KaufbefehleMusikkritik
Cowboys From Hell – Big Fish

Wie ein Stück von Pantera heißt das Schweizer Trio Cowboys From Hell, Kuhtreiber aus der Hölle also. Es sei den drei Herren verziehen, dass sie trotzdem keinen Brüllmetal oder Gähncountry zu Gehör bringen, sondern feinsten instrumentalen Jazzcore. „Big Fish“ heißt der am vergangenen Mittwoch erschienene Zweitling und gefällt.

War „Monster Rodeo“, das Debüt von 2008, noch schräg-avantgardesk, ist man auf „Big Fish“ beinahe schon diszipliniert. Von anderen Jazzcore-Bands wie den Landsleuten vom Lucien Dubuis Trio oder etwa dem Münchner Quintett Panzerballett unterscheidet sich das hier Dargebotene dadurch, dass es nicht die Metalschiene befährt, sondern eher den Geist von Frank Zappa und seinen Zöglingen atmet.

Geblieben ist das verfremdete Saxophon als Universalinstrument, Gastsänger Andi Peter ist aber nicht mehr dabei. Eine Konzentration auf das Wesentliche also: Bass, Saxophon, Schlagzeug und reichlich Elektronik. Die Besetzung erinnert vielleicht an Van der Graaf Generator oder Morphine, die Musik aber keinesfalls. Stattdessen taucht man in seine ganz eigenen Klangwelten ab. Etwas übertrieben klingt das dann so:

Mit waghalsigen Arrangements und kräftigen Klängen erzeugt die Band einen wahren Sound-Orkan. Mal dampfen Funk-Grooves, dann rauchen die Rock-Kanonen oder spruzelt die Elektronik. Man mag an Frank Zappa und Rage Against The Machine denken, und doch ist die Musik eigenständig und frisch, geprägt von unbändigem Spielwitz und brachialer Energie.

Von seltsamem RIO („Horror Show“) über groovenden Funk („Hymn For The Sailor“, eingeleitet natürlich mit Ozeangeräuschen und mit großartiger Bassarbeit) bis hin zu einem Jazzcover von Panteras (da sind’se ja) „Walk“ wird allerlei geboten. Was fehlt? Nun, mir persönlich der Gesang – aber es muss ja andererseits auch nicht ständig wer dazwischengrölen.

Wer jedenfalls die von mir bereits vor einiger Zeit für gut befundene Band Weltpinguintag mag, dem dürften die „Cowboys“ ebenfalls zusagen. Zurzeit ist das Album „Big Fish“ in einer frühen Fassung – statt „Hymn For The Traitor“ ist „Blubber“ enthalten – und etwas anderer Reihenfolge auf soundcloud.com zu hören. Eine angenehme Hörerfahrung wünsche ich.

Senfecke:

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