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Durch die grüne Brille

Da schau her, in Baden-Württemberg haben die zweit- und drittstärkste Partei den Umstand, dass sie eben nicht die meistgewählten Parteien sind, als „ein klares (sic!) Regierungsauftrag“ missverstanden und stellen nun „wohl“ die Landesregierung. Eine „herbe Niederlage“, die sich dergestalt äußert, dass man weiterhin die stärkste Partei bleibt, würde ich, wäre ich Politiker, übrigens auch gern einmal erleiden.

Hübsch finde ich es da, dass Stefan Mappus nun entgegen meinen Befürchtungen doch endlich seinen Arsch (und sein Gesäß) aus dem bequemen Bürosessel erheben und künftig von seiner kargen Altersrente dahinvegetieren muss, sofern ihn kein großer Konzern im Aufsichtsrat haben möchte. Weniger hübsch ist nun das Selbstverständnis, mit dem die Anhänger von Claudia „Frosch“ Roth sich präsentieren. Im IRC etwa meldete sich ein bekennender Grüner stolz zu Wort:

(@Sebi`) die zukunft is grün
(@Sebi`) und ihr könnt NIX dagegen tun! :D
(@Sebi`) heute stuttgart, bald berlin! :D

Die Mutmaßung, die ein Mitlesender erwiderte, erscheint mir da beinahe wahrscheinlich:

(Exitus-_-) die zukunft wird krieg

Bei der grünen Vorstellung von „Zukunft“ kommt mir spontan ein Lied in den Sinn: „Für eine bess’re Zukunft…“. Die Grünen haben von Anfang an eine Mentalität als image gepflegt, die man vor allem dann zu wählen beabsichtigen sollte, wenn man sich ohnehin traditionell für „das kleinere Übel“ entscheidet. „Atomkraft? Nein danke!“: So weit ist die Piratenpartei auch seit ihrer Gründung, allerdings sprechen die AntiAtomPiraten von Anfang an vor allem die Gefahren der Atomkraft an und protestieren nicht, anders als die Grünen, letztlich gegen ihr eigenes Wahlprogramm.

Dass die Pünktchenpartei derweil einige Stimmen verloren hat, wird wieder einmal als Anlass gewertet, direkt oder indirekt den Rücktritt von Guido Westerwelle zu fordern. Auf die Idee, dass das miserable Abschneiden der Partei nicht daran liegt, dass die einzig schillernde Persönlichkeit unter all den mausgrauen Lobbyisten sich mitunter in der Wortwahl vergreift, sondern daran, dass die Absichten der Partei kaum einem Bürger, von den Neoliberalen einmal abgesehen, sympathisch erscheinen. Die fünf Komma irgendwas Prozent, die der F.D.P. derzeit noch angetragen wurden, sind, so meine ich, nur zustande gekommen, weil der vorlaute Parteichef manchem Erstwähler sympathisch vorkam; dies vollkommen unabhängig von dem Senf, den er in die Umwelt trötet.

Als „Juniorpartner“ eines ebenfalls traditionellen „Juniorpartners“ sind die Grünen nun nicht unbedingt ein Symbol für Änderung; auch, wenn sie Änderungen ja mit Vorliebe an sich selbst vornehmen, ist doch von der linken Kommunardenpartei nur mehr ein konservatives Häuflein ohne herausragende Persönlichkeiten übrig geblieben, die aufgrund parlamentarischer Zwänge (bedeutet: zwecks Machterhalts) gern mal ihre früheren Ideale Ideale sein lassen.

So also stellt sich der deutsche Wähler Erneuerung vor. Das wird ein Spaß!

Senfecke

Bisher gibt es 6 Senfe:

  1. Atomkraft? Mjam Mjam Mjam

  2. Müsli Müsli? Nein danke!

  3. Nein Danke? Nein Nein!

  4. Atomkraftmüsli, Müsli!

  5. Der link zum fdj-lied hat mich an meine jugendjahre erinnert. Ich war eher „auf krawall gebürstet“. Mein favorit zur damaligen zeit ;
    http://www.lyricstime.com/udo-lindenberg-odyssee-lyrics.html
    Der text hat heute immer noch bestand bezüglich der gewählten politvollpfosten.
    Ciao…

  6. Krawall fand ich immer schon prima, nur auf politisches „ihr seid scheißerer als wir“ hat mir auch in Jugendjahren immer die Lust gefehlt. Ich verdammter Spießer.

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