Die Nordrhein-Westfalen haben es gerade nicht leicht: Überall müssen sie dieser Tage unfreiwillige Komik zur Kenntnis nehmen, weil schon wieder Wahlen anstehen und die Stirn von den daher unvermeidlichen zahlreichen Schlägen mit der flachen Hand schon ganz wund ist.
Aus diesem Grund ist es doch erbaulich, wenn man etwas hat, worauf man sich verlassen kann, zum Beispiel Christian Lindner und seine F.D.P.:
Dieses Bild, auch als Plakat vielerorts zu finden, ist derart voller Symbolik, dass ich es für angemessen halte, es ein wenig ausführlicher zu betrachten.
Erstens: Das allgemeine Erscheinungsbild.
Eventuell ist Christian Lindner nicht die Idealbesetzung für ein großformatiges Wahlplakat, er ist doch allzu austauschbar. Sein Allerweltsgesicht wird deutlich, wenn man es einfach mal direkt vergleicht, zum Beispiel mit dem geisteskranken, machtbesessenen Massenmörder “Der Master” (dargestellt zuletzt von John Simm) aus “Doctor Who”:
Zweitens: Die Kleidung.
Im schwarzen Anzug und Krawatte stellt Christian Lindner hier den Prototypen des glattpolierten Managers dar, passend gekleidet für Hochzeit, Beerdigung und alljährliche Gehaltsabrechnung, die, wie immer, viel zu hoch für die Schuldenlage Deutschlands ist, was aber andererseits auf die typische Klientel seiner Partei, eben Manager und dergleichen Geschmeiß, äußerst attraktiv wirkt. Und welcher Wähler würde einem Mann im Anzug misstrauen?
Drittens: Die Haltung.
Was um alles in der Welt macht Christian Lindner da mit seiner rechten Hand? Ausgestreckt — dem Wähler entgegen — ist sie nicht, denn dann wäre der rechte Arm deutlich zu kurz. Hält er etwas in der Hand — etwa ein totes Huhn oder ein Sexspielzeug? Warum wurde es wegretuschiert?
Diesen Fehler gilt es rückgängig zu machen:
Schon besser.
Viertens: Das Motto.
“Solide Finanzen statt teure Versprechen”. Schön und gut, aber wessen Finanzen sind gemeint — etwa die in der Parteikasse? Von soliden Finanzen beim Bürger hält die F.D.P. bekanntlich nicht viel: “FDP-Politiker Kubicki schlägt Steuererhöhung vor”. Eigentlich bleiben ja dann nur die Finanzen der bereits erwähnten typischen F.D.P.-Klientel übrig, der Anzug tragenden Ackermänner dieses Landes. Dass die ein solides finanzielles Fundament ihr eigen nennen sollen, ist natürlich auch mal eine interessante Forderung; damit diesmal wenigstens die Großaktionäre nicht, wie noch 1929, ihr blaues Wunder erleben.
Außerdem heißt es “statt teurer Versprechen”, Herrgottnocheins.
(Mit Dank an L.!)






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