Anlässlich bekannter Lieder bekannter Pop- und Rockkünstler klatschen Konzertbesucher drei- bis viermal.
Die ersten klatschen, weil sie den Namen des Liedes kennen; die zweiten klatschen, weil sie die ersten Takte des Liedes erkennen; die dritten klatschen, wenn das Lied zu Ende ist, um die Leistung des Künstlers zu würdigen; die vierten, eine noch recht neue Gruppe, klatschen während des Liedes, um ihr vermeintliches Taktgefühl zu demonstrieren.
Von all diesen sind mir einzig die dritten willkommene Gesprächspartner. Den anderen würde ich gern eine klatschen.
Es setzt schon eine Menge künstlerische Qualität voraus, um stets taktfernes Publikum am Mitklatschen zu hindern; oder eine Menge an Respekt, den man sich erarbeitet hat, und das ist nicht leicht. Popgewohntes Publikum respektiert seine Künstler ohnehin nur selten, diese arbeiten allerdings auch nur sehr ungern daran, respektiert zu werden. Ein Album, vielleicht ein Nachfolgealbum, eine Abschiedstournee vor wenig Zuschauern und Auftritte in irgendwelchen Rückschauen auf RTL, das genügt zwar für den Lebensunterhalt, nicht aber für Respekt.
Wechselt man allerdings das Genre, wird das Klatschen womöglich zum tragenden statt zum störenden Element und fällt ansonsten nicht weiter ins Gewicht; vor allem dann, wenn die Musiker laut genug agieren. Man drehe also den Lautstärkeregler seiner Klangausgabe etwas höher, begebe sich in eine entspannte Sitzposition und nehme den Rhythmus in sich auf:
Wie angenehm doch so ein Montag sein kann, wenn man ihn mit groove beginnt!
