PersönlichesSonstiges
War­um Deutsch­land ver­blö­det

Für den kleinen Hunger zwischendurch(Den fol­gen­den Text wer­de ich ein­mal im Dia­lekt der mir nahe­zu täg­lich begeg­nen­den Jugend zu ver­fas­sen ver­su­chen, weil ich mal wis­sen will, wie das ist.)

Also ich geh so vor­ge­stern wie­der durch Han­no­ver über’n Weih­nachts­markt und vor­her so in den Zeit­schrif­ten­la­den im Bahn­hof und ich seh da so ’ne Men­ge Zeugs.

Neben Com­pu­ter­ma­ga­zi­nen, die voll den Mist schrei­ben („Rapids­hare leer­saugen“, sic!), hat­ten die auch Bücher und so.

(Herr­je, das fühlt sich schä­big an. Apro­pos schä­big. Ich unter­bre­che das Expe­ri­ment hier und fah­re wie gewohnt fort.)

Außer dem übli­chen Poli­tik­brei („Die Abwracker: Wie Zocker und Poli­ti­ker unse­re Zukunft ver­spie­len“, für Teil 2 schla­ge ich „Die Abzocker: Wie raff­gie­ri­ge Autoren damit Geld ver­die­nen“ vor) hat zu mei­ner Erschüt­te­rung der Anteil an Büchern über den Kul­tur­ver­fall Deutsch­lands zuge­nom­men. Eini­ge Bei­spie­le:

Eini­ge haben dar­aus gar eine Serie gemacht und ver­die­nen so gleich das Dop­pel­te:

Eini­ge Autoren nen­nen nicht nur Anek­do­ten, aus denen sie den Umstand her­lei­ten, dass „wir“ „ver­blö­den“, son­dern war­ten auch mit Ursa­chen für die­sen Umstand auf. Eini­ge benen­nen dabei das Fern­se­hen als Übel­tä­ter, ande­re die Poli­tik, wie­der ande­re kom­men auf ganz ande­re Ideen, aber eines ver­ges­sen sie alle­samt:

Ein Volk, das alle Jah­re wie­der sein durch Finanz­kri­sen und Krieg arg dezi­mier­tes kläg­li­ches Gehalt für Bücher aus­gibt, die es dar­über infor­mie­ren, dass es doof ist, wird die wah­ren Ursa­chen für den Kul­tur­ver­fall nie gänz­lich zu begrei­fen imstan­de sein.
Die Mut­ter der Idio­ten, so sagt man, gebiert täg­lich.

(Übri­gens habe ich in der Nacht von gestern auf heu­te erst­mals selbst erlebt, dass eini­ge Ver­kehrs­un­ter­neh­men jedes Mal völ­lig über­rascht sind, wenn es im Win­ter schneit.)

Senfecke:

    • Ja, wer taten­los zusieht wie er sei­ner Ident­di­tät beraubt wird und sich aus Brüs­sel den Krüm­mungs­grad sei­ner auf dem
      Bau­ern­markt ver­kauf­ten Gur­ken vor­schrei­ben lässt, muss sich schon eine gewis­se Ver­blö­dung vor­wer­fen las­sen :mrgreen:
      Wen­den wir uns nun wie­der fröh­li­chen The­men wie der Finan­zie­rung von Ret­tungs­schir­men zu :twisted:
      Der Klu­ge gibt solan­ge nach, bis er am Ende doch der Dum­me ist!

  1. Ich habe ledig­lich dar­auf hin­wei­sen, dass der Herbst mal wie­der aus­ge­fal­len und die Über­ra­schung durch­aus berech­tigt ist.

  2. Die Bahn hat also ernst­haft gedacht, Mit­te Dezem­ber wür­de es end­lich anfan­gen zu reg­nen?
    Das macht es kei­nes­falls bes­ser.

  3. was zum…? bei käl­te schneit es?????????? glau­be eher die bah­ner ver­blö­den.
    komisch nur dass so ein trans­si­bi­ri­scher zug auch bei schnee faehrt. :mad:

  4. weg­ge­nom­men ist in dem Fal­le rela­tiv, „zurück­ge­nom­men“ wür­de wohl eher pas­sen.

    Wor­um gings noch­mal?
    Hach, Win­ter, so wie frü­her, mal schau­en, wie lang wir das Glück haben wer­den. (Wobei frü­her™ nicht so ein Wir­bel war, weil man bspw. bei der Bahn noch eins-zwei Leu­te hat­te, die sich drum geküm­mert haben, dass der Laden läuft, ande­rer­seits, mhh, wenn ich an 78 denk, oder war das 79? Ach ja.)

