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Oh, ein mörderisches Regime. Gleich mal anfreunden.

Die Europäis­che Union dient nicht nur dem Zweck, däm­liche geset­zliche Regelun­gen durchzu­drück­en, die auf Lan­desebene nicht die Leg­isla­tive passieren, son­dern auch dem ein­er möglichst gemein­samen Wirtschafts- und Frieden­spoli­tik inner­halb Europas. Das ist an sich nicht schlimm, amüsant wird’s nur, wenn sich die Pri­or­itäten ungün­stig ver­schieben.

Dass in der Türkei (etwa drei Prozent ihrer Land­masse befind­en sich auf europäis­chem Boden) momen­tan auf Demon­stran­ten und deutsche Poli­tik­er geschossen wird, habe ich ja bere­its kurz erwäh­nt. Da die Türkei sich um eine Auf­nahme in die Europäis­che Union bemüht, ist es natür­lich die ehren­volle Auf­gabe eines EU-Außen­poli­tik­ers, sich mit diesem Fall zu beschäfti­gen.

Das wurde jet­zt getan.

Die Europäis­che Union hat sich sich bei einem Tre­f­fen der Außen­min­is­ter in Lux­em­burg darauf ver­ständigt, ein neues “Kapi­tel” mit der Türkei zu eröff­nen.

Ach, da lässt ein Regierungschef sein Volk met­zeln. Pri­ma, so was fehlt uns noch in unser­er Samm­lung! Ander­er­seits: Das ist ja auch nicht so schlimm, es ist ja nur eine schwierige Lage, aber das geht vor­bei:

Aus Sicht von West­er­welle sei das “eine gute Entschei­dung in schwieriger Lage”, wie sein Sprech­er sagte.

Natür­lich gehe es näm­lich nicht in Ord­nung, wenn friedliche Demon­stran­ten um Leib und Leben fürcht­en müssten, aber die fre­und­schaftlichen Beziehun­gen zwis­chen Deutsch­land und türkischem Geld sollte man deshalb trotz­dem nicht leicht­fer­tig auf’s Spiel set­zen!

West­er­welle hat­te seine Kri­tik an den Unruhen in der Türkei wieder­holt, allerd­ings von “strate­gis­chen, langfristi­gen Inter­essen” gesprochen, die gewahrt bleiben müssten.

Man muss ja zusam­men­hal­ten gegen die Bedro­hung von außen. Da ste­hen ein paar Demon­stran­ten nur im Weg. Eine Demokratie kann so etwas unmöglich dulden!

Ist Weißrus­s­land eigentlich schon in der EU?