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Mehr Hartz IV für alle!

Heu­te wird wie jedes Jahr der Kampf­tag der Arbei­ter­klas­se zele­briert. Wäh­rend eini­ge Leu­te die­sen Tag nut­zen, um geräusch­reich die NPD zu kri­ti­sie­ren, und ande­re der Ansicht sind, eine poli­zei­lich geneh­mig­te Kund­ge­bung sei total revo­lu­tio­när, haben zumin­dest die Gewerk­schaft­ler und eini­ge Par­tei­en auch den frü­he­ren Sinn die­ses Tages, näm­lich die Ver­tre­tung der Rech­te ein­fa­cher Arbeit­neh­mer, nicht ver­ges­sen.

Zum Bei­spiel die SPD.

Die Gewerk­schaf­ten wol­len durch Mit­be­stim­mung und Tarif­po­li­tik die Lage der arbei­ten­den Men­schen ver­bes­sern. (…) Denn nur gute Arbeit sichert gute Ren­ten.

Des­halb for­dern SPD und Gewerk­schaf­ten unter ande­rem dies:

  • einen gesetz­li­chen Min­dest­lohn von min­de­stens 8,50 Euro – flä­chen­deckend, in allen Bran­chen, in Ost und West
  • die Ver­hin­de­rung des Miss­brauchs von Werk­ver­trä­gen
  • die Abschaf­fung der Mög­lich­keit, befri­ste­te Arbeits­ver­trä­ge ohne Sach­grund abzu­schlie­ßen

Dass die „8,50 Euro“ laut DGB, auf den die SPD sich hier stolz beruft, zu einem Ein­kom­men unter der Armuts­gren­ze füh­ren wür­den, sei mal gnä­dig ver­schwie­gen, immer­hin war von min­de­stens 8,50 Euro die Rede. (Gut, die SPD spricht aus­drück­lich von „guter Arbeit für alle“, nicht von „gut bezahl­ter Arbeit für alle“, inso­fern kann man es ihr ohne­hin nicht begrün­det vor­wer­fen.)

Dass die Agen­da 2010 einen Real­lohn­ver­lust von etwa neun Pro­zent mit sich brach­te, wie der dor­ti­ge Kom­men­ta­tor „Gar­field“ anmerk­te, setzt den For­de­run­gen von SPD und Gewerk­schaf­ten aller­dings die Esels­müt­ze auf. Die Hartz-IV-Gesetz­ge­bung mach­te die Ver­hin­de­rung des Miss­brauchs von Werk­ver­trä­gen eben­so schwie­ri­ger wie die Abschaf­fung der Mög­lich­keit, befri­ste­te Arbeits­ver­trä­ge ohne Sach­grund abzu­schlie­ßen. Im Wesent­li­chen ruft also die SPD die­ses Jahr dazu auf, gegen die Poli­tik der SPD zu demon­strie­ren.

Nicht, dass wir das nicht sowie­so tun soll­ten.