  5. Ja, rela­tiv; ist eben die Fra­ge, was rech­tens war, was nicht.

    „Schnee­ka­ta­stro­phe“, „Schnee­cha­os“; frü­her hieß das „Schnee“, aber damit kann man kei­ne Leser gewin­nen. Seufz.

  6. Ich bezweif­le irgend­wie, dass Jugend­li­che sich auch nur annä­hernd so aus­drücken wür­den wie du, tux. Dir fehlt da ganz klar noch ein wenig pra­xis­na­he Erfah­rung. Aber so gehts ja vie­len. Zum Bei­spiel den Men­schen, die jedes Jahr aufs neue „Jugend­sprach-Wör­ter­bü­cher“ ver­mark­ten.

  7. Ich bin frü­her sehr viel Bus gefah­ren. Jah­re­lang im Schnitt 1–2 Stun­den täg­lich. Dann bekam ich mei­nen Füh­rer­schein :p

    Ich möch­te dar­auf aber nicht näher ein­ge­hen, son­dern viel­mehr auf einen (oder eine Rei­he von) Denkfehler(n):
    Die von dir ver­un­glimpf­te Grup­pe jun­ger Men­schen hat wohl eher wenig Inter­es­se an Zeitschriften(läden), erst recht nicht, wenn sie eigent­lich auf dem Weg zum Weih­nachts­markt ist, wo ordent­lich getankt wer­den soll, viel­leicht noch ein paar „Bit­ches abge­schleppt“ oder „Han­dys klar­ge­macht“ wer­den. Da stö­ren Zeit­schrif­ten ein­fach.
    Selbst für den Fall, dass bewusst der Zei­tungs­la­den ange­steu­ert wird: Vor­rang haben ganz klar FHM, Play­boy und Com­pu­ter­bild Spie­le. Even­tu­ell noch die Juice oder ver­gleich­ba­re Maga­zi­ne. Wür­de man zuge­ben, auch noch ande­re Zeit­schrif­ten in Augen­schein genom­men zu haben, wäre das schon der­be uncool. Das Ein­ge­ständ­nis, in sei­ner Frei­zeit Bücher gese­hen zu haben, die nichts mit Schu­le zu tun haben, könn­te gar in einer Kata­stro­phe enden.
    Wei­ter­hin feh­len in dei­ner For­mu­lie­rung noch diver­se „ey“, „so“, „Alter!“ sowie ähn­li­che Begriff­lich­kei­ten und die Gram­ma­tik ist nicht feh­ler­haft genug.

  8. Die Bücher­ti­sche befan­den sich inmit­ten der ein­schlä­gi­gen Zeit­schrif­ten­re­ga­le. Ach, nein, mir sind schon Jugend­li­che begeg­net, die „ey, ischab gestern so ’n Buch gele­sen und so“ spra­chen, um die Umste­hen­den zur Neu­gier zu ver­lei­ten.

    Übri­gens gehe ich nicht davon aus, dass sol­che Leu­te sich Bücher kau­fen, son­dern viel­mehr die­je­ni­gen mit Halb­wis­sen, die inter.. inti.. klug erschei­nen möch­ten und so alles noch viel schlim­mer machen.

  9. Frü­her gin­gen die Kin­der nicht 10–14 Jah­re zur Schu­le, um nerv­lich zu Wracks gemacht zu wer­den. Und stu­dier­ten dann dann viel­leicht noch wei­te­re 6 Jah­re, um dann als Hart­z4-Emp­fän­ger zu leben.

    Sie hal­fen damals ihren Eltern, gin­gen zu den Bau­ern in der Ern­te­zeit, kann­ten kein Fern­se­hen, kein Inter­net, kei­nen PC, kei­ne Dro­gen, beka­men ab und an ein paar rich­ti­ge hin­ter die Löf­fel, beweg­ten sich täg­lich an der fri­schen Luft, aßen kei­nen sol­chen Ver­gif­tungs­müll wie heu­te – das ist der Grund, war­um das ande­re Men­schen waren, als die­se Kon­sum­dep­pen­ge­ne­ra­tio­nen wie heu­te. Die Gene­ra­tio­nen von heu­te sind das Zucht­er­geb­nis ihrer poli­ti­schen Beherr­scher.

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