Die Staaten, die heute noch eine Monarchie (und sei’s nur symbolisch) erlauben, sind für progressives Denken nicht unbedingt prädestiniert. Das Gegenteil eines progressiven Staates indes ist eine Diktatur, wenn nicht gar der Rückfall in den Faschismus. Eine Diktatur zeichnet unter anderem aus, dass sie die Pressefreiheit notfalls auch gewaltsam den eigenen Anweisungen unterordnet.
So ist’s etwa gestern im Hause Guardian geschehen, als der britische Geheimdienst dem Lebenspartner von Glenn Greenwald (das war der, der auf den Snowden-Enthüllungen sitzt und dieselben zwecks Auflagenmehrung nur scheibchenweise rausrückt) mal eben die Festplatten zerstört hat. (Nicht, dass ich die Zerstörung von Macbooks nicht prinzipiell verständlich fände!) Der Sinn dahinter dürfte es gewesen sein, die relevanten Aufzeichnungen zu vernichten.
Dass es heutzutage zur Vernichtung wichtiger Daten normalerweise nicht genügt, ein paar Festplatten zu zertrümmern, kommt einem solchen Regime natürlich nicht in den Sinn, aber das soll nun auch nicht weiter verwundern. Es ist sogar beruhigend, dass die technische Fachkompetenz des britischen Geheimdienstes nicht ausreicht, um zu erkennen, dass ein Journalist, der auf brisanten Daten sitzt, rechtzeitig entsprechende Vorkehrungen getroffen hat, zumal er das selbst gesagt hatte. (Zu beurteilen, was für eine Regierung die Bestrafung von Menschen anordnet, nur weil sie blöderweise Familienmitglieder eines anderen Menschen, an den man nicht so leicht unbeschadet rankommt, sind, überlasse ich übrigens dem Leser.)
Wo sind nun eigentlich diejenigen, die sonst bei jedem ernst zu nehmenden diktatorischen Bestreben irgendwas von Wehren und Anfängen brüllen? — Ach so, Großbritannien ist weit weg. Würde das in Deutschland passieren, wäre hier der Teufel los. Vielleicht würde sogar jemand eine Petition unterzeichnen! Zum Glück sind alle Fragen in der NSA-Affäre geklärt, sagt die Kanzlerin. Sonst wäre noch jemand ernsthaft empört.
“Vor allem durch zweierlei ist das römische Volk im Bann zu halten, durch Speisung und durch Spiele.”
– M. Cornelius Fronto, principia historiae
(via Fefe)


Ich frage mich, wie eine Behörde, die das Wort “Backup” nicht kennt, unseren Web-Traffic mitschneiden kann?
Das Zeugs ist doch in ihrem System sicher ordentlich verschlüsselt, wenn da mal jemand nen Kaffee auf den einzigen Datenträger mit dem Private Key zu den Datensätzen verschüttet…
Der liebe Fefe sagt es ja immer wieder, unser größter Schutz vor der Überwachung ist die Inkompetenz unserer Überwacher. Zum protestieren sind wir zu faul, zum Glück können wir uns auf unsere Netzausdrucker immer verlassen! Zum Glück kommen die Piraten in absehbarer Zeit eher nicht an die Regierung — die vermögen es vielleicht sogar tatsächlich, die Datensätze in absehbarer Zeit für tatsächlich (per Netzwahl beschlossene) böse Dinge zu nutzen!
Zum Beispiel?