Kaufbefehle
Humorkritik: Kai Magnus Sting

Kürzlich schaute ich versehentlich bei der anfangs überdurchschnittlichen, inzwischen leider nur noch zum Brechen schlechten so genannten Unterhaltungssendung TV Total hinein; nun, nicht ganz versehentlich, da an diesem Abend die Sängerin von Jennifer Rostock zu Gast sein sollte (deren Dialog dann, forciert durch die gegenüber seinen Studiogästen leider längst üblich verkrampft wirkende Albernheit des Gastgebers, doch eher unspannend und infantil blieb) und ich gerade ausreichend gute Laune hatte. Zuvor allerdings trat ein Kabarettist auf, dessen Hektik, Stimme und Witz mich an Hennes Bender („Scheiße, ich muss pissen!“) erinnerten und mir überaus zusagten. Dargeboten wurde ein Teil seines „dialogischen Epiloges“, des letzten Titels seines anschließend von Gastgeber Stefan Raab angepriesenen und auch käuflich zu erwerbenden Programms „Weil Sie es sind“ von immerhin auch schon 2004.

Nach dem nunmehr aus Interessensgründen erfolgten Konsum des vollständigen Werkes habe ich das Bedürfnis nach einer selbst verfassten Rezension nebst Empfehlung desselben. Beides folgt:

Kai Magnus Sting ist wahrlich kein Freund der leisen Töne, er ist im Gegenteil laut und provokant. Witze über Johannes Heesters („Schöner runder Geburtstag“, was selbst schon viel aussagt), die Zeugen Jehovas und natürlich die unvermeidlichen Frauen mit ihrem oft gedankenlosen Geschwätz ziehen sich, einem roten Faden nicht unähnlich, durch sein Programm. Dabei wirkt er niemals wie ein unartiger kleiner Junge (cf. Ingo Appelt) und vermeidet es trotz des roten Fadens, ständig die gleichen Witze zu erzählen (cf. Mario Barth). Brachial wird es nie, nur bisweilen ein wenig zotig, was durchaus willkommen ist; von völlig unspaßigen Zeitgenossen wie Oliver Pocher oder eben Stefan Raab (vom Wirken der Dame „Cindy aus Marzahn“ habe ich bislang noch keinen Eindruck gewinnen müssen, kann sie mir aber durchaus ebenfalls in dieser Aufzählung vorstellen) einmal abgesehen sind Komiker ja heutzutage eher auf den hintergründigen Witz bedacht.

Damit ist eigentlich schon alles Notwendige gesagt bzw. geschrieben. Noch ein Ausschnitt gefällig?
Auf YouTube (Achtung: Cookies abschalten, Google usw.) gibt es einen Auftritt im WDR („NightWash“) zu sehen, in dem Kai Magnus Sting auch aus diesem Programm zitiert und – falls ein dies lesender Schreiberling des Feuilletons gerade auf der Suche nach einer passenden Umschreibung ist – die Aufregung zum Stilmittel erhebt.

Lauft und kauft!

Senfecke:

  1. „(Achtung: Cookies abschalten, Google usw.)“ Verdammt…was mache ich jetzt? Ich habe nur Chrome.

  2. Irgendwie habe ich eine Abneigung gegen derart stressige Komiker… als ob es für den Witz nötig wäre, permanent zu schreien. Da lobe ich mir doch einen Rüdiger Hoffman in seinen besten Zeiten.

  3. Ist es auch nicht, aber Aufregung ist eben ein Stilmittel… :)
    Rüdiger Hoffmann fand ich immer schon langweilig.

  4. ich such vergebens nach dem gag von kai magnus den er bei nightwash gebracht hat:er handelt von den tieren im wald die sich betrinken… :P

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