Ach, was haben wir nicht alle über den herrlichen Veganerwitz gelacht: “Ganz schön anstrengend, vegan zu kochen. Es gibt Holz.”
Irgendein Vermarkter hat da wohl die Pointe nicht verstanden und präsentiert uns “Xucker”, Zuckerersatz aus Xylit:
1 kg grobkörniger Xucker (Xylit / Xylitol / Birkenzucker) aus Finnland in einer praktischen Dose. Dieses Xylit wurde aus dem Ursprungsmaterial Holz (FSC) hergestellt. Die Körnung ist etwas gröber als die von Haushaltszucker. Vegan.
“Was? Diese Veganer schütten Birken in ihren Tee?!” Nein, nein, das ist selbstverständlich ein Missverständnis:
Die Bezeichnung Birkenzucker wird aus werblichen Gründen oft benutzt, ist aber irreführend: Es wird in Finnland entgegen aller Behauptungen weder aus Birkenrinde noch ‑holz hergestellt, sondern zu 95 % aus Buchenholz.
Birken wären ja auch wirklich lächerlich.
Apropos lächerlich: Die USA (das waren die mit der vorübergehenden Staatspleite neulich) haben auch ein paar Werbefachleute rangelassen. Diese Werbefachleute haben auch gleich Maßnahmen ergriffen:
Als prominentes Beispiel kann hier das US-Außenministerium genannt werden, das insgesamt 630.000 US-Dollar in Facebook-Werbung investiert hat, um mehr “Likes” zu generieren.
Übersetzt: “Die Amerikaner” haben 463.644 deutsche Stundenlöhne ein paar Leuten zur Verfügung gestellt, die auf dieses alberne “Gefällt mir”-Symbol klicken, sobald einer von ihnen auf Facebook irgendeine Grütze von sich gegeben hat. Geschäftsmodell Dingeanklicken. Ich wäre ein hervorragender Ökonom. Interessant an diesem Vorgang ist aber vor allem die Frage nach dem Nutzen. Klar: Das in “Gefälltmirs” investierte Geld wird als Werbekosten deklariert. Was auf diese Art beworben werden soll, weiß ich nicht, vielleicht die US-amerikanische Außenpolitik.
Denn wer sich eine neue Politik kaufen möchte, entscheidet sich immer für die mit den meisten Facebookklicks.



Was ist an Zucker aus Zuckerrüben oder Rohrzucker denn unvegan? Wahrscheinlich dient dieser Holz-Zucker eher als Ersatz bei einer Kohlenhydratarmen Ernährung. Aber warum da jetzt extra “vegan” drauf steht…
Hat was vom Salz, das jetzt auch weniger Salz enthält. Für eine salzarme Ernährung.
Ach so, du meinst das 100% salzhaltige Salz mit weniger Salz als in herkömmlichen Salz? Ja, das ist toll! Und so salzig, perfekt um Salz zu ersetzen.
Das Zeug hat mit Vegan eigentlich null zu tun, aber man kann damit Kuchen mit dem Nährwert von Möhren backen, wenn man denn unbedingt will.
Der gleiche Kram wird noch unter anderen witzigen Marken verscherbelt, z.B. Ozuckra. Jeder Anbieter behauptet, er hätte den Baum erfunden, er wäre der einzige Anbieter auf dem Markt, und mit 20€ pro Kilo auch der garantiert günstigste Anbieter für Süßungsmittel. Vegane Werbung ist nicht klüger als die mit Fleisch oder zumindest ohne grüne Logos.
Wieso kommt der Birkenzucker eigentlich IMMER aus Finnland? Da verdient sich vermutlich ein einzelner Förster eine goldene Nase.
Weil es in der finnischen Tundra viel Platz für Bäume gibt.
Hätte jetzt gedacht, dem deutschen Gutmenschveganer wäre etwas suspekt, was aus dem gleichen Wald wie konventionelles Papier kommt (gibt es Bio-Papier?)
Und überhaupt, von der Grenze zu Russland, diesen Homophoben…
Hast du hier eigentlich die Favatare gelöscht? Ich meine mich zu erinnern, neben meinem Namen stand hier mal so ein Favatar oder Pavatar. Ich finde die immer ganz praktisch, um ohne Gravatar wiedererkennbar zu sein.
Ich habe aus Datenschutzgründen Monster-IDs gelöscht, weil die immer vom Gravatar-Server kommen. Gravatare gehen natürlich auch weiterhin.
Hm, schickt WordPress meine Mail-Adresse in dem Fall nicht sowieso an Gravatar? Oder wie wird sonst festgestellt, ob ich Gravatar nutze? Dann können die Monster-IDs auch gleich anbleiben…ich habe immer gedacht, die würden auf dem Server generiert werden. Bot WordPress früher nicht mal lokal generierte Bildchen an?
Naja, darum nutze ich Pritlog-Light.
WordPress bietet von Gravatar.com generierte Bilder an, ja. Ich tu’ meinen Benutzern schon den Gefallen und “cache” die Dinger lokal … geht halt nur bei generierten nicht.
Der Witz war noch nicht mal immer ein Witz. Ich war in Finnland mal im Forstmuseum in Punkaharju, wo man sich Brot aus Holzstaub ansehen konnte, das sich arme Finnen in schlechten Zeiten (den Fotos nach noch im späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert) gebacken haben — der Nährwert soll sich in recht engen Grenzen gehalten haben. Aber insofern scheint mir finnischer Baumzucker eine geradezu leckere und logische Fortsetzung zu sein.