Mit wenigen Ausnahmen halte ich mich hier auf dieser meiner Internetpräsenz ja zurück mit dem Beleidigen großer Zusammenschlüsse von Menschen, die mir unter Umständen für mein ehrenrühriges Benehmen ordentlich einen reindrücken könnten; das bedeutet, sobald ich das tu’, muss schon einiges passiert sein.
Ein wenig Vorgeschichte: Es ist nur wenige Jahre her, als ein neuer DSL-Anbieter ins Haus musste. Ich war damals noch nicht mit ausreichend Kenntnissen von den verschiedenen Konkurrenten ausgestattet und musste mich somit auf die schönen neuen Heilsversprechen aus der Werbung verlassen. Die Telekom, das war damals schon klar, war nie für ihre Kundenfreundlichkeit bekannt. Ganz anders 1&1, ein Unternehmen, das noch vor wenigen Jahren mit Marcell d’Avis, dem Leiter für Kundenzufriedenheit, warb. Ein Leiter für Kundenzufriedenheit? Ja, der war echt!
Unkenrufen von Freunden, 1&1 sei alles andere als empfehlenswert, schenkte ich keinen Glauben. Irgendwas ist ja immer. Wessen Anbieter ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein. So hatte ich nun jedenfalls einige Jahre lang ziemlich problemlos DSL via 1&1, es gab keine untypischen Probleme, die nicht mit Stromausfällen oder ähnlichen Dingen zu tun hatten.
Bis gestern.
Gestern gegen 13 Uhr beschloss 1&1, dass der hiesigen Wohnregion ein zünftiger Leitungsausfall mal gut täte. Bei so etwas sind sie dann auch immer recht schnell. Eine Kleinigkeit, sollte man meinen, gerade auch, da 1&1 momentan vollmundig im Fernsehen dafür wirbt, dass ernsthafte Probleme in der Regel binnen eines Werktages gelöst würden.
1&1 sah das anders. Die “bekannte Störung” sei bereits dabei, behoben zu werden, hieß es noch am Dienstagabend; heute Mittag — der Router zeigte eine “DSL-Störung” an — hieß es schließlich, das Problem könne nicht von der Ferne aus behoben werden, ein Techniker müsse Montag kommen. Montag? Ach, was — vor Mittwoch gebe es ohnehin keinen freien Termin.
Frühestens Mittwoch.
Frühestens siebeneinhalb Tage (also einen sehr langen 1&1‑Werbungstag) nach dem Ausfall findet man im Hause 1&1 Zeit und Muße dafür, dass Telefon und Internet bei einem, zugegeben, nur Privatkunden mal wieder läuft. Also vielleicht.
Wisst ihr Ferkelwemser von 1&1 eigentlich, wie lange siebeneinhalb Tage so sind? Das ist über eine Woche. Eine Woche ist ungefähr ein Viertel eines Monats. Ein Monat ist der Zeitraum, für den ihr vermutlich regelmäßig euer immer noch deutlich zu hohes Gehalt bezieht. Keine Sorge, ich werde mein Scherflein dazu beitragen, dass es angemessen gekürzt wird — ich zahle, sobald ich wieder funktionierendes Internet habe, um euch rücksichtslosen Kunden verachtenden Scheißladen endlich durch einen anständigen Anbieter mit wenigstens geringem Anspruch an die Zufriedenheit seiner Kunden zu ersetzen, euch schon bald nichts mehr ein.
Marcell d’Avis ist längst Geschichte. Ein Unternehmen wie 1&1 braucht nun mal keine Schnittstelle zum Kunden mehr.
Und wisst ihr, was ihr eigentlich auch sparen könnt, ihr von 1&1? Richtig: Die Kunden! Aber keine Sorge, das Problem löst sich sicherlich von ganz allein. Macht einfach so weiter.


Hihi,die Folgen eines kalten Entzugs.
Schnauze!
Junkie!
Jurist!
Den wirst Du auch bald brauchen.
Warum sollte ich?
Wirst Du merken, wenn Du die Zahlung einstellst bzw. Du nur teilweise zahlst. Wenn sie Dir den Saft ganz abdrehen, werde ich Dein Gejammer nach einem Anwalt bis nach Linden vernehmen.
Ich habe nie von teilweise gesprochen. Der Vertrag dürfte nichtig sein, weil sie ihren vertraglichen Pflichten nicht nachgekommen sind, oder?
Unsinn. Hat jemand gekündigt? Nein.
Bisher nicht, aber es dürfte in diesem Fall zulässig sein, außerordentlich da rauszukommen. Demnächst mal klären.
Read the fucking manual:
‑zur Zahlung §§ 611, 273, 320 BGB
‑zur Kündigung §§ 621 ff BGB i. V. m. AGB
Ihr und euer Jura immer.
*Stein werf*
Daneeeeben, daneeeeben!
Nebenbei: Benutzt Du immer noch einen Online-TV-Rekorder, statt einen stationären Festplattenrekorder?
Natürlich.
Eine beschissene Situation
Geht. Kommt eh’ nur Schrott.
Schreib denen doch eine Mail, dass du kündigst, wenn das Problem nicht binnen x Zeit (2–3 Tage oder so) gelöst ist? Morgen stehen plötzlich 10 Techniker vor deiner Tür und wollen dich heiraten.
Als wir keinen Bock mehr hatten, dass 1&1–16.000 in Wirklichkeit 160kb/s bedeutet, haben wir nach einer solchen Mail auch plötzlich den Himmel auf Erden versprochen bekommen: Von noch schnelleren Tarifen (
) bis zu 50% Rabatt, was du wolle…naja, jetzt haben wir KabelBW.
Dieses außerordentliche Kündigungsrecht, oder wie das heißt, ist gegen Unternehmen die effektivste Droh- und Pöbelwaffe
Hast du dein bezahltes Tempo eigentlich wirklich vollständig bekommen?
Nö, von einer bezahlten 6000er-Leitung kommt hier seit Jahren nur die Hälfte an. Aber damit findet man sich irgendwann ab.