Da schau her: Goldman Sachs macht wieder rekordverdächtige Umsätze. Es reicht ja, wenn die Wirtschaftskrise den Steuerzahler beutelt.
Grandios untergegangen ist übrigens auch das Aktionsbündnis Winnenden, das sich der Einfachheit halber auch nicht zu der Frage durchringen kann, wieso Amokläufe fast immer ausgerechnet in Schulen stattfinden, sondern lieber für viel Geld dazu aufrufen, Spiele-CDs zu entsorgen.
Medienpräsenter allerdings ist derzeit das mit der Sicherheit dieser ominösen “Web‑2.0″-Anwendungen. Damit meine ich nicht mal unbedingt den ungefähr siebenunddrölfzigsten Versuch uninformierter Medien, das bloße Auslesen von SchülerVZ-Daten für einen fiesen Hack zu halten, sondern die Tatsache, dass unabhängig vom verwendeten Portal mit der Nutzung auch die Sicherheitsprobleme steigen.
Warum eigentlich sind immer noch Menschen, die schon länger als eine Woche im Internet aktiv sind, der Meinung, sie seien ausgerechnet auf Internetseiten, auf denen sie teilweise ihr ganzes Leben zur Schau stellen, vor unangenehmen Überraschungen sicher?
Für die Antwort auf dringende Fragen wie “Welche Simpson-Figur bist du?” bitten sie den Anwender zunächst um Zugang zu seinem [Benutzer-]Konto. Gestattet er das, haben sie Zugriff auf alle Ressourcen des Anwenders.
Ich bin immer wieder beeindruckt von Leuten, die für solcherlei triviale Zwecke jeglichen Verstand über Bord werfen. Über den praktischen Nutzen von zumeist kommerziell orientierten (auch Werbung bringt Einnahmen, liebe Leser) und für die zwischenmenschliche Kommunikation allesamt immens wichtigen Seiten wie Facebook oder Wer-kennt-Wen möchte ich mich auch an dieser Stelle gar nicht auslassen, den kann sich vermutlich jeder, der ausreichend Chuzpe Aufnahmefähigkeit vorzuweisen hat, hier ab und zu vorbeizuschauen, selbst gut ausmalen (so mit Buntstiften und allem, was man sonst so braucht), aber mal ganz unter uns, liebe Generation Internet:
Warum tut ihr das?
Sicher bleibt es jedem selbst überlassen, wie viel er von sich preisgeben möchte. Niemand kann euch daran hindern, die Nackttanzbilder von der letzten Saufparty auf irgendeine Seite zu kleistern. Damit tut ihr bestenfalls euch selbst keinen Gefallen, aber schadet sonst niemandem damit. Aber gewöhnt euch besser ab, Eingabefelder immer als Aufforderung zum Eingeben privater Daten misszuverstehen. Der Computer denkt nicht für euch.
Ich wünschte, dieser Satz stünde rot, fett und lustig blinkend ganz oben und (zur Sicherheit) ganz unten auf jedem Bildschirm dieser Welt, sobald er eine dieser Seiten anzeigen muss.
Unvermutet auftauchende Eingabefelder sollten selten dazu genutzt werden, irgendwelche Passwörter einzutippen, schon gar nicht die eigenen. Aber ich habe die unangenehme Vorahnung, dass die “Betroffenen” nichts aus ihren Fehlern lernen werden. Sie werden auch weiterhin ihre Freizeit damit verbringen, dringenden Fragen nachzugehen, deren Beantwortung früher einmal die Aufgabe von Zeitschriften wie der Micky Maus war, sie werden sich auch weiterhin von langweiligen Spießern nicht vorschreiben lassen, wie sie ihr geiles und buntes Internet gefälligst zu bedienen haben, sie werden auch weiterhin hier klicken, wenn hier steht “hier klicken”, und sie werden auch weiterhin ihre Profile auf irgendwelchen deklassierten “Freunde dich mit Leuten an, denen du draußen an der frischen Luft am liebsten einen Tritt in den Hintern geben würdest”-Portalen mit Dutzendsprüchen, schlechter Musik, unlustigen Grafiken und den Fotos von der letzten Sauffeier beschmieren. Immerhin steht groß dran: “Nur für Freunde sichtbar”.
Nicht wahr?


Senfecke:
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