Das Gegenteil von Feiertagen ist, so heißt es, die Normalität. “Die Normalität ist wieder eingekehrt.” Und einen Satz wie “Die Normalität ist wieder eingekehrt.” sagt und schreibt man nicht emotionslos und sachlich, sondern wahlweise hocherfreut (“Die Normalität ist endlich wieder eingekehrt.”) oder unter allen Anzeichen gelangweilten Missmutes (“Und nun ist auch schon wieder die Normalität eingekehrt.”, gern auch “der alte Trott”, auf dass man sich beim Lesen respektive Hören einen langweiligen alten Ackergaul vorstelle).
Normalität kann beides sein, tatsächlich kann auch an Feiertagen weitgehend Normalität herrschen. Wer interessiert sich schon für den Totensonntag? Normalität ist, was man daraus macht. “Ist es normal, nur weil alle es tun?” fragten rhetorisch schon 1993 Die Fantastischen Vier. Es ist zwecklos, der Welt gefallen zu wollen, während man sich selbst nicht einmal ausstehen kann, aber irgendwie dann doch muss.
Während ich dies schreibe, blicke ich auf einen Weihnachtsbaum, ein Relikt aus einer Zeit vor der Normalität, quasi ein Anachronismus. Nichts ist so alt wie der Weihnachtsbaum von gestern.



Verschaffe dem Weihnachtsbaum erneut Aktualität, indem Du ihn auseinandernimmst und mit den Zweigen die verwaisten Balkonkästen schmückst, bis frische Blumen die Zweige überflüssig machen. Nur der Stamm versinkt sofort in Bedeutungslosigkeit.
Ich finde Zweige nun nicht sonderlich schmückend.
Da fällt mir der Werbeslogan eines Betonwerkes Hannovers ein: Beton-kommt drauf an, was man draus macht
Sehr richtig!
Lass mal ’ne Dame ran…das klappt (damit möchte ich nicht behaupten, dass Frauen Spezialisten für Beton sind).
Sondern?
Weihnachtsbaumrecycling!
Die romantischen Gefühle einer Frau zu jedem Haushaltsgegenstand sind zwar bekannt, aber nicht unterstützenswert. Grusel.