Heute wurde ich unerbetener Ohrenzeuge eines Gesprächs zweier Jungdamen, die sich über die Schwangerschaft einer gemeinsamen Bekannten nicht allzu hohen Alters wunderten; ungefähr kreischte eine von beiden dies: “Eeeeecht, die is’ schwanger? Wie geht das denn?”
Tja, wie geht das? Werte Jungdamen, ihr haltet euch doch selbst in der Regel für nicht allzu doof. Wie das mit der Schwangerschaft funktioniert, hat euch vor nicht allzu langer Zeit noch Dr. Sommer erklärt, und anders als wir Jungs habt ihr euch damals nicht nur für die Nackedeis interessiert, sondern auch für die total spannenden Fragen (“kann man vom Sex schwanger werden?”), die euch nebenbei mit eigentlich jeder erdenklichen Stellung und allen Eventualitäten bekannt gemacht haben sollten. Weil ihr dann aber im späteren Verlauf eures Lebens eure Interessen vom Lesen aufs Gucken, Hören und Schreiben verlagert und eure Kommunikation nur noch aus dem Konsum von Sendern wie Viva sowie eloquenten Diskussionen via SMS (“ilda <3<3<3 cuiii gn8iiiii”) und ausschweifenden Erzählungen mit der besten Freundin (“und er so und ich so und sie so und wir dann so und er so ey ne?”), die euch bei nächster Gelegenheit ohnehin austauschen wird (oder auch andersherum), weil ihr euch, wie so oft, in denselben süüüüßen Jungen verknallt habt, besteht, habt ihr alles, was nicht mit Frisuren, “Musik”, Kleidung und Schminktipps zu tun hat, aus eurem Gedächtnis entfernt und unwiderruflich entsorgt. Und wenn ihr dann eines Tages in ausreichend gelöster Stimmung seid und es tatsächlich schafft, dass so ein süüüüßer Junge euch Gehör schenkt, vergesst ihr die Welt um euch herum. Wenn’s euch zwischen den Zehen juckt, ist euch jedes Mittel recht, das zu ändern, und statt einem öden Batterieding darf’s halt manchmal auch gern ein Junge sein. Jungs sind bekanntlich allesamt “so bescheuert”, dass ihr ihnen nur irgendwas von Liebe und Ehrlichkeit vorflunkern müsst, um mit ihnen machen zu können, was ihr wollt. Hauptsache, Spaß am Leben! Und wenn ihr dann aus der Traumwelt erwacht, sich von dem selbstinduzierten Kater langsam erholend, und euch alles wieder einfällt, dann fällt es euch schwer, euch einzugestehen, dass ihr euch aufführt wie Menschen, die anderswo Geld für derartige Dienste nehmen; und das saublöde Arschloch, das ihr, bevor ihr es zur Stillung der eigenen niederen Triebe missbrauchtet, noch “süüüüßer Junge” nanntet, kann euch jetzt gefälligst gestohlen bleiben.
Entschuldigung, ich schweifte ab. Tja, wie kommt man als junges Mädchen von 16, 17 Jahren, das noch nicht allzu fest auf seinen eigenen, viel zu dünnen Beinen steht und dessen letzte “ewige Liebe” den Rekord von unglaublichen zwei Monaten um eine Woche überbot, auf die Idee, sich von “irgendsoeinem Arschloch”, an dem ihr natürlich nie irgendein weiter gehendes Interesse hattet und das eure hilflose Lage, aus irgendwelchen Gründen betrunken mit ihm allein zu sein und ihm eure Zunge in diverse Öffnungen zu stecken, schamlos ausgenutzt hat, schon ein Kind einpflanzen zu lassen, das ihr nie wolltet, aber es ging natürlich alles viel zu schnell, um darüber nachzudenken, usw.? Ich glaube ja, man muss einfach nur ein verdammt dämliches Stück sein. (Das habe ich natürlich nicht so gesagt.)
Ist doch wahr.


Nein, nicht “statt einem öden Batterieding”, sondern “statt eines öden Batteriedings”, zefix.
Der Satz ist umgangssprachlich, daher auch das “halt”. (Man kritisierte kürzlich die hochgestochene Schreibweise mancher meiner Texte.)
Hier wird sich nicht rausgelabert.
Ich entscheide hier, was sich hier wird und was nicht.
Typisch diktatorisches Verhalten, Herr Piratenkapitän.
Demokratie ist keine Anarchie!