Die Firma LG, die sonst total tolle Techniken wie “HbbTV” (so eine Art ungesichertes Fernbedienungssystem) in ihre Fernseher einbaut, erklärt der Welt endlich, warum die “Privatsphäreneinstellung” von Fernsehern gar nichts mit der Privatsphäre des Konsumenten zu tun haben muss:
Jason Huntley aus Großbritannien hat entdeckt, dass sein LG-Fernseher Daten über Programmwechsel und sogar die Videodateinamen eines angeschlossenen USB-Sticks an einen Server schickt. Das passiere auch, wenn im Menü die Privatsphäre-Einstellung aktiviert sei, so Huntley.
Als er das südkoreanische Unternehmen kontaktierte, erhielt er nach eigenen Angaben die Antwort, dass er den Lizenzbedingungen von LG zugestimmt habe, die beinhalteten, dass Daten an das Unternehmen zurückgeschickt würden.
Das war natürlich aber alles nur ein bedauerliches Missverständnis, der Fehler werde demnächst natürlich behoben. Aber warum möchte LG eigentlich all diese Daten einsehen können?
LG bewirbt in einem Video die Funktion LG Smart Ad. Damit können Werbetreibende Anzeigen in der Smart-TV-Oberfläche einblenden. Im Video heißt es:
“LG Smart Ad analysiert die Lieblingsprogramme des Nutzers, dessen Onlineverhalten, Suchworte und andere Informationen, um dem Zielpublikum relevante Werbung zu zeigen.”
Kauft unsere Fernseher! Jetzt auch mit relevanter kostenloser Werbung zwischen den Werbeblöcken!
In der verbleibenden Viertelstunde des diesjährigen Welttags der Philosophie sollten wir uns alle eine Frage stellen: Was sagt der Erfolg von LG-Fernsehern über uns als Gesellschaft aus?
Sind wir wirklich so bescheuert?


Blau.