Es war verdächtig still in der Regierung. Kein Streit, kein Pofalla, nicht mal ein anständiger Doktortitelentzug (ganz im Gegenteil). Unsicherheit drohte: Sollte die Legislaturperiode dieser Regierung, deren Opposition jedenfalls vor allem mit Getöse auffällt und schon aus mathematischen Gründen sonst nicht viel zu opponieren vermag, wider Erwarten von Stillstand und Langeweile geprägt sein?
Im Koalitionsstreit um die Rente mit 63 droht die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner der SPD mit einem Scheitern des Vorhabens.
Warum Julia Klöckner aussieht wie eine gemeinsame Tochter von Martin Rütter und Erika Steinbach, weiß ich nicht, und es wäre sicherlich unangemessen und unfair, darüber an dieser Stelle zu referieren; aber angemerkt möcht’s schon sein. Die Rente mit 63, die Andrea Nahles momentan dufte zu finden vorgibt, habe jedenfalls Mängel, beklagt die CDU:
Die Kritik der Union entzündet sich vor allem daran, dass bei dem geplanten früheren Renteneintritt nach 45 Beitragsjahren auch Zeiträume berücksichtigt werden sollen, in denen der Betroffene arbeitslos gemeldet waren.
Ein Bundestagsabgeordneter bekommt übrigens für vier Jahre Parlamentszugehörigkeit bereits fast einen vierstelligen Betrag an „Pension“, ehemalige Minister deutlich mehr. Der Vorstoß der CDU, in die Pensionsberechnung nur tatsächliche Arbeitszeit einfließen zu lassen, ist aus Steuerzahlersicht also durchaus zu begrüßen.
Wo’s doch mit der Volkswirtschaft sowieso nicht zum Besten steht:
„Der Konkurrenz aus den USA müssen wir etwas entgegensetzen“, sagte
BeppeUlrich Grillo, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, zur Hannover Messe. (…) „Deutschland verliert den Anschluss an die Weltelite.“
„Und es mag am deutschen Wesen / einmal noch die Welt genesen“ (E. Geibel); bzw. eben: Deutschland als Weltelite, weil wir gar nicht wissen, wohin mit unserer Elite (außer halt ins Ausland, weil’s dort weniger kostet), und die Eliteuniversitäten bereits zum Bersten mit künftiger Elite (und Gender-Studies-Studierxsen) angefüllt sind bzw. eben mit sowas:
Baden-Württemberg [will] Biologie und andere naturwissenschaftliche Fächer als Schulfächer abschaffen und durch ein Fach „Naturphänomene und Technik” ersetzen. Themen wie Klonen und Pränataldiagnostik sollen aus dem Lehrplan verschwinden. (…) Ungefähr so, wie in den USA die Religiösen die Naturwissenschaften aus dem Unterricht drückt (sic!).
Zum Glück stirbt Europa sowieso aus. Wegen Gemüses, versteht sich. Krieg und Klima wären zu wenig dramatisch.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass es falsch ist, Sonyprodukte zu kaufen.



Das Tralala um die „Rente mit 63“ geht mir gehörig auf den Zeiger, denn die Renteneintrittsalter unterscheiden sich in Deutschland ganz gewaltig: http://demographie-netzwerk.de/trendthemen/gesund-arbeiten-flexibel-in-rente/der-mythos-vom-einheitlichen-renteneintrittsalter.html
Fluglotsen werden mit 55 zwangsverrentet, weil die nervliche Belastung zu hoch ist, Pflegekräfte sollen noch mit 67 Jahren Patienten von einem Bett ins nächste hieven – möglichst zu zweit, natürlich, aber ob die Bandscheiben den Unterschied merken?
Weder Klonen, noch Pränataldiagnostik kommen in Ba-Wü im Biologie-Unterricht vor, zumindestens am Gymnasium. Stattdessen viele Jahre lang die gleichen Inhalte im Bereich der Genetik (und in der Unterstufe werden zum Teil mehrfach „Herbarien“ angelegt).
Naturphänomene und Technik gibt es schon, hatte ich auch. Ich glaube, ich war der 2. Jahrgang mit diesem Fach, ich bin mir nicht sicher. Auf jeden Fall gibt es keine für dieses Fach geschulten Lehrer, ich hatte auch einen Lehrer, der den Unterricht in diesen Fach zum Ende des Schuljahres quittiert hat, weil er selber der Meinung war, uns nicht ausreichend gut unterrichten zu können (er war übrigens ein phantastischer Erdkundelehrer).
Biologie abschaffen ist neu, den Rest hat der zuständige WELT-Azubi wohl abgeschrieben. Oder den Grünen fällt keine neue Verschlimmbesserung des Lehrplans ein, so dass nun alte CDU-Ideen kopiert werden. Wenn diese schon Realität sind, umso besser, dann kann man den Lehrplan von 2010 als Fortschritt verkaufen.