Es ist Montag. Ihr kennt das. — Etwas aber ist neu: Die Sonne ist da. Menschen in der Straßenbahn sind jetzt nicht nur laut und dumm, sie fangen endlich auch wieder an, anstrengend zu riechen. Wie längst gewohnt war das Wochenende dennoch beherrscht vom riesigen Schatten, den man selbst nachgesagt bekommt, und allerlei Geseufz. Kaum hat man den Kopf frei, denkt man ja doch nur wieder über sein Leben nach. Eine schrecklich ansteckende Witzigkeit ist und bleibt noch immer die beste Tarnung für den nagenden Selbstzweifel. Frühling ist, wenn man vermisst.
Und die Menschen lernen nichts, damit ist man wenigstens nicht allein. “t3n” bewirbt ein Programm, das nach einer einstellbaren Zeitspanne Programme beendet, die von der Arbeit ablenken, nachdem man sie zuvor gestartet hat. Manchmal fehlt mir das Gerät, das über’s Internet Ohrfeigen verteilt, doch immens. Es darf auch gern ein großes sein; einmal per Knopfdruck jedem Dummen links und rechts eine klatschen, was zwar voraussichtlich nicht gegen dessen Dummheit hilft, aber gegen diese elende Anspannung, wenn man so etwas liest: Wissenschaftler notiert Differenzialgleichungen, US-Amerikanerin äußert Terrorverdacht. Wenn alles, was ein Dummer nicht versteht, bereits ein valider Anlass zu einer Terrorwarnung ist, dann habe ich ein paar schlechte Nachrichten für euch.
Andere Völker sind wenigstens nur liebenswert verklemmt: China untersagt erotisches Bananenessen in Livestreams. Reinschieben scheint weiterhin erlaubt zu bleiben, zumindest ist im Artikel nicht vom Gegenteil die Rede.
Dutzende Flüchtlinge lassen sich taufen. Damit erhöhen sie auch ihre Chance auf Asyl. Wenn wir eins dringend brauchen, dann ja wohl mehr Religion! Und Geld, Geld könnte helfen: Geld macht Männer attraktiver, und kaufen können sie sich dann auch ab und zu mal was.
Zum Beispiel ein gutes Musikalbum.
I did not choose it, I did not choose it,
I did not, no, no, I did not, I truly did not choose it.
Guten Morgen.



