(Als Vorwarnung für meine politallergenen Leser: Es folgt ein weiterer einschläfernder semipolitischer Beitrag für’s Wochenende.)
Dass der 11. September auch in diesem Jahr wieder ein schöner, sonniger Tag war, ist eigentlich schon nicht mehr erwähnenswert; seit Jahren ist dieser Tag für seine Wärme bekannt. (Böse Menschen würden sagen: Das ist der Lohn der guten Tat.) Und wie in jedem Jahr haben die Meinungsmacher, die sie das Thema nicht endlich ruhen lassen wollen, wieder irgendeine islamische Kultur herbeifantasiert, die Gewalt und Unterdrückung der Frau voll doof findet; Geschwafel des Friedens und der Versöhnung, während in Afghanistan und im Irak das unschuldig terrorisierte Volk der US-Amerikaner alles in die Steinzeit zurückballert, nichts anderes erwarten die Menschen an diesem Tag. Verständnis und Toleranz für eine vermeintliche Kultur, die so nicht existiert; bzw. ist eine “islamische Kultur” ungefähr so prägend wie eine “christliche Kultur”, Religion ist eben keine länderübergreifende Kultursache. Was soll’s — die Menschheit mag schlichte Erklärungen, vor allem, wenn sie sie schon fertig serviert bekommt. Da wird dann auch nicht mehr nachgefragt.
Zumal doch die Zeit des obschon meist gekünstelten Miteinanders schon wieder vor der Tür steht. Mir wurde allerdings schon ein wenig mulmig, als ich durch die Filiale einer bekannten deutschen Warenhauskette schlenderte und die ersten Lebkuchen auf Käufer warteten. Nicht etwa nur, weil das kalendarisch verfrüht erschien, denn im Vorjahr begann die Vorweihnachtszeit in nämlicher Warenhauskette schon im August bei etwa 30 Grad im Schatten, somit sind sie in diesem Jahr schon beinahe spät dran; vielmehr zeigte es, wie furchtbar lieblos das Fest der Liebe (jedenfalls für solche Leute, die für den Rest des Jahres grimmig dreinschauen, denen ich aber auch an Weihnachten sicher nichts schenken würde) inzwischen abgekanzelt wird. Die Paletten mit dem Gebäck wirkten inmitten von Federweißer, Tee und Dessous zumindest deplatziert, beinahe unauffällig versteckt, und nicht nur zur Vermeidung von Sodbrennen meinerseits hätte es den Verantwortlichen sicher auch keinen unerträglichen Verlust bereitet, hätten sie den kalorienreichen Firlefanz noch für weitere zwei Monate in ihrem Lager vergammeln lassen. Vergammelter Lebkuchen schmeckt bekanntlich auch nicht ungewöhnlich anders als “frischer”. Zu meiner Freude indes hat die Filiale bislang in diesem Jahr darauf verzichtet, “Last Christmas” als Beschallung dieser Groteske zu wählen. Aber ich befürchte, das wird sich bald ändern.
(Und dann war da noch der Reißer der Woche in der deutschsprachigen Nachrichtenwelt, ein Schild mit Hinweisen zum Umgang mit islamischen Patienten aus einer Arztpraxis, und alle so “das ist voll intolerant”; vielleicht hätten sie’s mal tatsächlich lesen sollen, dann hätten sie was zu lachen gehabt und müssten sich nicht nur unnötig ärgern: Wer nämlich Kenntnisse von deutscher Sprache “vor-raussetzt”, den sollte man auch mal irgendwohin raussetzen, wo er sich getrost an seinen Riechkolben fassen kann. Warum stellen sich die Islamskeptiker in diesem Land bloß immer so dämlich an?)




Stimmt. Es wird gerne ungefragt nachgeplappert (so wie man auch anderes geistiges Eigentum klaut) und als eigenes (Schein-) Wissen verkauft.
Übrigens: Die Stiftung Warentest hatte in den vorherigen Jahren den Christstollen der “Plus”-Kette (jetzt “Netto”) recht gut bewertet. Für einen Hinweis des Entdeckens als Schlenderresultat wäre ich dankbar.
Irgenwie hat es jetzt das Layout zerrissen.
Prima leben und sparen, wir kaufen Stuss bei Plus … (Wise Guys)
Du hast es kaputtgemacht!
Frohe Weihnachten!
Ich hatte, da es hier keine Vorschaufunktion gibt, den Kommentar vorab bei mir eingeklebt und geschaut, ob das Layout korrekt ist, was der Fall war.
Dann funktioniert dein blockquote komisch. Irgendwo war da ein “cite”-Tag reingeraten; den kannte ich noch nicht mal.
Nun, der eingerückte Teil des Kommentars war auch fett. Das war aber auch alles.
Ja, der ganze Kommentar war fett. Was hast du da angerichtet?
No lo se.
Pah, sag ich!