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Kurzkritik: The Notwist — Neon Golden

Selt­same Umstände ließen aus­gerech­net mich vor eini­gen Tagen das wun­der­same Album “Neon Gold­en” der ehe­ma­li­gen ober­bayrischen Schram­melpunkband The Notwist ken­nen­ler­nen. Es war gut.

Wie der geneigte Leser längst weiß, nah­men The Notwist einst Musik auf, die sich mit meinen hier mitunter kund­geta­nen Vor­lieben keineswegs offen­sichtliche Über­schnei­dun­gen aufwies, näm­lich mit weni­gen Aus­nah­men (wie pri­ma ich “Win­ter” finde, erläutere ich vielle­icht später ein­mal) erschreck­end unin­ter­es­sante Hard­core­musik. Das änderte sich mit jedem Album ein wenig mehr, besagter Hard­core wich allmäh­lich — wohl auch Beset­zungswech­seln zum Dank — elek­tro­n­isch ori­en­tiertem Art­pop mit einem dur­chaus jaz­zähn­lichen Ein­schlag. Mir soll es Recht sein.

The Notwist — Pick Up The Phone

Auf ihrem 2002 erschiene­nen sech­sten Stu­dioal­bum “Neon Gold­en”, dem let­zten mit Schlagzeuger Mar­tin Messer­schmidt, ist von der ungestü­men Ama­teur­band aus den Anfangs­jahren entsprechend auch nicht mehr viel zu hören, stattdessen bietet das dama­lige Quar­tett eine Son­der­vorstel­lung in süßlichem Belle-and-Sebas­t­ian-Folkpop ein­er- und effek­t­gestützter elek­tro­n­is­ch­er Tanz­musik (“Indi­etron­ic”, behauptet die Wikipedia, heiße das heute) ander­er­seits, die mit gewaltiger Melan­cholie aus dem Kopfhör­er und/oder Laut­sprech­er tropft.

The Notwist — This Room

Und dann hat diese Band auch noch die Chuzpe, dass das keineswegs kle­brig oder bloß deprim­ierend, son­dern ins­ge­samt höchst angenehm klingt, wofür ich mich Sänger und Gitar­rist Markus Acher aus­drück­lich und daher sep­a­rat zu danken ger­adezu verpflichtet füh­le, denn müsste ich mir ein­mal eine am besten mit “schön” zu beschreibende Sänger­stimme aus­suchen, ich wählte die seine.

Sich­er: Nach dem Durch­lauf von “Neon Gold­en” wün­scht man sich den sofor­ti­gen Beginn ein­er Feier, denn es bleibt schon etwas hän­gen vom trans­portierten Seufzen, jedoch ist der Weg dahin kein ver­reg­neter, son­dern ein­er, den zu beschre­it­en die Lust auf eine Wieder­hol­ung (oder wenig­stens den Rück­weg) nicht nimmt.

Neon­gold scheint eine wun­der­bare Farbe zu sein.

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