Missverständnisse über Autismus in den Medien zu suchen ist müßig; der Autismusvergleich für jeden Menschen, der irgendwie anders ist, hat sich schon vor Jahren abgenutzt. Trotzdem finde ich diese Frage — ausnahmsweise mal in einem ausländischen Medium — überaus entlarvend:
Wenn Autismus keine Krankheit ist, wie kann man ihn dann behandeln?
“Wenn ein Holzelefant kein Auto ist, wo kommt dann das Benzin rein?”
(Und wie kann man eigentlich solche “Journalisten” behandeln?)
Sicher auch nur ein Missverständnis war es, dass ich ernsthaft davon ausgegangen war, Sascha Lobos im Januar in der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” veröffentlichter Text mit dem Fazit, “das Internet” sei kaputt und “der Netzoptimismus” führe in seiner gegenwärtigen Form vollkommen am Ziel vorbei, habe zur Folge, dass er, Lobo, künftig nicht mehr als “Internet-Experte” dummes Zeug in Medien, die das Leistungsschmutzrecht fördern, hineinschreiben würde. Er schrieb damals, der “Rechtbehaltewunsch” sei bei “der Netzgemeinde” so stark wie nirgends sonst.
Und er, Lobo (SPD), der “Sprecher”, gar Erlöser der “Netzgemeinde”, habe es ja damals schon gewusst, schrieb er also gestern in einem weiteren “FAZ”-Text: Man brauche — Gedankenstrich — “einen neuen Internetoptimismus”. Diesmal einen ohne Dummheiten, meinte er damit; und ich bin optimistisch, dass die kollektive Dummheit, die “uns” alle paar Wochen einen neuen Text unseres “Vordenkers” Sascha Lobo zu fressen gibt, “im Internet” dann demnächst auch mal aufhört.
Noch so ein Phänomen im “Journalismus” sind im Übrigen gestellte Fotos zur Bebilderung langweiliger Textwüsten. Gezeigt werden meist betont fröhliche, betont traurige oder sonstwie betonte Menschen, mit denen vorher geübt wurde, wie sie möglichst unnatürlich aussehen, damit es besser in die Zeitung passt.
Oder halt zum SWR, wo es ein Foto namens “Kinder halten Brief in die Höhe und gucken traurig.jpg” gibt:
Na ja, zwei von vier.
Ach, ihr.
Die Ärzte: Ein Lächeln (für jeden Tag deines Lebens)


