Dass Herr Sarkozy trotz seiner Rolle als Oberfranzose nicht unbedingt viel von den Idealen der Revolutionäre hält, die es überhaupt erst ermöglicht haben, dass er jemals Präsident werden konnte, ist hinlänglich bekannt, aber zufälligerweise ist sein Konkurrent, Dominique Strauss-Kahn, schon mal aus dem Rennen, also bleibt ihm genug Spielraum, seine Terrorherrschaft weiter auszubreiten. Als nächsten Schritt hätte er gern noch etwas mehr Kontrolle über das böse Internet, nachdem die “digitale Todesstrafe” anscheinend seine Machtgier noch nicht ausreichend befriedigt hat.
Warum ich seine legitime Entscheidung, politische Beschlüsse in “seinem” Land maßgeblich zu lenken, mit Machtgier zu erklären versuche? Nun, das ist nicht meine Absicht, aber je mehr ich darüber lese, welche Zukunft Herr Sarkozy dem Internet gern angedeihen lassen würde, desto schwerer fällt es mir, ihm positive Absichten zu unterstellen.
Jüngst berief er den eG8-Gipfel ein, auf dem er mit Rübennasen wie Eric Schmidt (Google) und Mark Zuckerberg (Facebook) — bekanntlich beide Vertreter der These, digitale Bürgerrechte wie etwa das Recht auf Privatsphäre seien längst nicht mehr zeitgemäß — sowie Jimbo Wales (Wikipedia), seines Zeichens Sittenwächter nach US-amerikanischer Tradition, über die Zukunft des Internets diskutieren will.
“Diskussion” sieht hier übrigens, gemäß SPON, ungefähr so aus:
“Das Universum, das Sie (die anwesenden Internetgestalter) repräsentieren, ist kein paralleles, gesetzloses, ohne moralische, ohne fundamentale Prinzipien, die das Leben in demokratischen Staaten ordnen”, sagte der französische Staatspräsident nun bei seiner eG8-Eröffnungsrede. Weil das Internet nun “Teil des Lebens einer Mehrheit der Menschen” sei, wäre es “ein Widerspruch, Regierungen von diesem immensen Forum fernzuhalten”. Schließlich seien “Regierungen in unseren Demokratien die legitimen Repräsentanten des allgemeinen Willens”.
Niemand aber hält Regierungen aus dem Internet fern, vielmehr wird seit Jahren versucht, die als “Internetausdrucker” bekannten “Repräsentanten des allgemeinen Willens”, wer auch immer diese Allgemeinheit sein mag, dazu zu bewegen, dieses grenzübergreifende Medium als ein Hort der Möglichkeiten, nicht als schmuddelige digitale Kneipe voller Pornoterroristen wahrzunehmen und zu begreifen. Die Regierungen aber halten sich selbst fern, sie kennen das Internet nur als den rechtsfreien Raum — schön wäre es ja schon manchmal! -, in dem wahllos Kinder geschändet und weltumspannende Terrororganisationen gegründet werden.
Natürlich ist das Internet kein gesetzloses Universum ohne Prinzipien, was mindestens all diejenigen wissen sollten, die schon mal aufgrund undurchdachter Publizierung von Inhalten im Internet Post von skrupellosen geldgeilen umsichtigen Rechtsverdrehern Rechtsanwälten im Auftrag irgendeiner großkotzigen Firma eines so genannten “Rechteinhabers” im Briefkasten fanden; Urheberrechte erlischen eben auch dann nicht, wenn man sie außerhalb von Staatsgrenzen missachtet. (Hierzu empfehle ich nochmals den hervorragenden Telepolis-Artikel zum “rechtsfreien Raum Internet” von 2009.)
Ein fundamentales Prinzip des Internets ist es übrigens, dass es zumindest theoretisch weltweiten Zugriff auf jegliche Informationen ermöglichen soll, die in ihm zu finden sind, ohne, dass die Verbreitung dieser Informationen, sofern nicht aus rechtlichen Gründen, von lokalen Regierungen irgendwie eingeschränkt werden kann. Ein Internet, das aus vielen kleinen, von der Teilnahme am Gesamtnetz nahezu ausgeschlossenen “Netzen im Netz” besteht, wie es etwa China vormacht und Herrn Sarkozy beinahe so feuchte Träume bereitet wie sonst nur Carla Barbato Bruni, hätte seinen Zweck verfehlt.
Aber wer erklärt das nun Herrn Friedrich?


Vorsicht, denn die Grenzen der Kollektivbeleidigung sind fließend.
Nur mal so am Rande: Seit sieben Jahren Nullrunden für die Anwälte
Ich sag ja: Geht nur ums Geld.
Um was denn sonst?
Insofern ist meine gedankliche Einordnung doch schon recht zutreffend gewesen.
Reduziert um die durchgestrichenen Passagen.
Teilweise.
Hier wird sich nicht verglichen.
Wer vergleicht denn?
Du.
Ich pauschalisiere lediglich.
Deine Aussage “teilweise” hat nichts mit Pauschalierungen zu tun, sondern ist als Vergleichsangebot zu werten, welches ich abgelehnt habe, weil es sich um ein Teilanerkenntnis handelt.
Ist mir zu kompliziert.
Um Dir eine Parallelwertung in der Laiensphäre zu ermöglichen:
— Vergleich
— Teilanerkenntnis
Du ziehst immer eigenartige Parallelen.