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Peter Fon­da und die Publi­ci­ty

Der eine der bei­den Haupt­dar­stel­ler von „Easy Rider“, Den­nis Hop­per, ist mitt­ler­wei­le tot. Dafür ist der ande­re, Peter Fon­da, nach wie vor quick­le­ben­dig und ist sich nicht zu blöd, sich ab und zu mal aner­ken­nend auf die Schul­tern zu klop­fen.

Zum Bei­spiel beant­wor­te­te er anläss­lich der vom Maga­zin „GQ“ ver­lie­he­nen Aus­zeich­nung als „Mann des Jah­res 2011“ so man­che Fra­ge und füg­te auch eige­ne Anmer­kun­gen hin­zu. Dass er das getan hat, ist schön und dient ganz bestimmt nicht der publi­ci­ty, denn Peter Fon­da fin­det publi­ci­ty doof.

Mein Lieb­lings­teil aus dem Ver­kün­de­ten ist jeden­falls die­ser hier:

Sei­nen Lands­leu­ten, die aktu­ell gegen den Kapi­ta­lis­mus demon­strie­ren, rät der Schau­spie­ler: „Wenn ihr wirk­lich Ein­druck machen wollt, dann tragt kei­ne Pla­ka­te, brüllt nicht und singt kei­ne Pro­test­lie­der. Geht ein­fach hin, schweigt und schaut irre wütend drein. Das wirkt unkon­trol­lier­bar. Gefähr­lich. Der Staat wird sich fürch­ten.“

… oder vor Lachen nicht dazu kom­men, sich zu weh­ren; je nach­dem.

Aber war­um wen­det sich Peter Fon­da an „sei­ne Lands­leu­te“ in zwei­ter Per­son, statt selbst aktiv zu wer­den, wenn ihm das doch ein ehr­li­ches Anlie­gen ist?

Ach, ist es ja nicht:

Er selbst wol­le sich jedoch nicht unter die Demon­stran­ten mischen: „Nein, das wäre bescheu­ert. Nichts als Publi­ci­ty. Ich schrei­be lie­ber auf Twit­ter, was ich den­ke“, so Fon­da.

„Ich las­se euch alle mal machen; wenn ihr die Auf­merk­sam­keit so nötig habt. Ich ja nicht! Wo ist die Kame­ra? Haben Sie mit­ge­schrie­ben? So als GQ-‚Mann des Jah­res‘ hat man ja gewis­se Ver­pflich­tun­gen.“

Denn über­haupt sei Demon­strie­ren bescheu­ert. Die wah­re Revo­lu­ti­on fin­de anders­wo statt, näm­lich auf Twit­ter. Die neu­en Auto­no­men: Schwer bewaff­net mit dem Inter­net.

Der „Easy Rider“ kennt das ja noch von frü­her, aus den wil­den 60-ern. Damals, inmit­ten der „68er-Revo­lu­ti­on“, war ihm die offe­ne Demon­stra­ti­on sicher auch schon zuwi­der, er hat es ver­mut­lich bevor­zugt, wüten­de Brie­fe zu schrei­ben und dann aus Pro­test nicht abzu­sen­den.

Born to be wild …