NetzfundstückePersönlichesSonstigesSpaß mit Spam
Lecker Rosenbraten

Der Zufall wollte es, dass ich heute lauschend an einer Diskussion zweier gereifter Damen teilnahm. Sie unterhielten sich zum Zeitpunkt meiner Einkehr über esoterische Rezepte, was beinahe schon spaßig genug ist. (Ich hoffe, ich werde nie so.)

Den aktuellen Zubereitungstipp stellte hierbei so genanntes Rosenelixier dar. Eine der gereiften Damen so sprach, man solle ein Glas mit Rosenblüten eine Weile stehen lassen, die resultierende Flüssigkeit schmecke dann „ganz leicht nach Rosen“. Die andere gereifte Dame war begeistert und ich versuchte, mir den skeptischen Blick nicht anmerken zu lassen.

Sätze wie „Komm, wir trinken Kaktuswasser“ oder „Mmh, leckere Palme!“ wird man, dessen bin ich mir sicher, nie von mir hören. (Während ich dies schreibe, erhalte ich die Reaktion, Rosenwasser sei etwas ganz anderes und ich habe wohl noch nie Kuchen gebacken und sei überhaupt voll blöde. Ich danke vielmals für diese Erkenntnis und möchte zu verstehen geben, dass ich auch an Rosenkuchen keinerlei Interesse zeige.)

Nun, es gibt wunderliche Lebensmittel. Ich erinnere mich, es ist schon ein paar Jahre her, einmal ein Teegeschäft in einer von Duftkerzen umnebelten Kelleretage eines Esoterikladens aufgesucht zu haben. Der Verkäufer hielt mir diverse Tees unter die Nase, ich sog begierig den Odeur auf und wurde beim vierten oder fünften Tee beinahe ohnmächtig. „Dieser hier riecht ein wenig nach Fisch“, plapperte der Verkäufer munter drauflos, während ich wankend versuchte, höflich zu nicken. Fischtee – mjam.

Ähnliche Substanzen, wie ich vermute, sind auch in der Spammerszene nicht unbekannt. Soeben erreichte mich an eine ansonsten beinahe ungenutzte Mailadresse bei einem großen deutschen Telekommunikationsanbieter eine E-Mail mit dem Betreff „Parkvergehen 3327102“; ein Betreff, den ich sonst nur von Universitätsmails kenne, wo offenbar täglich irgendwer seine von Mama ergaunerte Karre zu Schrott fährt.

Tatsächlich aber hatte die Mail mit Parken nur wenig zu tun, eher mit Stehen im Halteverbot:

Nehmen Sie sich doch kurz Zeit fuer uns!

Leider kostet auch das Löschen dieses Unfugs Zeit; somit habe ich gar keine andere Wahl. Frechheit eigentlich.

Sie haben Erektionsschwierigkeiten? Die Hektik belastet Sie und hat auch noch negative Folgen fuer Ihr Liebesleben? Sie wollen Ihrer Frau wieder beweisen, dass sie noch immer ein ein richtiger Mann in der Erotik sind? Vorbei mit den Sorgen, und vorbei mit den erotischen Schwierigkeiten.

Juchhe.

Mit unseren blauen Wunderpillen werden Sie umgehend wieder ein guter Lover und ihre Freundin wird sie vergoettern!

Vergöttern? Möchte ich das?
Ist man ein Gott, wird man ständig von irgendwelchen faulen Schmarotzern um irgendwelche Wunder angebettelt, selbst nachts. Darauf habe ich eigentlich keine Lust; und schon gar nicht, wenn der faule Schmarotzer eine Frau ist, deren Wünsche sind schon wunderlich genug, ohne dass man ein Gott ist. Ich verzichte auf Pillen, die mich zum Götzen für Millionen leichtgläubiger Idioten werden lassen.

Absolut sichere Bestellungen im Web auf der Homepage —- (… tiny.cc-gekürzter Verweis auf eine Seite mir sicherheitshalber unbekannten Inhalts …)

Sicher ist sicher; darum verzichtet ihr auch besser darauf, die Adresse vollständig in die Mail zu schreiben. Spamfilter mögen das nicht.

— Mit besten Gruessen
Christiane Horn —–

Frau Horn, Sie sollten mal Ihre Zeilensprungtaste überprüfen lassen.

(… drei Zeilen inhaltsleerer, pseudoenglischer Spamprosa …)

Hallo!

Äh, wie, was?

Sie haben Erektionsprobleme? Die Hektik belastet Sie und hat auch noch Folgen fuer Ihr sexuelles Leben? Sie wollen Ihrer Freundin wieder demonstrieren, dass sie noch immer ein ein richtiger Mann beim Sex sind?

Ach, jetzt verstehe ich. Der zweite Teil sollte gar nicht an mich gehen. Oder der erste. Oder beide?
(Ein schlauer Mensch merkte einmal an: Wer von sich behauptet, nie unerwünschte Penispillen-Mails zu bekommen, freut sich über die günstigen Angebote.)

Vorbei mit den Noeten, und vorbei mit den Erektionsproblemen.

Und vorbei, mit der Interpunktion.

Mit unseren blauen Dingern werden Sie umgehend wieder ein leidenschaftlicher Liebhaber und ihre Partnerin wird sie bewundern!

Hierzu zwei Anmerkungen:

  1. „Blaue Dinger“? Blaue Dinger?! Schlumpfversand oder wie?
    Frl. Horn, Sie machen mich lachen. (Reimt sich und ist wahr.)
  2. „… und ihre Partnerin wird sie bewundern“; anders als in dem Teil vor dem „und“ ist das Personalpronomen hier konsequent klein geschrieben, also ist’s keine Anrede. Es werden also die versendeten Schlümpfe von ihrer Partnerin (Schlumpfine?) bewundert, wenn ich sie kaufe? Warum sollte ich das wollen? Das Liebesleben von Schlümpfen ist mir suspekt. (Es waren 101 Schlümpfe inklusive Schlumpfine, wenn ich mich richtig entsinne. Soll das eine zum Kauf anregende Vorstellung sein?)

Uah.

Sichere Bestellungen im Web auf der Seite

(… tiny.cc-gekürzter Verweis auf eine Seite mir sicherheitshalber unbekannten Inhalts …)

Ah, diesmal klappt’s mit den Zeilenumbrüchen.

Wir wuenschen Ihnen viel Erfolg
Christiane Horn

Ich fürchte, dieser Beitrag wird mir tatsächlich einigen Erfolg bescheren; nicht selten, dies verrät meine Seitenstatistik, suchen verirrte Internetnutzer nach Schlumpfsex. Eigentlich beunruhigend.

Jetzt

Echt?

—-
(… sieben Zeilen inhaltsleerer, pseudoenglischer Spamprosa …)

(Ich habe einmal darauf verzichtet, mich mit dem Inhalt der Prosa zu befassen. Dass „Smurfs that do it“ darin stand, kann ich also nicht mit Sicherheit ausschließen. Es waren aber, Hank sei Dank, keinerlei Bilder angefügt.)

Senfecke

Bisher gibt es 6 Senfe:

  1. Du bist überhaupt voll blöde.

  2. Sag ich ja.

  3. Wer will schon Rosenwasser, wenn er Wurstwasser haben kann? Banausen..

  4. Mit Soße?

  5. Vielleicht lieber mit Fleischsalat. Und zum Nachtisch gibts Zitroneneis!

  6. Awwwwwwwwwwwwww! :)

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