Dänemark ist eines der Länder, die den Euro nicht so toll finden wie Angela Merkel (also Frau Merkel den Euro, nicht die Länder Frau Merkel). Das heißt, dieser ganze Schuldenzirkus mit Pleiteländern, Rettungsschirmen und aufmüpfigen Briten kann dän den Dänen vollkommen schnuppe sein. Der Erfolg gibt ihnen Recht:
Die Zentralbank des Landes platzierte am Donnerstag Staatsanleihen mit drei‑, sechs- und neunmonatigen Laufzeiten und sammelte so 2,32 Milliarden dänische Kronen ein, das entspricht rund 310 Millionen Euro. Bei zwei dieser drei Emissionen betrug die Rendite für die Investoren weniger als null Prozent — der Staat muss ihnen also weniger Geld zurückzahlen, als sie ihm geliehen haben. Konkret lagen die Zinsen bei den dreimonatigen Papieren bei minus 0,21 Prozent, bei Anleihen mit sechsmonatiger Laufzeit bei minus 0,07 Prozent.
In anderen Worten: Weil Dänemark mangels Euro-Mitgliedschaft nicht von aberwitzig hohen Pflichtausgaben für strauchelnde Misswirtschaftsstaaten betroffen ist, ist seine Zahlungsfähigkeit derart standfest, dass es sich auch Geld leihen darf, ohne es vollständig zurückzahlen zu müssen. Ein bisschen wie Portugal eben.
Denn was ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass ein Schuldner sicher zahlungsfähig ist? Klar: Er leiht sich ein paar hundert Millionen Euro. Das weckt Vertrauen. Deutschland kennt das ja:
Von dieser Unsicherheit profitiert hingegen außer Dänemark auch Deutschland, das ebenfalls als sicherer Schuldner gilt. Seit Monaten liegen die Renditen für Bundesanleihen unter der Inflationsrate (…).
Renditen liegen “unter der Inflationsrate”; Deutschland ist also ein sicherer Schuldner, weil unser Geld immer schneller immer weniger wert ist?
Vielleicht sollte ich auch mal wieder einen Kredit beantragen.
(Danke an L.!)


Lange hast du nicht so viele miese Wortspiele in einen Artikel gequetscht…find ich gut!
+1 OMG ROFL! +1 +1 Jehova! Jehova!
Du hast vollkommen Recht!