Nun, da es dämmert, lässt sich über die jährlichen Karnevalszüge berichten, ohne allzu viel zu verpassen:
Nach Boni lechzende Banker, eine Merkel im Evakostüm und Westerwelle im Clownsgewand: Auf den Rosenmontagszügen in Düsseldorf, Mainz und Köln nahmen die Jecken die Wirtschaftskrise mit Humor.
“Crisis? What Crisis?” fragte schon 1975 die Band Supertramp, und von einer Krise war auch hier nur wenig zu sehen:
Unzählige Karnevalsbegeisterte hatten sich den Tag freigenommen, um die Umzüge anzuschauen.
Die Aussicht auf Brot und Spiele bzw. eilig in die Menge geworfene Kamele Kamille Kamelle ist hier vermutlich weniger entscheidend als die Tradition und der Ausbruch aus der Normalität, die dann letztendlich auch nur darin besteht, von Medien und persönlichem Umfeld über Augen- und Haarfarbe von Boris Beckers neuestem Erzeugnis informiert zu werden.
Stattdessen wurde ein wenig harm- und auch recht zahnlos über die da oben hergezogen, und wirklich störend blieben für die weniger karnevalsaffine Allgemeinheit, die auch ohne tägliche Berieselung durch durch das meist eher störende Fernsehprogramm Spaß haben können, nur die Narren mit erhöhtem Mitteilungsdrang im persönlichen Umfeld. Johnny hat eine elegante Lösung gefunden:
Als notorischer Karnevalsverweigerer überkommt einen daher der Drang, die kollektive Absenkung der Niveaugrenze im rheinischen Raum schamlos auszunutzen.
So kann’s doch auch gehen.
Was natürlich auch irgendwie dazu passt wg. “wirtschaftlichen Wohlstandes”:
Das US-Justizministerium hat Ende vergangener Woche eine Taskforce für geistiges Eigentum ins Leben gerufen. (…) “Die Zunahme an Straftaten an geistigem Eigentum in den USA und im Ausland bedroht nicht nur unsere öffentliche Sicherheit, sondern auch unseren wirtschaftlichen Wohlstand”, unterstrich US-Justizminister Eric Holder die Bedeutung der Taskforce.
Richtig: Die öffentliche Sicherheit. Immer diese Raubmordkopierterroristen!

