Endlich erklärt uns mal jemand, warum die AfD eine rechtspopulistische Neonazipartei ist:
Es sei “Kern rechtspopulistischer Agitation”, die unterdrückten Bedürfnisse der einfachen Menschen anzusprechen, sagt der Berliner Politikwissenschaftler Hajo Funke auf “tagesschau.de”.
Und ein ernst zu nehmendes Presseerzeugnis wie die “Huffington Post” fragt natürlich auch nicht nach, wenn ein Experte was erzählt; dass nämlich ein Einsatz für die einfachen Menschen, deren Bedürfnisse im Wirtschaftsliberalismus kaum Gehör finden, schon nahe an der Grenze zur Volksverhetzung entlangschramme.
Die Piratenpartei fordert ein reformiertes Urheberrecht? Rechtspopulistische Agitation! Die Linke fordert Reichensteuer und bezahlbare Wohnungen? Rechtspopulistische Agitation! Von den Nazi-Steuersenkungen (F.D.P.) und den erneuerbaren Nazi-Energien (Die Grünen) reden wir lieber gar nicht erst. Frei vom Verdacht, rechtspopulistische Agitation zu betreiben, ist vermutlich allein eine Partei, die die “Bedürfnisse der einfachen Menschen” gar nicht weiter zur Kenntnis nimmt.
Wenn es so eine Partei doch nur gäbe! Das wäre ein Traum, nicht wahr?
Ach, falls ihr euch noch immer nicht sicher seid, ob euch der Heartbleed-Fehler, der ein Auslesen eurer Passwörter im Klartext — mit OpenBSD wär’s nicht passiert — ermöglicht, betrifft, und “ja” euch nicht eindeutig genug ist: Hier könnt ihr das überprüfen.



Hieß das in der Aussagenlogik nicht Implikation und Äquivalenz? Er sagt A nutze B, du untestellst er sage B würde nur von A genutzt werden. Implikationen kann man aber nicht umkehren.
Dein Theme ist hässlich. Jehova! Jehova!
Die “Huffington Post” schreibt: “Gruppe A tut Dinge, die AfD tut die gleichen Dinge, also gehört AfD A an”.
Ich setze das nur fort: “Auch Linke, Grüne und Piraten tun diese Dinge.”
Wird dadurch nun irgendwas richtiger oder falscher?
Nein?
Eben!
Zumal ich eine solche Quelle nicht verteidigen will sagt sie doch genau das Gegenteil von dem was du unterstellst: „Wenn sich die AfD nicht grundlegend ändert, ist sie auf dem besten Weg zu einer klassischen rechtspopulistischen Partei.“ Sprich sie ist keine klassische rechtspopulistische Partei, klingt aber immer wieder so. Ich finde das für so ein Schundblatt noch recht sachlich…
Der von ihr als “Beleg” herangezogene “Wissenschaftler” sagt aber, sie sei es bereits, aufgrund hanebüchener Behauptungen.
(Medienkompetenzschulung kann ich offenbar.)
Meinst du diesen Funke? Wo sagt er das denn? Ich kann da nichts finden. Ich finde da nur Hinweise auf „Tendenzen“ und „auf dem besten Weg sein“. Dass sie es sei kann ich da keiner Aussage entnehmen. Vielleicht habe ich es einfach übersehen… Hast du mal ein Zitat?
Das Zitat hab’ ich doch zitiert.
Auch wenn deinen Gedanken nachvollziehen kann, aber die Aussage bezieht sich auf “unterdrückte” Wünsche. Was wohl das ist, was Sarrazin und Konsorten als Tugendterror bezeichnen.
Ob der Wunsch nach bezahlbaren Wohnraum wirklich ein unterdrückter Wunsch der einfachen Menschen ist, glaube ich auch nicht. Niemand der einfachen Menschen unterdrückt diesen Wunsch.
Das was die AFD und andere rechte Agitatoren macht, ist ein Sprachrohr zu bieten, für Wünsche die gesellschaftlich nicht konform sind und daher unterdrückt werden oder vermeintlich unterdrückt werden.
