In den NachrichtenPolitik
Rest­ka­ter vom Wahlabend

Mahl­zeit, lie­be Nie­der­sach­sen und Hes­sen,

schlimm genug, dass die dies­jäh­ri­gen Wale, nein: Wah­len – wie so oft – letzt­end­lich trotz aller Umfra­gen, Pro­gno­sen und Pro­pa­gan­da nichts an der Vor­macht­stel­lung der so genann­ten „Volks­par­tei­en” CDU und SPD ändern konn­ten; auch sonst ver­lie­fen die Wah­len alles ande­re als erfreulich:

Der Fal­sche wur­de bestraft und die eben­falls Fal­schen belohnt.

Ich mei­ner­seits bin durch­aus nicht all­zu unzu­frie­den damit, dass sowohl CDU als auch SPD in bei­den Län­dern nicht unbe­dingt ein Traum­er­geb­nis erziel­ten, aber statt sich über deren Ver­lu­ste zu freu­en, ist über­all nur zu hören und zu lesen, wie sehr es das Volk freut, dass aus­ge­rech­net die Par­tei mit der ein­zig räson­ab­len, weil kon­se­quen­ten, das typisch deut­sche Appease­ment igno­rie­ren­den Aus­län­der­po­li­tik „drau­ßen bleibt”, allein „wegen der Gewalt und des Has­ses und so”.

Gewalt und Hass sind tat­säch­lich nicht unbe­dingt einer Volks­ge­mein­schaft för­der­lich, indes wohl nur, wenn er nicht von einer scheint’s akzep­ta­blen oder gar staat­lich geför­der­ten Grup­pe ausgeht.

Nun ja, es ste­hen drei „Gefah­ren für den Rechts­staat” zur Aus­wahl, und in tur­bu­len­ten Zei­ten wie die­sen ist es auch irgend­wie ver­ständ­lich, dass der Staat sich zuerst der klein­sten annimmt. Oder auch der größ­ten; das biss­chen Migran­ten- und Auto­no­me­n­ge­walt fällt ja nicht wei­ter ins Gewicht:

Poli­ti­sche Dif­fe­ren­zen hin oder her, was bil­den sich Men­schen ein, eine Ver­an­stal­tung auf der wohl­weis­lich der Groß­teil der Teil­neh­mer im Ren­ten­al­ter ist, so mas­siv vor­zu­ge­hen? Was bil­den sich Men­schen ein, eine Par­tei die noch nie einen Wahl­kampf mit dem Ein­satz von kör­per­li­cher Gewalt geführt hat, mit Fla­schen und ande­ren Wurf­ge­schos­sen zu attackie­ren? Machen wir das etwa bei deren Kund­ge­bun­gen? Attackie­ren wie sie etwa? Was bil­den sich Men­schen im alter zwi­schen 16 und 25 Jah­ren ein, einen alten Mann mit­ten auf der Stra­ße anzu­pö­beln und zu schub­sen? Soll das eine poli­ti­sche Ori­en­tie­rung sein? Oder ist das bloß ein Vor­wand um gewalt­tä­tig zu werden?

„Mol­lies und Stei­ne”, man­ches ändert sich eben nie.

Mit vor­geb­lich ver­ständ­nis­vol­len Grüßen,
– euer Pinguin.