KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Regal Worm — Pig Views

Regal Worm - Pig ViewsLange nichts mehr über Musik geschrieben.

2011 grün­dete Jar­rod Gosling, der zuvor seine vielin­stru­men­tal­en Fähigkeit­en ander­norts ausüben durfte, sein eigenes Band­pro­jekt Regal Worm, das bis heute nominell nur aus ihm selb­st beste­ht. Auf dessen aktuellem Stu­dioal­bum “Pig Views” (Amazon.de, TIDAL, Band­camp), im Juli 2018 erschienen, sind es über zwanzig ver­schiedene Instru­mente von Mel­lotron bis Schlagzeug. Das heißt natür­lich nicht, dass “Pig Views” eine reine Solo­plat­te ist: Sieben Gäste, darunter zwei Sän­gerin­nen und ein Sänger, ste­hen ihm zur Seite. Ich behaupte: Das war eine kluge Entschei­dung.

Dem Cover­bild entsprechend spie­len Regal Worm weit­ge­hend Retro-Prog mit deut­lichem Can­ter­burye­in­fluss, es lassen sich aber auch spacige Klang­ef­fek­te aus­machen. Was ein passendes Adjek­tiv ange­ht, so bin ich unentsch­ieden zwis­chen “beschwingt” und “fröh­lich”. Nehmen wir “beschwöh­lich”. Camel, Car­a­van und mitunter Mag­ma lassen fre­undlich grüßen.

Huge Machine, You Are so Heavy

Mag­ma? Ja, wahrlich: Der immer wieder mal auf­tauchende Chorge­sang hat tief in Zeuhl gebadet. Ein Kaltherz, wer hier nicht min­destens einen Ohrwurm abzu­greifen ver­mag.

You can’t burn me, I’m the Win­ter man
You can’t burn me, I’m the cold man

Jawoll.

Der Gesang ist über­haupt ein entschei­den­der Bestandteil dieses Albums: Wie — um im Genre zu bleiben — Hat­field and the North ohne die Nor­thettes nicht das­selbe gewe­sen wären, so formt auch der Chor auf “Pig Views” die Musik maßge­blich, wie nicht zulet­zt seine Leis­tung in “Revealed as a True Future Tyrant” beweist.

Revealed as a True Future Tyrant

Das mit Abstand läng­ste, dre­it­eilige Stück auf dem Album, “The Dread­ed Lurg”, schiebt Regal Worm dank der Flöte und der all­ge­mein auss­chweifend­en Klang­land­schaft wieder in Camel­nähe, was ja auch nicht schlecht ist. Dass das kurze out­ro “But­ter­fly” eigentlich verzicht­bar ist, schmälert meine Begeis­terung nicht im Ger­ing­sten.

Ich nenne die Artikel­rubrik, in der ich diese Kri­tiken veröf­fentliche, ja dur­chaus nicht unüberzeugt “Kauf­be­fehle” statt “Kaufempfehlun­gen”. “Pig Views” zu hören sollte Grund genug sein.

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