Das trübe Wetter vermag nicht zu verbergen, dass im Herzen die Sonne scheint. Hätte ich je gelernt zu pfeifen, meine Lippen wären längst vertrocknet. “Weil wir oben auf sind und trocken hinter den Ohren” (The Hirsch Effekt) bzw. eben der sehnliche Wunsch, baldmöglichst zurückzukehren (lies: gar nicht erst aufzubrechen; “to leave” heißt es im Englischen vermutlich auch nicht zufällig).
Von dir bin ich betrunken,
weil du die Seele wärmst;
aus dir entspringen Funken,
als malte dich Max Ernst.
Von dir bin ich bedröhnt,
weil du die Droge bist,
nach der sich jeder sehnt,
die man nicht mehr vergisst.
Von dir bin ich benebelt,
weil du mein Sein umgibst,
und ob es stürmt, ob Schnee fällt,
mir geht es gut; du liebst.
Von dir bin ich benommen,
weil du wie Prozac wirkst;
das Weltende kann kommen,
so lange du mich birgst.
(Von dir werd ich bekloppt,
weil ich nicht weiter weiß,
und wenn mich keiner stoppt,
entführ ich dich ins Paradeis.
Echt jetzt und so. Ohne Scheiß.)
Bezeichnendes Ereignis des heutigen Tages im ÖPNV: Ein Mann unterhält sich mit dem Fahrzeugführer über die gestrigen Fußballspiele, die er im Sportstudio verfolgte. In der Gegenwart begeisterter Sofasportler fühlt man sich geradezu weltmeisterlich.

