In Niedersachsen überschlagen sich die Ereignisse kurz vor der anstehenden Landtagswahl geradezu. Nun ist eine prominente “Sozialdemokratin” (merkwürdige, aber historisch begründete Eigenbezeichnung von SPD-Mitgliedern) zur Linkspartei gewechselt, weil sie gegen Doris Schröder-Köpf, Pionierin der Pferdewitze, verloren hat. Dies aber wohl nicht ganz zu Recht:
Nach dem Votum der fünf Ortsvereine hatte Leuschner zwar mit 21 zu 19 Stimmen zunächst vorn gelegen, die Delegierten hatten sich aber nicht an diese Entscheidung gebunden gefühlt. Sie hatten Leuschner am Ende nur 14 Stimmen gegeben.
(Falls noch jemand Gründe brauchte, warum das Delegiertensystem selten eine gute Idee ist.)
Und was sagt der “Spitzenkandidat” der SPD zu diesem Vorfall? Ach, das sei doch alles nicht so schlimm. Demokratie sei auf Sozialdemokratisch eben nicht unbedingt das mit der Mehrheit.
“Die Kandidatenkür sei nach allen Regeln der innerparteilichen Demokratie verlaufen, sagte dagegen Weil. “Wer das nicht akzeptiert, der hat ganz am Ende ein Problem mit der Demokratie.”
“Innerparteiliche Demokratie”. Den Begriff sollte man sich merken.

