NetzfundstückePiratenpartei
Metamedienkritik (mehr oder weniger): Mit Fakenewsfakes gegen Uploadfilter

Fefe fragt zu Recht:

Versteht eigentlich jemand, wieso die Piratenpartei das Bohei um Artikel 13 nicht genutzt hat, um sich wieder ins Gespräch zu bringen?

Sieht man von den europaweiten Demonstrationen gegen die unsagbar dumme Politik der Europafraktionen von CDU/CSU und SPD, die sich heute zumindest einig darin sind, nicht schuld sein zu wollen, ab, die hierzulande meist von den örtlichen Piraten maßgeblich mitgestaltet oder – etwa in Hannover – überhaupt erst organisiert wurden, bemerke jedenfalls ich aus der Partei heraus einen unvorsichtigen Übermut. Endlich ein Gegner!

Dass man sich da – wie etwa Gregory Engels, Platz 6 der Europaliste der Piratenpartei – zur Aufgabe von Vorsicht hinreißen lässt, ist zwar verständlich, aber gefährlich:

Der Thomas Thiel von @FAZ_Feuilleton denkt auch, wir sind alle #bots! Und er schreibt auch „Blogger werden für politische Beiträge auf Youtube von Youtube bezahlt.“ Braucht noch jemand ein Beispiel für den Wörterbuch für die Definition von #FakeNews?

Man mag von der „FAZ“ halten, wonach einem selbst der Sinn steht, aber in diesem Punkt hat der Thomas Thiel nicht Unrecht: Viele YouTube-Selbstdarsteller, auch im deutschen Sprachraum, leben inzwischen von ihren Videos und den damit verbundenen Vermarktungstätigkeiten; und das wohl nicht so schlecht. Ob man nun einen politischen Beitrag verfasst, die abertausendste Coverversion von „Yesterday“ singt oder sich scheiße anmalt: Sobald es genug Leute sehen wollen, ist ein Geldgewinn nicht ausgeschlossen. Das bedeutet, dass die Aussage, YouTuber würden für Videos, in denen sie die bescheuerte Politik von CDU/CSU und SPD kritisieren, von YouTube (und damit Google) bezahlt, so erst mal nicht falsch ist. Diese Aussage nun aus strategischen Gründen als „Fakenews“ zu etikettieren ist voreilig und erweist der Sache auch nicht gerade den erhofften Dienst.

Für das politische Klima zwischen denen und uns wäre es manchmal sinnvoll, die Barrikaden nicht durch Lautsprecher auszuwechseln.

Senfecke:

  1. Sich seine Youtube-Videos ab einer gewissen Reichweite per Werbung monetarisieren zu lassen (übliche Praxis, unabhängig vom Inhalt) ist schon etwas anderes als politische Inhalte im direkten Auftrag zu erstellen (wie offenbar von dem FAZ-Autoren suggeriert wurde). Change my mind. ;)

:) 
:D 
:( 
:o 
8O 
:? 
8) 
:lol: 
:x 
:aufsmaul: 
:P 
:ups: 
:cry: 
:evil: 
:twisted: 
mehr...
 

Erlaubte Tags:
<strong> <em> <pre> <code> <a href="" title=""> <img src="" title="" alt=""> <blockquote> <q> <b> <i> <del> <span style=""> <strike>

Datenschutzhinweis: Ihre IP-Adresse wird nicht gespeichert. Details finden Sie hier.

Senf hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du willst deinen Senf dazugeben, dir ist aber der Senf ausgegangen? Dann nutz den SENFOMATEN! Per einfachem Klick kannst du fertigen Senf in das Kommentarfeld schmieren, nur dazugeben musst du ihn noch selbst.