Das impliziert, dass jeder gesellschaftlich nicht konforme Wunsch ein “rechter” ist.
Die Mehrheit der Gesellschaft hätte mit Vorratsdatenspeicherung und “Kinderpornofiltern” kein Problem und hält jeden, der das anders sieht, für jemanden, der nur unbeobachtet Verbrechen begehen möchte. “Gesellschaftlich nicht konform” heißt eben nicht automatisch “fieses Nazitum”.
Nein, das tut es nicht. Der unterdrückte Wunsch ist nur ein Kern der rechten Agitation. Natürlich ist muss dieser Kern auch mit dem rechten Gedankengut konform gehen.
Aber wie gesagt, es geht um unterdrückte — also nicht ausgesprochene — Wünsche — insofern verstehe ich den Einwurf mit der Vorratsdatenspeicherung nicht. Was ist da unterdrückt? Oder was ist an dem Wunsch nicht gesellschaftlich konform?
Der unterdrückte Wunsch (oder Geisteshaltung) wäre ja eher der, dass jeder Gegner der Vorratsdatenspeicherung Kinderpornokonsument ist. Und ich denke, dass solche Aussagen auch(!) von Menschen kommen, die dem rechten Lager nahe stehen.
Aber wie auch immer, die Gegner werden von niemanden durch eine Aussage in das rechte Lager gedrückt. Das hast du falsch verstanden.
Ich erhebe nicht den Anspruch, dass meine Deutung unzureichend wiedergegebener Zitate die einzig richtige ist. Die Huffington Post lässt hier leider jede Differenzierung fehlen und überlässt die Interpretation dem Leser. Das kann Probleme bereiten.
Naja, die Frage ist, was ist die Deutung von “unterdrückten Bedürfnissen” — du deutest das ganz allgemein als Bedürfnisse die nicht erfüllt werden. Daraus folgerst du die These, dass der “Experte” meint, jeder der ein Bedürfniss hat, das nicht erfüllt wird, wäre ein Nazi.
Das klingt für mich eher danach, als ob man das so verstehen will. Im Prinzip machst du das, was du dem Experten unterstellst. Zumal der Artikel ja deutlich länger ist und dieser eine Satz nur ein Zitat aus einem anderen Artikel ist, insofern verstehe ich nicht, wo da der grosse Interpretationsspielraum ist.
Man kann höchstens sagen, wenn der Experte diesen Satz so meint, wie du ihn interpretierst, dann ist diese eine These so betrachtet fragwürdig. Daher sollte man den Artikel so lesen, dass eine These allein nicht die Einordnung in eine “rechtspopulistische” Kategorie ausreicht.
Wobei ich solche Kategorsierungen an sich für Unsinn halte und nur als medienpolitisches Mittel ansehe, um Meinungspluralität zu unterdrücken.
Zumal populär, ja im Grunde nichts schlechtes ist. Mir sind populäre Politiker lieber als unpopuläre. Komischerweise wählen aber die meisten ausgerechnet die. Das verstehe wer will.
Du hast den Kurs in Medienkompetenz bestanden.
Das freut mich
Solche Beiträge sind echt deine Spezialität. Deliziös.
Gefällt mir. Du hast vollkommen Recht! +1 +1 +1 +1 Gefällt mir. Gefällt mir. +1 +1 LOL!
Doch, wäre es. Wegen zu lahmer Allokatoren auf manchen Systemem verwendet openSSL teilweise seinen eigenen:
http://article.gmane.org/gmane.os.openbsd.misc/211963
Eben. OpenBSD ist ihnen zu sicher.
(Ich vermute, es wird in absehbarer Zeit einen Fork innerhalb des OpenBSD-Projekts geben.)
Hoppla, den Link im Artikel glatt überlesen…
(Der Fork ist dann zwar sicher, aber ohne sichere Algorithmen. Die befinden sich dann in der 5‑jährigen Review-Queue.)
OpenBSD hatte schon sichere Algorithmen, bevor andere Systeme überhaupt existierten.