Es gibt auch noch gute Nachrichten: Nur ein Fünftel der deutschen Schüler ist zu doof für Alltagsaufgaben, was Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern seinem ehemaligen Status als Land der Dichter und Denker wieder ein wenig näher bringt.
Wie gut können Deutschlands Schüler alltägliche Probleme lösen? Neue Daten aus der Pisa-Studie zeigen: Ein Fünftel der 15-Jährigen ist schnell überfordert. (…) Deutschlands Schüler liegen leicht über dem OECD-Durchschnitt[.]
“Alltägliche Probleme” — das klingt doch schon weniger nach Intelligenztests (“sortieren Sie diese abstrakten Gebilde nach Richtigkeit”) als nach praxisnahem Bildungsvergleich. Was für Probleme waren das denn so?
Die U‑Bahn fährt ein, schnell noch ein Ticket kaufen: Tageskarte? Kurzstrecke? Ein Ring? Ermäßigt — oder doch nicht? Eine kleine Entscheidung nur, aber sie lässt täglich Tausende rätseln. Für die Pisa-Studie mussten sich weltweit 15-Jährige mit solchen Aufgaben befassen. (…) Besonders gut schnitten bei diesem Test wieder einmal asiatische Länder ab: Singapur, Korea und die chinesischen Städte Macau, Hongkong und Shanghai stehen erneut an der Spitze. Auch Japan landete weit vorn.
Selbst die Asiaten verstehen das Preissystem von blöden Verkehrsunternehmen wie der üstra also besser als “wir”; bzw. haben sie die gar nicht erst. Daran könnte man natürlich arbeiten, aber man könnte auch einfach jeden, der es nicht versteht, für nicht alltagsfähig befinden. Könnte man. Wie’s halt auch bei anderen Aufgaben so ist:
Schon frühere Studien hatten vor einem “Sockel der Abgehängten” in Deutschland gewarnt, der Bundesbildungsbericht aus dem Jahr 2012 beispielsweise. Auch diese Pisa-Auswertung zeigt: Fast 20 Prozent der deutschen Schüler erreicht nicht das Basisniveau (Level 2 von 6), in etwa gleich viele Jungen wie Mädchen. Sie können also nur sehr einfache Aufgaben bewältigen, ohne vorauszudenken; beispielsweise schaffen sie es, das günstigste Möbelstück aus einem Katalog auszuwählen. Im Vergleich: In Japan und Korea erlangten weniger als 7 Prozent nur das Basisniveau.
Deutsche Kataloge: Viele Bilder, wenig Fakten. Japanische Kataloge kenne ich allerdings nicht.
Aber nicht nur ökonomisch relevante Aspekte waren in der Studie gefragt:
Wer im Alltag und in der Arbeitswelt bestehen will, so die Forscher, der müsse mehr können, als reines Schulwissen anzuwenden. (…) Der muss auch mal spontan ein fremdes Handy bedienen können, eine Klimaanlage oder einen MP3-Spieler.
Genau — in der Arbeitswelt findet keinen Platz, wer nicht schon in der Schule Fotos auf dem geklauten smartphone machen kann.
“Machen Sie mal die Klimaanlage an!”
“Ich kann das nicht, Chef.”
“Sie sind entlassen!”
Und wer senkt mal wieder den Schnitt? Richtig:
Spitzenwerte hingegen erzielten rund 13 Prozent der deutschen 15-Jährigen. Darunter sind deutlich mehr Jungen (60 Prozent) als Mädchen (40 Prozent), dieser Geschlechterunterschied entspricht dem OECD-Durchschnitt.
Vielleicht sollte die grundlegende Förderung von Mädchen also nicht in Einstellungsquoten bestehen, sondern darin, dass sie erst mal beigebracht bekommen, wie man lebt; also das volle Zugabteil richtig mit MP3s beschallt. Sonst wird ja nie was aus denen!
Was macht eigentlich die “Pirantifa” grade so? Nun, Oliver Höfinghoff (“Geh’ mir aus der Sonne, sonst knallt’s hier”, hier nachzulesen), Pirat in Berlin, findet, Ali Utlu, schwuler, atheistischer, türkischer Pirat aus Köln, sei aufgrund seiner harschen Kritik an der Antifa klar ein Rassist und damit sowas von raus aus jedem politischen Diskurs. Politischer Diskurs muss heterosexuell bleiben! — Egal. Gegen das System. Fuck die Nuss! Auch, wenn’s schmerzt.



Ernsthaft ? Preussische Allgemeine Zeitung ?
Kenn’ ich nicht, hat wenigstens (anscheinend) kein LSR.