MusikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Und abermals die immer gleiche Industrie!

Das Europäis­che Par­la­ment hat die Mit­glieder der Europäis­chen Union dazu aufge­fordert, einen Plan zur Krim­i­nal­isierung von Urhe­ber­rechtsver­stößen voranzutreiben.

(Quelle)

Weil näm­lich:

Der aktivste Unter­stützer der Geset­zesvor­lage ist der Ital­iener Nico­la Zin­garet­ti. “Organ­isiertes Ver­brechen find­et man weltweit und nimmt keine Rück­sicht auf Gren­zen. Wir wollen sich­er­stellen, dass Fälsch­er inner­halb der EU bestraft wer­den kön­nen”, sagte Zin­garet­ti in ein­er Stel­lung­nahme.

Er betonte, dass man mit dem Gesetz organ­isiertes Ver­brechen im Stile der Mafia bekämpfen will. Es soll nicht darum gehen, Kinder für das Herun­ter­laden von Musik zu bestrafen.

(Alle Her­vorhe­bun­gen von mir.)

Dann doch mal eins nach dem anderen:
Ein Ital­iener möchte EU-weit gegen organ­isiertes, erst noch geset­zlich definier­bares Kopi­erver­brechen “im Stile der Mafia” vorge­hen?

So weit, so gut. Das lässt, so rein von der For­mulierung her und so, zwei Inter­pre­ta­tio­nen zu:

  1. Er möchte gegen massen­hafte Ver­bre­itung ille­galer Kopi­en vorge­hen und benutzt hier­bei die lustiger­weise eben­falls ital­ienis­che Mafia als Ver­gle­ich. Gegen die man in seinem Land, glaubt man der Wikipedia, seit sagen­wirmal 150 Jahren schon verge­blich vorzuge­hen ver­sucht, was aber regelmäßig an der Kor­rup­tion im Land gescheit­ert ist.
    Ein hüb­sch­er Ver­gle­ich, ja.
     
  2. Eigentlich völ­lig albern, nur des schö­nen Wort­spiels wegen:
    Er möchte, dass man im Stil der Mafia gegen Raubkopier­er vorge­ht. So richtig mit Bestechung, Bedro­hung und allem Drum und Dran.
    Aber wofür braucht man da ein neues Gesetz?

Und aber immer­hin ist’s beruhi­gend, dass man mit dem geplanten Gesetz nicht gegen kleine Fis­che resp. Kinder vorzuge­hen gedenkt. Für ein paar lächer­liche Musik­stücke würde man doch niemals das Leben des Täters für die näch­sten paar Dekaden im Voraus ruinieren. Nein, hier wird es weit­er­hin bei angemesse­nen Geld­strafen bleiben. Sagen wir: 2.500 Euro pro so genan­ntem Lied (ihr wisst schon, Mark Mat­lock und wie sie alle heißen)?

Immer geset­zt den Fall, man ist aus­re­ichend desin­formiert, natür­lich.

Owei, owei!


Nach­trag:
Eigentlich ist es erschüt­ternd, aber dann habe ich doch darüber gelacht. Man muss nur den Ton weglassen, sobald der Pocher erscheint.