PolitikIn den NachrichtenPiratenpartei
Pro­fis mit Pro­fil

Da schau her, der Herr Wester­wel­le – ver­mut­lich der ein­zi­ge Grund, dass die Pünkt­chen­par­tei mit all ihren Lob­by­ver­tre­tern, ihrem feh­len­den Pro­fil und der hei­ßen Luft, als die sich die Wahl­ver­spre­chen auch bei der letz­ten Bun­des­tags­wahl, wie üblich, her­aus­ge­stellt haben, über­haupt noch eini­ger­ma­ßen unbe­scha­det die 5‑Pro­zent-Hür­de über­sprin­gen kann – ist nun, wie befürch­tet, abge­tre­ten.

Dass die­ser Schritt drin­gend not­wen­dig war, ist selbst­ver­ständ­lich, denn:

Die FDP habe ein mas­si­ves Glaub­wür­dig­keits­pro­blem, das nicht zuletzt dem Füh­rungs­per­so­nal geschul­det sei.

Dass die Glaub­wür­dig­keit nicht unbe­dingt steigt, wenn ein Nach­wuchs­po­li­ti­ker wie Phil­ipp Rös­ler in sei­nem Amt als Gesund­heits­mi­ni­ster sei­ne ein­zi­ge Her­aus­for­de­rung, die Gesundheits-„Reform“, erst mal gründ­lich ver­kackt, hat sich even­tu­ell noch nicht bis zur F.D.P. her­um­ge­spro­chen; eben­so­we­nig wohl der Umstand, dass sich ein Wäh­ler bei Wah­len nicht zwi­schen zwei, son­dern zwi­schen deut­lich mehr Par­tei­en ent­schei­den kann:

[D]ie Libe­ra­len müss­ten bei wei­te­ren Ver­lu­sten fürch­ten, „nicht die Grü­nen, son­dern die Pira­ten­par­tei als neu­en poli­ti­schen Geg­ner“ zu bekom­men.

Die ande­ren Par­tei­en, die Stim­men abbe­kom­men, die einst Stim­men für die F.D.P. waren, sind also kei­ne poli­ti­schen Geg­ner, son­dern qua­si im Welt­bild der F.D.P. gar nicht vor­han­den. Da weiß man, was man hat. (Dass die F.D.P. die Exi­stenz der Pira­ten­par­tei, dank derer sie die Wor­te „Bür­ger­rech­te“ und „Trans­pa­renz“ seit dem letz­ten Bun­des­tags­wahl­kampf immer­hin theo­re­tisch schon mal irgend­wo gehört hat, nun doch als ein biss­chen bedroh­lich emp­fin­det, betrach­te ich als Lob für das bis­her Gelei­ste­te.)

Wer nun Herrn Wester­wel­les Nach­fol­ge antrat, schien lan­ge – bis heu­te um kurz nach 14 Uhr – unklar, SPIEGEL Online hul­dig­te aber sicher­heits­hal­ber schon mal eben jenem Phil­ipp Rös­ler und stell­te es als Tat­sa­che hin, dass Ange­la Mer­kel künf­tig an sei­ner Sei­te regie­ren wird. Jour­na­li­sti­sche Sorg­falt sieht anders aus, aber is‘ ja auch nur der SPIEGEL.

„Pro­fi­lie­ren“ sol­le sich Phil­ipp Rös­ler, so liest man in Depe­schen wie der Ber­li­ner Mor­gen­post, indem er nicht nur den Posten des Par­tei­gui­dos über­nimmt, son­dern oben­drein des Wirt­schafts­mi­ni­sters, der dann halt statt­des­sen irgend­was ande­res macht. Das ist eine eigen­ar­ti­ge Argu­men­ta­ti­on, denn er hat­te nun schon eini­ge Jah­re Zeit, sich als Kabi­netts­mit­glied zu pro­fi­lie­ren, und in all die­sen Jah­ren hat er es ledig­lich geschafft, das Pro­fil der F.D.P. als Lob­by­isten­par­tei zu schär­fen, nicht aber sein eige­nes.

Aber kann er das eine nicht, kann er das ande­re auch nicht (Urban Pri­ol), und so war eigent­lich abzu­se­hen, dass Herr Rös­ler uns die Wester­wel­le macht. Nur wel­che der Posten er über­neh­men wird, ist noch nicht ganz klar: Par­tei­vor­sit­zen­der, Außen­mi­ni­ster und Vize­kanz­ler sind die drei Posten, die nun tat­säch­lich zu ver­ge­ben sind, womög­lich wird einer davon also durch das Wirt­schafts­mi­ni­ste­ri­um ersetzt. Dass die schwarz-gel­be Regie­rung Posten nicht nach Qua­li­fi­ka­ti­on ver­teilt, son­dern nach Anse­hen, ist dem desi­gnier­ten Egon Krenz der F.D.P. schon ein­mal zugu­te gekom­men:

In der heu­ti­gen Poli­tik reicht es schon aus, wenn man kei­ne offen­sicht­li­chen Ese­lei­en macht und eini­ger­ma­ßen freund­lich auf­tritt, um die Kar­rie­re­lei­ter hin­auf­zu­fal­len.

Eigent­lich ist es scha­de, dass die Pira­ten­par­tei als Par­tei für mehr Bür­ger­rech­te nun wohl bald allein da steht.
Gui­do, wir wer­den dich ver­mis­sen.

Senfecke:

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