagendes Präteritum gehört: etwas „flashbackte“ den Sprecher. Anderswo, ebenfalls am Wochenende, schönes, weil treffendes Wort gelesen: Playlistifizierung. Gegen wenigstens letzteres Phänomen hilft zuverlässig das Hören ganzer Musikalben. Es liest ja auch hoffentlich niemand nur einzelne Seiten aus einem Roman.
Ich fange schon mal an.
Guten Morgen.




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