Es ist Montag und die Laune ist dermaßen gehoben, dass man es tatsächlich ein bisschen bedauert, so ein anständiger Mensch geworden zu sein und überdies in einem Land zu leben, das es gar nicht gern sähe, würde man seiner Wut allzu nachhaltigen Ausdruck verleihen. Wahrscheinlich ist das auch nicht fair und wahrscheinlich hat man das alles so was von verdient, aber der Mensch, der Mensch an sich scheitert immer schöner.
Die Ermordung von Polizisten zu verurteilen sei andererseits rassistisch, erklärt dieser Diskussionsstrang auf “Indymedia”, so leicht wie angenommen ist es also nicht, Mord blöd zu finden und trotzdem moralisch auf der richtigen Seite zu stehen. Auf “SPIEGEL ONLINE” fragt konsequent Heike Le Ker — sieht gar nicht so aus — ohne Anflug von Sarkasmus: “Die Polizei in Dallas hat Micah Johnson mit einem Roboter getötet. Hat sie damit eine ethische Grenze überschritten?” — normales Töten ist bekanntlich super, so lange es in ehrlicher Handarbeit geschieht, aber ethisch fragwürdig wird’s bei SPON erst, wenn diese vermaledeite Technik ins Spiel kommt.
Technik — ein gutes Stichwort: Derzeit ist der neue Ingress-Abklatsch “Pokémon Go” das erfolgreichste Spiel für “mobile Geräte”. Dabei profitieren die Macher wohl vor allem auch davon, dass Smartphones immer noch vorwiegend Dumbuser haben, denen Datenschutzhinweise grundsätzlich zu viel Text beinhalten, um gelesen zu werden:
Beispielsweise könnten wir Webbeacons nutzen, Cookies zu platzieren oder mit ihnen zu kommunizieren, um (…) die Wirksamkeit unserer Werbung zu überwachen.
Taubsis im Vorgarten sind eben nicht billig.
Ich bin so desillusioniert, ich hab’ sogar Musik dabei.
Guten Morgen?


