Weltliche Werte halten Einzug in das “Web 2.0”, das Netz, in dem man intimste Details mit “Freunden” teilt oder zumindest mit irgendwelchen Leuten, die in einer “Freundesliste” stehen; im Zweifel also mit der ganzen Welt. Und weil man ja nichts zu verbergen hat und man die “neue” Technik gern dazu nutzt, Menschen gleicher Interessen kennen zu lernen, hat man in den USA einen neuen Trend der dortigen Netzbewohner aufgespürt:
Dank Blippy können Nachbarn und Freunde im Internet sehen, was der Einzelne per Kreditkarte bezahlt: Musik, Schuhe, Hotel mit der Geliebten. Das soll Spaß machen (…). Seit wenigen Tagen ist der Zugang für alle offen.
Spaß! Feiern! Gute Laune! Diese albernen bunten Hütchen aufsetzen, der Welt seine Rechnungen präsentieren und pausenlos dümmlich grinsen. (Hat irgendein verrückter Wissenschaftler eigentlich irgendwann mal Nervengas in US-amerikanische Belüftungsanlagen gekippt? Anders kann ich mir das nicht erklären.)
Der ebenfalls US-amerikanische Weltkonzern Apple wirft mal wieder ein neues, nutzloses Produkt auf den Markt, und die berichtenden Pressevertreter überschlagen sich mal wieder geradezu in Lobhudeleien. Eine Analyse des SPIEGEL-Online-Berichtes hat Nicolas Neubauer vorgenommen, die zeigt, warum man Berichterstattungen über Apple-Produkte grundsätzlich kritisch gegenüber stehen sollte. Lesenswert und amüsant.
Apropos amüsant: Ein Leser wies mich mit den Worten “selten so fremdgeschämt wie in diesem vid, und zeitgleich kriegste übelst wut” (in Originalschreibweise) auf dieses Video hin, in dem der zur Endlagerung in Brüssel vorgesehene baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger die so genannte Weltsprache Englisch als Amtssprache der Europäischen Union (deren Mitgliedsstaaten eben immer noch mehrheitlich deutschsprachig sind, was gern vergessen wird) anpreist und seine eigenen Kenntnisse dieser Sprache demonstriert. Um Himmels Willen, möchte ich da beinahe ausrufen, nein, bitte nicht!


