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G8, aber vor allem Medienkritik und -prioritäten

Tag, liebe Leser,

dem unsäglichen G8-Gipfel (kennt noch jemand die Montelino-Werbung?) widme ich entgegen der ggf. an mich gestellten Erwartungen nur wenige Zeilen, allein schon da der Organisator der Protestbewegungen mit seinen verwegenen Plänen („Unser höchstes Ziel ist es, möglichst nahe an den Zaun zu kommen“, sprach er kürzlich in extra-3) mir auch noch den letzten verbliebenen Ehrgeiz, mich dazu zu äußern, genommen hat:

Der G8-Gipfel ist zusammengefasst die „Elefantenrunde“, in der sich im Wesentlichen Russland und die USA darum streiten, wer die Welt am ehesten bei den sprichwörtlichen Eiern packen kann (Gas und diverse US-amerikanische Produkte haben ja in unserer Gesellschaft nicht gerade eine niedrige Priorität), während „uns Merkel“ mit der Grinsebacke Blair und anderen Hilflosen danebensitzt und gute Miene zum schlechten Gesicht macht (hieß das so?). Nach einem solchen Gipfel ist zwar die Welt noch beim Alten (abgesehen von einigen Steuermillionen, die in wichtige Projekte wie das Bauen eines Zauns flossen), aber immerhin – es wird etwas getan, sagt „Frau“ Merkel. Da können wir uns ja beruhigt schlafen legen und weiterhin den Einflüsterungen des Großen Bruders lauschen, dass der Zaun niemanden daran hindere, seine Bürgerrechte auszuüben (gehört dazu nicht auch freier Zugang zu deutschen Seebadeorten?).

Wo wir gerade beim Zaun waren: Hatten eigentlich die diversen Klagen wegen mutwilliger Verletzung diverser in der Verfassung festgesetzter Rechte (Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit, Demonstrationsrecht etc.) mittlerweile Erfolg? Nein? Da schau her.
Ich wiederhole mich: Willkommen in Weißrussland!

(Wer passt eigentlich, so lange alle verfügbaren Kräfte in Heiligendamm sind, auf den Rest des Landes auf? Oder verlässt man sich darauf, dass auch alle Counter-Strike-Spieler und andere potenzielle Terroristen sich vorm Zaun ansiedeln? Fragen über Fragen!)


Aber genug davon, entschuldigt den harschen Ton – passiert, wenn man sich aufregt, schon mal. Kommen wir also zu angenehmeren Dingen:

Ich las heute hocherfreut, dass meine vor einigen Monaten geäußerte Kritik an der Aufmerksamkeitshascherei der Medien (nachzulesen hier in Punkt [2]) auch von anderen geteilt wird; da ich kaum noch Zeitung lese, um nicht völlig ins Niveaulose zu fallen, wäre mir das auch fast entgangen:

Großes Glück hat laut Medienbeobachtern die kleine entführte Madeleine: Wäre sie alt, männlich und dunkelhäutig, würde sich die Presse überhaupt nicht für sie interessieren. Nur einem kleinen weißen Mädchen sei die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Medien über Wochen hinweg sicher.

(Quelle)

Unterschreibe ich sofort!


Wünsche allen Lesern einen frohen Leichnam (danke an Steffi für diesen Kalauer)!
Leicht angesäuert, dafür zuckerfrei,
– euer Pinguin